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Infrastruktur in der Wasserwirtschaft Georeferenzierte Bestandspläne für die Wasserwirtschaft

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Bittermann / Dr. Jörg Kempf

Stromnetze, Gaspipelines, Fernwärme-, Wasser- und Abwasserleitungen sind buchstäblich die Lebensadern einer modernen Gesellschaft – und zugleich das wichtigste Kapital der Netzbetreiber. Eine nachhaltige und effiziente Wasserwirtschaft braucht eine möglichst vollständige digitale Erfassung der Ver- und Entsorgungs-Infrastruktur.

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Leica Mobile Matrix ist eine Software-Lösung für interaktives Bearbeiten, Visualisieren und Aktualisieren von Vermessungs- und Objektdaten direkt im Feld.
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(Bild: Leica Geosystems)

Intergraph hat nachgezählt – und kommt zu beeindruckenden Zahlen: Demnach werden die öffentlichen Wasserversorgungsnetze in Deutschland auf eine Gesamtlänge von 370 000 km beziffert, die Misch-, Schmutz- und Regenwasserkanäle der Abwasserentsorgung belaufen sich auf insgesamt etwa 515 000 km. Hinzu kommen Tausende von Anlagen und Bauten als funktionale Bestandteile für eine zuverlässige Wasserwirtschaft.

Diese Zahlen führen vor Augen: Dokumentation, Überwachung, Wartung und Störfallmanagement, Ausbau und auch Rückbau der Netze sind nur durch Einsatz leistungsfähiger Netzinformations- und Netzmanagementsysteme zu bewältigen.

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Georeferenzierte Daten bilden die Basis für eine Vielzahl von Prozessen in der Wasserwirtschaft, jedoch ist die Georeferenzierung nur ein Merkmal von vielen anderen. Der Datenaustausch über Fach-, System- und Institutionsgrenzen hinweg trägt erheblich zur effizienten Nutzung und automatisierten Weiterverarbeitung bei. Doch es sind immer objektbezogene Informationen, wie z.B. Bauart, Materialien, Dimensionierungen und Bemessungsgrößen für einen Deich, ein Hochwasserrückhaltebecken, eine Verrohrung, ein Überschwemmungsgebiet, die letztendlich über den Nutzwert von Daten entscheiden.

In den Niederlanden gibt es zurzeit 24 „Waterschappen“ (Wasserverbände), die die Aufgabe haben, den Wasserhaushalt in einer bestimmten Region zu regeln. Da die Niederlande zu einen Drittel unter dem Meeresspiegel liegen, kommt dem so genannten Wasserverbund eine wichtige Rolle zu: Er wird nicht durch Gemeinde- oder Provinzgrenzen bestimmt, sondern durch Strömungs- oder Entwässerungsgebiete.

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