Gaswäsche

Industrie-Kooperation entwickelt Verfahren zur Kohlendioxid-Abtrennung aus Abgasen

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Nach erfolgreichen Pilotversuchen soll 2010 über eine nachfolgende Demonstrationsanlage entschieden werden. Für das gesamte Entwicklungsprojekt mit Errichtung und Betrieb der Pilot- und der Demonstrationsanlage hat RWE Power ein Budget von rund 80 Millionen Euro eingeplant. „Alle modernen Kohlekraftwerke legen wir schon jetzt so aus, dass sie übermorgen mit einer CO2-Abtrennung, nachgerüstet werden können. Ziel muss es sein, ab 2020 neben hochmodernen Anlagen auch nahezu CO2-freie Kohlekraftwerke samt Speicherung zu errichten“, erläutert Dr. Johannes Lambertz, Vorstand bei RWE Power für das Ressort fossil gefeuerte Kraftwerke.

BASF und RWE haben sich seit Anfang 2004 auch an dem von der Europäischen Union (EU) geförderten Forschungsprojekt Castor beteiligt, das die Entfernung und Speicherung von CO2 aus Verbrennungsabgasen gezielt untersucht hat und Anfang 2008 ausgelaufen ist. Insgesamt waren 30 Partner aus elf Ländern in das Castor-Projekt involviert, dazu gehörten auch die in Deutschland tätigen Unternehmen Vattenfall, Alstom und Siemens sowie zahlreiche Hochschulen.

Ein gewaltiger Unterschied

Die CO2-Wäsche wird in der chemischen Industrie, der Mineralölindustrie und der Gaswirtschaft schon lange erfolgreich eingesetzt, allerdings mit teilweise deutlich veränderten Prozessbedingungen als sie für die Anwendung im Kraftwerksbereich relevant sind. „Bei den bisherigen Anlagen haben wir es mit Gasen zu tun, die typischerweise unter 20 bis 80 bar Druck stehen. Beim Kraftwerk dagegen handelt es sich um einen drucklosen Prozess, das ist ein gewaltiger Unterschied“, so Sieder. Deshalb ist es so wichtig, ein geeignetes Lösemittel zu finden, das auch bei geringen Partialdrücken funktioniert. Die BASF ist im Übrigen dabei für das gesamte Verfahren verantwortlich.

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