Grüner Wasserstoff Ineos und Currenta planen Großprojekt zur Wasserstofferzeugung

Redakteur: Alexander Stark

In einem gemeinsamen Projekt planen Ineos und Currenta den Aufbau und Betrieb einer 100-Megawatt-Wasserelektrolyse zur Erzeugung von grünem Wasserstoff in Köln. Diese Investition ist Teil des zwei Milliarden Euro-Pakets für grüne Wasserstoffprojekte, das Ineos in dieser Woche angekündigt hat.

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Ineos betreibt am Standort Köln eine Reihe von Produktionsanlagen zur Herstellung von Basischemikalien.
Ineos betreibt am Standort Köln eine Reihe von Produktionsanlagen zur Herstellung von Basischemikalien.
(Bild: Bavaria Luftbild Verlagsgesellschaft/ Ineos)

Köln – Im Rahmen eines Großprojekts, will Ineos künftig erneuerbare Energie zur Herstellung von grünem Wasserstoff nutzen und diesen direkt in der dortigen Ammoniak- und Methanolproduktion verwenden. Zudem sollen mit der 100-MW-Anlage die Wärmeerzeugungsprozesse von Currenta nachhaltiger gestaltet werden. Durch diese klimaneutrale Variante können den Partnern zufolge zudem Wasserstoffbedarfe im Chempark und darüber hinaus gedeckt werden, zum Beispiel im Logistik- und Verkehrssektor.

Das Spezialchemieunternehmen betreibt am Standort Köln eine Reihe von Produktionsanlagen zur Herstellung von Basischemikalien wie Ethylen, Propylen, Butadien, Aromaten und Ammoniak. Diese Produkte sind wichtige Bausteine in der Chemie- und nachgelagerten Industrie, welche zum Beispiel zur Herstellung von Dämmstoffen, im Leichtbau für den Verkehrssektor sowie in der Energiewirtschaft für Windräder, Solaranlagen und Stromkabel benötigt werden. Wasserstoff fällt am Standort Köln auch als Nebenprodukt an.

Die Ineos-Gruppe hat bereits mehrere Projekte in Europa auf den Weg gebracht, um emissionsarmen und grünen Wasserstoff zu entwickeln. Der Chemparkmanager und -betreiber Currenta kann auf breite Erfahrung und Expertenwissen im Betrieb von Industrieanlagen und dem Management komplexer Genehmigungsverfahren setzen. Für Chemiestandorte typisch ist darüber hinaus das Vorhandensein von Wasserstoffquellen und Wasserstoffbedarfen in den chemischen Produktionen. Die Chempark-Standorte würden zudem über die erforderlichen Flächen und die nötige Infrastruktur wie Strom- und Gasnetzanbindungen verfügen und böten damit ideale Voraussetzungen, um ein regionales Wasserstoffdrehkreuz aufzubauen, betont der Chemieparkbetreiber.

Das Projekt hat die erste Auswahlphase des IPCEI-Prozesses (Important Projects of Common European Interest) erfolgreich bestanden. Das ist ein erster entscheidender Meilenstein. Nun seien planbare verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen wichtig, mahnt Ineos in einer Pressemitteilung. Dies gelte insbesondere für die weitestgehende Entlastung von grünen Wasserstofferzeugungen und anderen treibhausgasarmen Technologien mit ihren hohen Strombedarfen von den Strompreisumlagen.

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