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Preisverleihung Hohes Niveau beim ersten Innovation Award

Redakteur: Doris Neukirchen

Aus mehr als 50 Bewerbungen galt es für PROCESS und seine Schwesterzeitschrift „Schüttgut“ die besten Produktneuheiten der Branche herauszufiltern. Auf der diesjährigen Powtech/TechnoPharm in Nürnberg wurden endlich die mit viel Spannung erwarteten Innovation Awards verliehen.

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Reichlich Freude bei soviel Erfolg: Die Preisträger und -verleiher des Innovation Awards 2007.
Reichlich Freude bei soviel Erfolg: Die Preisträger und -verleiher des Innovation Awards 2007.
( Archiv: Vogel Business Media )

Für insgesamt vier Kategorien war ein Preis ausgeschrieben, und zwar für die Bereiche „Grundverfahren“, „Apparatebau und Verfahrenskomponenten“, „Materialanalyse und -charakterisierung“ sowie „Pharmatechnik“. Entscheidend für eine Prämierung waren der Innovationsgrad und die Wirtschaftlichkeit für die Anwender. Außerdem durfte die Entwicklung nicht älter als ein Jahr sein, und das Produkt sollte auf Messen ausgestellt und ab sofort auch kurzfristig lieferbar sein. Hohe Anforderungen also. In der Kategorie „Grundverfahren“ vergab die Jury aufgrund dieser Vorgaben keine Auszeichnung. Dafür wurde zusätzlich noch je ein Sonderpreis in den Kategorien „Apparatebau und Verfahrenskomponenten“ sowie „Pharmatechnik“ vergeben, da vor allem in diesen Bereichen zahlreiche, sehr innovative Einreichungen vorlagen. Entsprechend schwer gestaltete sich die Auswahl.

Kategorie Apparatebau und Verfahrenskomponenten

In der Kategorie „Apparatebau und Verfahrenskomponenten“ setzte sich schließlich das oberschwäbische Unternehmen Coperion Waeschle durch. Die Spezialisten für Schüttgutanlagen überzeugten mit ihrer neuen Weiche WYK für CIP (Cleaning in place)-Reinigung. Diese spezielle Volledelstahlweiche ermöglicht eine absolute Hygiene, ohne zusätzliche Demontage und manuelle Reinigung. Erreicht wird das durch die kompakte Bauform mit extra Rohrdurchgängen ohne Querschnittsveränderung. Während des vollautomatischen CIP-Reinigungsprozesses wird das konische Drehteil mit einem zweiten Pneumatikzylinder automatisch aus dem Gehäuse nach hinten herausgezogen. Durch die konische Bauform ergibt sich ein größerer Spalt, so dass das Reinigungsmedium alle Oberflächen erreicht. Durch eine Spülöffnung im Antriebsdeckel wird eine starke Strömung ermöglicht und die Flüssigkeit abgeführt. Die neue Schüttgutweiche ist nach den Gestaltungsrichtlinien der EHEDG konstruiert und mit oberflächenbündigen Spezialdichtungen ausgerüstet.

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Kleindosierer mit Extra-Lob

Einen Sonderpreis in der Kategorie Apparatebau und Verfahrenskomponenten erhielten die Entwicklungsingenieure von Schenck Process für ihren Feststoffdosierer PureFeed DP. Dieses innovative Produkt ermöglicht die kontinuierliche, gravimetrische Kleinstmengendosierung von Pulvern mit manueller Nachfüllung. So ist eine punktgenaue Abgabe kleiner Mengen von 20 bis 2000 Gramm pro Stunde möglich. Ermöglicht wird diese Spannbreite durch eine drehzahlgeregelte, keramische Räumscheibe, die am Boden eines zylindrischen Behälters rotiert und als Austragorgan wirkt. Sie trennt außerdem den Materialvorrat von der Austrittöffnung, verhindert so ein unkontrolliertes Ausfließen und beugt einer Verdichtung des bereits eingezogenen Schüttgutes vor. Typische Einsatzgebiete des PureFeed sind in der Pharma-, Kosmetik- und Lebensmittelindustrie die Beschickung von Mühlen, Mischern, Extrudern und Reaktoren sowie Versuchs- und Laboran-lagen.

Kategorie Materialanalyse und -charakterisierung

Der Innovation Award für Materialanalyse und -charakterisierung ging an Malvern Instruments für das NIR-Spektrometer SyNIRgi. Dieses Gerät stellt eine neue Generation von Infrarotspektroskopie-Systemen für die Laboranalytik dar – ob für Pharmazeutika oder Nahrungsmittel, chemische oder andere Produkte. Die spektrale Information wird in den Bereichen zwischen 1200 und 2450 nm in der Standardversion und von 950 bis 1720 nm in der Kurzwellenausführung SyNIRgi-5 dargestellt. Das robuste Design macht es zudem kaum anfällig für die tägliche Routineanalytik. Außerdem lässt sich das Spektrometer einfach bedienen und bietet eine hohe Präzision. Eine Echtzeit-Online-Überwachung in jeder Phase des Prozesses ist ebenso möglich wie das Messen des Partikelmaterials sowohl in nassen als auch in trockenen Produktionsvorgängen.

Kategorie Pharmatechnik

Als innovativstes Produkt aus dem Bereich der Pharmatechnik wurde die Feinprallmühle Leviplex von Hoskawa Alpine ausgezeichnet. Die Augsburger entwickelten damit eine ganz neue Mühle, deren Mahlwerkzeuge magnetgelagert sind. Ihren Einsatz findet sie vor allem bei der sterilen Verarbeitung wertvoller, hochreiner Pulver. Die hermetische Trennung von Produkt- und Technikraum verhindert bereits jegliche Kontamination des Produktes. Die Magnetlagerung benötigt zudem keine Schmiermittel und macht Verschleißteile wie Kugellager und Wellendichtringe überflüssig. Auch Drehzahlen bis zu 28 000 min-1, was einer Umfangsgeschwindigkeit von 150 m/s bei extrem guter Laufruhe entspricht, sind problemlos möglich. Parameter wie Laufruhe, Drehzahl, Drehmoment und Temperatur werden zudem kontinuierlich überwacht Auch die Reinigung oder Sterilisierung der Feinprallmühle erfolgt schnell und einfach: Das Gehäuse wird weggeschwenkt und das Mahlwerkzeug komplett aus der Maschine gezogen. Die Welle aus Edelstahl 316L ist integraler Bestandteil des Mahlwerkzeuges. Danach liegen alle Bauteile gut und leicht zugänglich vor.

Mobil, exakt und schnell

Auch in der Kategorie Pharmatechnik vergab die Jury einen Sonderpreis. Dieser ging an das Unternehmen GE Sensing für das tragbare Messinstrument Kaye Validator ITMS. Mit diesem Gerät ist ein exakter und vor allem schneller Nachweis pharmazeutischer Verbindungen in Spurenkonzentrationen möglich. Durch die Anwendung des Ionen-Mobilitäts-Spektrometrie-Verfahrens kann das Messgerät einen Wischtest innerhalb von Sekunden auf Rückstände niedermolekularer APIs oder Reinigungsmittel überprüfen. Durch die Kombination aus ITMS-Technologie mit einem ausgeklügelten Membranfiltersystem zur Blockierung von Verunreinigungen ist eine kontinuierliche und sehr präzise Geräteleistung möglich. Die Proben werden dazu mit einem speziellen Streifen von einer Oberfläche genommen und in den Kaye Validator eingeführt. Bereits nach zehn Sekunden stehen die Ergebnisse zur Verfügung. Der integrierte Computer zeichnet automatisch alle relevanten Daten jeder einzelnen Probe auf.

Die Verleihung des Innovation Awards bestätigte einmal mehr das hohe Entwicklungspotenzial der Ausrüsterbranche. Nicht nur die Teilnehmerzahl, sondern vor allem auch die Qualität der Bewerbungen sorgen bereits heute für viel Euphorie und Neugierde auf den Innovation Award 2008.

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