Mechanische Verfahrenstechnik Hausmesse bei Hosokawa Alpine bietet umfangreiches Ausstellungsprogramm

Redakteur: Dr. Jörg Kempf

Hosokawa Alpine nahm die Einweihung ihrer neu errichteten Montagehalle zum Anlass, die dreitägige Hausmesse Alpine-Expo08 zu organisieren. PROCESS war dabei.

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Neben Ausstellung und Vortragsprogramm blieb ausreichend Zeit für den intensiven Gedankenaustausch.
Neben Ausstellung und Vortragsprogramm blieb ausreichend Zeit für den intensiven Gedankenaustausch.
( Bild: Hosokawa Alpine )

Über 800 Kunden fanden vom 22. bis 24. April den Weg in die Peter-Dörfler-Straße in Augsburg. Die Gäste reisten aus ganz Europa an, einige kamen aus aller Welt, beispielsweise aus Ägypten, China, Indien, Indonesien, Jordanien, Kolumbien, Korea, Sri Lanka, Saudi Arabien und Vietnam. Das zentrale Interesse der Besucher galt dem angekündigten Vortragsprogramm. Geboten wurden insgesamt über 30 Vorträge. Hierfür konnte Hosokawa Alpine hochkarätige Know-how-Träger aus Industrie und Forschung als Gastredner gewinnen. Referenten aus namhaften Unternehmen wie AstraZeneca, Borealis, Clariant, D&B Pharma, DrySoTec, ExxonMobil, Pörner Group und Organon sowie von renommierten Instituten und Universitäten sorgten gemeinsam mit den Alpine-Mitarbeitern dafür, dass sich die Hausmesse sowohl im Bereich „Folie“ als auch in Bereich „Pulver“ als neues Forum und Wissensbörse für Insider positionieren konnte, so das Resümee aus Augsburg.

Am ersten Tag präsentierte sich der Geschäftsbereich Folienblasanlagen rund 200 angereisten Kunden und zeigte die gesamte Bandbreite von Maschinen und Systemen der Folienblastechnologie. Die beiden folgenden Tage waren dem Bereich Mechanische Verfahrenstechnik gewidmet: Am 23. April besuchten über 300 Kunden der beiden Sparten Pharma & Food und Chemie die Veranstaltung. Am 24. April lag der Schwerpunkt dann auf der Sparte Minerals & Metals. Auch an diesem Tag erreichte die Besucherzahl die 300.

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Rund 50 Exponate plus Sonderausstellung

Das Spektrum der Alpine-Expo08 umfasste rund 50 Exponate aus den Bereichen Zerkleinerung, Trocknen, Agglomerieren, Kompaktieren, Mischen und Sieben, die zum größten Teil aus laufenden Kundenaufträgen der Hosokawa Alpine, aber auch von verbundenen Unternehmen stammten: Allgaier Werke, Hosokawa Bepex, Hosokawa Micron und Hosokawa Micron Powders. Eine Sonderausstellung widmete sich den Anlagen zur Herstellung von Nano-Materialien und Partikel-Design.

Die Sparte Chemie zeigte Maschinen und Anlagen zur Aufbereitung von chemischen Grundstoffen, Feinchemikalien und Spezialchemikalien sowie Tonern, Farben, Pigmenten, Kosmetika, Wachsen, Harzen und Klebstoffen, während die Sparte Pharma Mahl-, Sicht- und Mischanlagen zur Herstellung von pulverförmigen Produkten für Tabletten, Kapseln, Granulate, Infusions- oder Injektionslösungen präsentierte.

So z.B. eine vollintegrierte Containment-Lösung in Moduldesign, bestehend aus eine Mahl-, einem Filter- sowie einem Reinigungsisolator: Dieses System kann flexibel an verschiedene Aufgabenstellungen angepasst werden. Im Mahlisolator kann wahlweise eine Fließbett-Gegenstrahl 100 AFG, eine Spiralstrahlmühle 100 AS, eine Universal-Feinprallmühle 100 UPZ oder eine Konusmühle betrieben werden. Mahl- und Filterisolator sind im Betrieb der Anlage miteinander verbunden. Über Transfersysteme werden kontaminierte Bauteile in den Reinigungsisolator gebracht, ohne dass Produkt nach außen gelangen kann. Bei dem ausgestellten System handelte es sich um eine Produktionsanlage für Batchgrößen von 5 bis 50 Litern. Das Anlagenkonzept gewährleistet einen Opreator Exposure Level (OEL) kleiner 100 ng/m3.

Trend zu größeren Aufbereitungsanlagen

Ein Highlight der Sparte Minerals & Metals war ein fast acht Meter hoher Windsichter, der in der Lage ist, zusammen mit einer Kugelmühle neun Tonnen Pulver pro Stunde mit einer Feinheit von 10 µm herzustellen. Hier zeigt sich der Trend zu größeren Aufbereitungsanlagen. Diesem folgend sind die Mühlen im Laufe der vergangenen Jahre beträchtlich gewachsen.

„Während vor zehn Jahren unsere größe Mühle noch einen Durchmesser von 2,7 m hatte, liefern wir inzwischen auch Mühlen bis 4 m Durchmesser und Antriebsleistungen bis 1300 kW“, erklärt Dr.-Ing. Bodo Furchner, General Manager Technical Division bei Hosokawa Alpine. Den Windsichtern blieb nichts anderes übrig als mit den Kugelmühlen zu wachsen. „Unsere besondere Stärke sind die großen Turboplex Mehrrad-Windsichter für hohe Feinheiten und große Durchsatzleistungen“, so Furchner. Insbesondere mit den neuen New Generation Sichträdern (ATP-NG) sei in Bezug auf Druckverlust und erreichbare Feinheit ein deutlicher Fortschritt erzielt worden. Der Turboplex 500/4 ARP-NG wird von Hosokawa Alpine inzwischen für Feinheiten von d97=3 µm angeboten.

Neben der Ausstellung und dem Vortragsprogramm blieb für die Besucher ausreichend Zeit für den intensiven Gedankenaustausch mit Alpine-Verfahrenstechnikern und -Ingenieuren wie auch mit Referenten, Kollegen und anderen Besuchern. Fazit der Veranstalter: Die Erwartungen der Gäste seien in hohem Maße erfüllt worden und eine Wiederholung der Veranstaltung in Intervallen von zwei bis drei Jahren erwünscht.

Hintergrund: Zahlen und Fakten zum Neubau

Am 21. April dieses Jahres wurde nach knapp einjähriger Bauzeit die neue Montagehalle der Hosokawa Alpine mit einer offiziellen Feierstunde eingeweiht. Der Präsident der Unternehmensgruppe, Masuo Hosokawa, hielt die Ansprache vor geladenen Gästen und den Mitarbeitern des Unternehmens. Im Laufe der Feier überreichte Augsburgs scheidender Oberbürgermeister, Dr. Paul Wengert, die Baugenehmigung für den zweiten Bauabschnitt.

Im ersten Bauabschnitt, der jetzt fertig gestellt wurde, umfasst die Investition eine Bausumme von zwölf Millionen Euro. Die Grundfläche des Neubaus beträgt 7100 m2. Die Montagehalle spiegelt die Organisation der Firma wieder: In sechs Bändern mit je 15 m Breite und 65 m Länge werden die Maschinen und Systeme für die Applikationssparten Folienblasanlagen, Chemie + Pharma sowie Minerals + Metals in separaten Bereichen montiert. Hinzu kommen noch Büroflächen und der Versand.

Der zweite Bauabschnitt mit einer Grundfläche von etwa 4000 m2 und einer geplanten Bausumme von sieben Millionen Euro hat im Mai begonnen. In diese neue Halle werden das Zentrallager, die Qualitätssicherung und die mechanische Bearbeitung einziehen.

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