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Wasserstoff-Tankstelle H2 Alaaf: In Köln können Brennstoffzellen-Busse Wasserstoff tanken

| Redakteur: Dominik Stephan

Der Kölner Regionalverkehr will sich mit Wasserstoff zukunftsfit machen: Als Voraussetzung dafür hat der Verkehrsverbund RVK zusammen mit den Gasespezialisten Linde eine Wasserstofftankstelle an den Start gebracht - und setzt dabei auf eine neue Hochdruck-Speichertechnologie.

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Wasserstoff alaaf! Köln macht mit "grünem" Gas Stadtbusse mobil. Von links nach rechts: Stephan Santelmann (Landrat Rheinisch-Bergischer Kreis), Günter Rosenke (Landrat Kreis Euskirchen als Aufsichtsratsvorsitzender der RVK)
Wasserstoff alaaf! Köln macht mit "grünem" Gas Stadtbusse mobil. Von links nach rechts: Stephan Santelmann (Landrat Rheinisch-Bergischer Kreis), Günter Rosenke (Landrat Kreis Euskirchen als Aufsichtsratsvorsitzender der RVK)
(Bild: aschoffotografie)

In Industrie und Verkehr erlebt Wasserstoff ein Comeback: Besonders im Schwerlastverkehr sowie für Busse Bahnen ist der "Wunderstoff" heiß begehrt. Wenn in Zukunft Güter und Fahrgäste dank klimaneutralem Gas aus Elektrolyse-Strom auf Reise gehen sollen, braucht es geeignete Fahrzeuge. Es braucht aber auch eine "Tankstellen"-Infrastruktur zum Speichern und Beladen des Wasserstoffgases.

In einer im September veröffentlichten Studie geht KPMG davon aus, dass, sollten sich mit Brennstoffzellen-Lastwagen gegenüber Batterie-Elektrischen durchsetzen, müsste man mit etwa 2,2 Milliarden Euro zur Einrichtung der nötigen Infrastruktur kalkulieren - darunter 70 separate Wasserstoff-Tankstellen.

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„CO2-freier Wasserstoff wird einen entscheidenden Beitrag zur klimaneutralen Energieversorgung leisten“, erklärt dementsprechend Jens Waldeck, bei Linde zuständig für Westeuropa. „Der öffentliche Personennahverkehr spielt dabei eine wichtige Vorreiterrolle." Der Gasespezialist gehört seit Jahren zu den Antreibern beim Thema Wasserstoff-Infrastruktur - kein Wunder, gehört das Unternehmen doch zu den führenden Anbietern des leichten Gases und verfügt über die weltweit größte Wasserstoff-Verflüssigungskapazität. Das Unternehmen betreibt außerdem die erste hochreine Wasserstoff-Speicherkaverne in Verbindung mit einem entsprechenden Pipelinenetz zur Versorgung seiner Kunden.

Neu Speichertechnologie für die Wasserstoff-Tankstelle

Tatsächlich findet sich Linde-Technologie in über 190 Tankstellen-Projekten und 80 Wasserstoff-Elektrolyseanlagen in 15 Ländern - eine davon, seit Sommer diesen Jahres, in Wermelskirchen bei Köln. Hier will der lokale Nahverkehrsbetrieb RVK Busse mit Brennstoffzelle im Flottenbetreib der Millionenstadt erproben, wofür die H2-Tankstelle mit einer Kapazität von bis zu 20 Komplettbetankungen pro Tag wichtige Voraussetzungen schafft.

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"Ebenso wie die erste Wasserstofftankstelle für Züge, die Linde aktuell in Niedersachsen installiert, ist diese moderne Bustankstelle ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg“, ist sich dementsprechend auch Jens Waldeck sicher.

Wie an vielen Standorten wird der von Linde gelieferte Wasserstoff in zwei Niederdruck-Tanks gespeichert, die insgesamt rund 900 Kilogramm fassen. Dazu kommt erstmals eine neue, von Linde entwickelte Hochdruckspeichertechnologie zur Anwendung: Ein so genannter Konstantdruckspeicher sorgt dafür, dass der Betankungsdruck auch bei abnehmender Vorratsmenge stets gleich hoch bleibt.

Dies stellt insbesondere bei größeren Fahrzeugen wie Bussen, die dadurch in rascher Folge betankt werden können, einen erheblichen Vorteil dar, erklären die Gase-Experten. Das schnelle Betanken und die große Reichweite machen einen E-Antrieb in Kombination mit einer Brennstoffzelle besonders für große und schwere Fahrzeuge wie Busse oder LKW attraktiv, glauben Experten.

Brennstoffzellen als emissionsneutrale Batterie-Alternative

Bei der Verdichtung des Wasserstoffs auf einen Speicherdruck von etwa 500 bar kommt die von Linde Hydrogen Fueltech entwickelte Ionic Compressor-Technologie zum Einsatz - diese hat sich bereits bei Pkw-Tankstellen bewährt und stellte daher eine logische Wahl da, erklären die am Projekt Beteiligten.

In neuen der RVK-Wasserstofftankstelle sorgen insgesamt vier ionische Verdichter für den Druckaufbau in den Konstantdruckspeichern. Die Verdichter können wahlweise mit verschiedenen Lastprofilen betrieben werden und gewährleisten somit eine besonders hohe Ausfallsicherheit der Tankstelle.

Eugen Puderbach, Geschäftsführer der RVK, sprach den Gesellschaftern, Fördergebern und Partnern seinen Dank aus: „Ich kann all meine Mitstreiter als Pioniere bezeichnen, die den Wert dieses alternativen Antriebs für einen wirkungsvollen Klimaschutz früh erkannt haben und den Mut hatten, das Projekt gemeinsam mit zu gestalten.“ Das Projekt wird unter dem Titel BIC H2 (Buses, Infrastructure, Cologne Region) vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gefördert.

Linde gibt derweil auch an anderer Stelle beim Thema H2 Gas: Mit seinem neu gegründeten Joint Venture ITM Linde Electrolysis zusammen mit ITM Power (ein britischer Wasserstoff-Spezialist, an dem die Gase-Experten beteiligt sind), gehört der Konzern zu den Vorreitern bei der PEM-Membranelektrolyse.

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