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Gaswäsche Industrie-Kooperation entwickelt Verfahren zur Kohlendioxid-Abtrennung aus Abgasen

| Autor / Redakteur: Klaus Jopp / Anke Geipel-Kern

Carbon Capture and Storage-Verfahren könnten ein Weg sein, um Kohlendioxid aus Verbrennungsabgasen zu entfernen und in den Untergund zu verbannen. Doch bislang fehlen marktreife Verfahren. Eine konzertierte Aktion zwischen Chemieindustrie, Kraftwerksbetreiber und Anlagenbauer soll jetzt in ein erstes Pilotprojekt münden.

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Seit 2004 beteiligt sich die BASF an dem von der EU geförderten Forschungsvorhaben Castor, das die Verbrennung und Speicherung von Kohlendioxid aus Verbrennungsgasen untersucht. BASF-Forscher arbeiten daher an vorderster Front mit.
Seit 2004 beteiligt sich die BASF an dem von der EU geförderten Forschungsvorhaben Castor, das die Verbrennung und Speicherung von Kohlendioxid aus Verbrennungsgasen untersucht. BASF-Forscher arbeiten daher an vorderster Front mit.
( Bild: BASF )

Viele Wege müssen beschritten werden, um das Klimaproblem in den Griff zu bekommen. Techniken zur Abtrennung und Speicherung von CO2, so genannte Carbon Capture and Storage-Verfahren (CCS) werden zurzeit viel diskutiert. Doch bislang fehlen schlüssige und vor allem wirtschaftliche Konzepte.

Um das zu ändern, haben Ende September 2007 die BASF zusammen mit RWE Power und der Linde Group die Entwicklung neuer Verfahren zur CO2-Abtrennung aus Verbrennungsabgasen von Kohlekraftwerken vereinbart. Die Zusammenarbeit sieht den Bau und den Betrieb einer Pilotanlage am Braunkohlekraftwerk Niederaußem der RWE Power vor, in der neu entwickelte Technologien und Lösemittel der BASF zur Kohlendioxid-Abtrennung erprobt werden, die so genannte CO2-Wäsche. Linde ist für das Engineering und den Bau der Pilotanlage zuständig.

In der klassischen Gaswäsche sind zwar neben der BASF auch Unternehmen wie Dow, Huntsman und Ineos aktiv, im Bereich Carbon Capture sind die Ludwigshafener aber eindeutig führend. Dank des Admea-Prozesses – die Abkürzung steht für aktiviertes Methyldiethanolamin – hat die BASF große Erfahrung mit der Entfernung von Schwefelwasserstoff und Kohlendioxid aus Synthesegas und Erdgas.

„Wir verfügen über mehr als 240 Referenzanlagen u.a. in der Erdgasförderung rund um den Globus“, so Dr. Georg Sieder, Fachmann für Gasbehandlung im Unternehmensbereich Zwischenprodukte der BASF.

Erste Pilotanlage schon 2010

In der geplanten Pilotanlage sollen ausgewählte neu entwickelte Lösemittel im Langzeittest erprobt werden, um prozess- und anlagentechnische Erkenntnisse zur Optimierung der CO2-Abtrenntechnik zu erhalten. Ziel ist es, die CO2-Entfernung in Braunkohlekraftwerken bis 2020 kommerziell zum Einsatz bringen zu können und auch bestehende Kraftwerke damit auszurüsten. Auf Grundlage dieser Technik könnten dann mehr als 90 Prozent des CO2 aus den Verbrennungsabgasen eines Kraftwerks entfernt und anschließend im Untergrund gespeichert werden.

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