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Doch dieses Mal soll alles anders sein: Die ungeheure Dynamik der technischen Entwicklung und die Vernetzung der Feldgeräte untereinander könnten mobile Lösungen auch für bisher zurückhaltende Branchen attraktiv machen. Geht es nach den Fachleuten soll das Tablett für die Wartungscrews genauso selbstverständlich in den Werkzeugkasten gehören wie der Schraubenschlüssel.
Doch nur weil Handheld-Geräte in Hochglanzprospekten einigen Eindruck bei potentiellen Kunden hinterlassen, ist die Technologie noch kein Selbstläufer. „Bei der Einführung mobiler Konzepte muss man sich die Frage stellen, ob technische Möglichkeiten oder organisatorische Veränderungen der wesentliche Antrieb sind,“ erklärt Uwe Sahl, Senior Manager bei der Managementberatung T.A. Cook. „Technik allein bringt keinen Fortschritt – nur wenn sie sinnvoll in organisatorische Konzepte eingebunden ist, übersteigt der Mehrwert den Einführungsaufwand.“
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Mobile Lösungen: Mehrwert oder Aktionismus?
Ob mobile Anwendungen einen echten Mehrwert bringen, sei dabei vor allem auf Struktur und Art der betreffenden Firmen zurückzuführen: Wer selbstständige Mitarbeiter in einer verteilten Organisation beschäftigt, wird den Nutzen schneller erkennen können als straff zentralistische Organisationen.
Sei es zur Übermittlung von Arbeitsanleitungen, Checklisten oder zum Zugriff auf zentrales Unternehmens-Know-how durch den Mitarbeiter oder zu Feedback, Dokumentation und Steuerung durch das Unternehmen – die grundsätzliche Aufgabe ist in jedem Fall der Informationstransfer. Wie stellt man Wissen intelligent zur Verfügung? Und wie macht man das Know-how der Mitarbeiter im Betrieb verfügbar?
Drei Erfolgskriterien für Instandhaltung 4.0
Dabei gibt es nach Ansicht der Fachleute drei wesentliche Grundvoraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz im Unternehmen: Technische Nutzbarkeit, Motivation und Reduktion auf das Wesentliche. Das Technik verfügbar ist, bedeutet noch nicht, dass sie auch geeignet ist, weiß auch Sahl: „Man muss nur an ein klassisches Notebook-Display denken. Im Gebäude mag das gut funktionieren, aber unter freiem Himmel in der Sonne kann man es kaum noch ablesen.“ – und dass sei nur ein ganz triviales Beispiel, so der T.A.-Cook-Fachmann.
Feldtauglich müsse die Technik sein, erklärt der Experte, sonst nützt das schönste Smartphone nichts. Spritzwasserschutz, Ablesbarkeit, Bedienbarkeit mit Arbeitshandschuhen und die Ex-Schutz-Zertifizierung müssen bedacht werden, bevor der Einkauf eine entsprechende Bestellung auf den Weg bringt.
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