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Instandhaltung im Kühlturm Immer schön cool bleiben: So bewahrt der Kühlturm einen kühlen Kopf

| Autor / Redakteur: Volker Wöhrmann* / Dominik Stephan

Technische Gase, Chemiewerke oder Energie: Viele Prozesse sind auf eine zuverlässige Kühlwasserversorgung angewiesen. Doch auch Mikroorganismen fühlen sich im feuchtwarmen Kühlturm wohl. Wenn Biofilmwachstum oder Kalkablagerungen die Kühlleistung beeinträchtigen, ist es höchste Zeit zu handeln.

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Vorher und nachher: Diese Bilder aus dem Tropfenabscheider oder Demister der Prozessluftkühlanlage zeigen den Erfolg der Reinigungsarbeiten deutlich.
Vorher und nachher: Diese Bilder aus dem Tropfenabscheider oder Demister der Prozessluftkühlanlage zeigen den Erfolg der Reinigungsarbeiten deutlich.
(Bild: Korinexan)

Linde, einer der größten Hersteller technischer Gase, betreibt in Duisburg drei Luftzerlegungsanlagen (LZA), um die Großkunden in der regionalen Chemie- und Elektronikindustrie zu beliefern. Auch Nahrungsmittelhersteller, welche Flüssigstickstoff in Lebensmittelqualität in Produktion und Verpackung einsetzen, Abnehmer von medizinisch reinem Sauerstoff sowie mittelständische Unternehmen aus verschiedensten Branchen gehören zu den Kunden der Gasspezialisten.

Wichtiger Bestandteil dieser Anlagen ist die Versorgung mit Kühlwasser. Dieses wird in erster Linie benötigt, um die komprimierte und dabei erwärmte Luft vor der eigentlichen Zerlegung wieder herunter zu kühlen.

Das geschieht in so genannten Prozessluftkühlern in direktem Kontakt mit dem Luftstrom. Weiterhin wird in Verduns­tungskühlern Prozess-Kühlwasser mittels Stickstoff gekühlt und verdunstet dabei teilweise.

Die Herausforderung Luftzerlegung

Jede Luftzerlegungsanlage verfügt über so einen Prozessluft- und Verdunstungskühler. Diese besitzen eine Bauhöhe von etwa 25 Metern und einen Durchmesser von etwa fünf Metern. Als Füllkörper sind so genannte Raschigringe als ungeordnete Packung eingebaut.

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Das sind voluminöse, leichte Kunststoffkörper, deren Aufgabe darin besteht, die effektive Oberfläche für den Wärmeübergang zwischen Luft und Wasser bzw. Wasser und Stickstoff um ein Vielfaches zu vergrößern. Eine verblockungsfreie Oberfläche der Ringe ist daher wichtig für einen ausreichenden Wirkungsgrad.

Nicht nur sauber …

Vor dem Hintergrund der Lieferung technischer Gase in Lebensmittel- bzw. medizinischer Qualität ist ein einwandfreier hygienischer Zustand unabdingbar. Obwohl nach Reinigung und vollständiger Trocknung der Prozessluft in den nachgeschalteten Molsieben ein mikrobielles Leben nicht mehr möglich sein sollte, legt der Betreiber Wert auf die Elimination aller denkbaren Eintragspfade.

Daher ist beim Kühlwasser ein mikrobiologisch einwandfreier Zustand geboten. Insbesondere die 2015 in Kraft getretene Technische Regel VDI 2047-2 „Hygienegerechter Betrieb von Rückkühlwerken“ gilt es dabei zu beachten.

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