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Anschließend muss der Mitarbeiter für die neuen Werkzeuge gewonnen werden –nicht immer ein leichter Job. Sahl empfiehlt daher, den Mitarbeitern die neuen Geräte schmackhaft zu machen – nötigenfalls auch mit einer kleinen Bestechung: „Wenn ein Mitarbeiter ein abgeschriebenes Tablet privat behalten und nutzen darf, werden sie erstaunt sein, in welchem guten Zustand sich die Geräte befinden.“
Noch einen Schritt weiter gehen die Fachleute von Salzburg Research: Neben der Bereitschaft, sich auf neue Technologien einzulassen, sei die Kommunikationskompentenz eine Schlüsselqualifikation der mobilen Technologien. Wer vernetzte Daten nutzt, müsse auch im Unternehmen vernetzt arbeiten können. Die nötigen Softskills seien aber nicht jedem Technikspezialisten von Haus aus mitgegeben.
Wie überzeugt man die Mitarbeiter?
Hat der Mitarbeiter ein feldtaugliches Gerät und nutzt es auch, ist es wichtig, ihn mit genau den Informationen zu versorgen, die er braucht – nicht mehr und nicht weniger. Zwar ist es längst möglich, auch Informationen aus der Prozessleittechnik bereit zu stellen – aber ist das auch nützlich?
„Tatsächlich ist ein zu viel an Daten mittlerweile ein ebenso häufiges Problem wie fehlende Information“, erklärt Sahl. Wenn der Ingenieur sage: „Daten? Wir nehmen alles!“ und der Informatiker meint: „Wir können alles!“ sei es am Betrieb, zu fragen, was man mit all den gewonnen Informationen mache. Die Datenerfassung in Echtzeit kann daher sehr mächtig sein – oder sehr gefährlich.
“Nicht zu Skalven der IT machen lassen!”
„Machen Sie sich nicht zu Sklaven der IT“, rief Bernd Bienzeisler vom Fraunhofer Institut auf der Maintain auf. Zwar sei es verführerisch, seine Daten einer scheinbar kostengünstigen Cloudinfrastruktur anzuvertrauen – doch wer Kompetenz aus der Hand gibt, macht sich von Dritten abhängig. Wer sich zu sehr auf andere verlässt, stelle mitunter fest, dass er plötzlich für seine eigenen Daten bezahlen müsse, so Bienzeisler. Auch dürfe man den Eindruck beim Kunden nicht unterschätzen: Ein Arbeiter, der jeden Handgriff mit dem Tablet abgleiche, sei eher dazu angetan, das Vertrauen der Kunden in die Fachleute zu untergraben – und damit letztlich auch ihre Zahlungsbereitschaft.
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