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Zuwachs bei Umsatz und Ebitda

Gegen den Trend: Wacker verzeichnet Plus

| Redakteur: Alexander Stark

Gegen den allgemeinen Trend in der Chemiebranche konnte Wacker im dritten Quartal 2019 seinen Umsatz und aufgrund eines Sonderertrags auch sein Ebitda gegenüber dem Vorjahr steigern. Im Berichtsquartal erwirtschaftete der Münchner Chemiekonzern Umsatzerlöse in Höhe von 1267,9 Millionen Euro. Das ist ein Plus von zwei Prozent.

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„Trotz der zunehmend schwierigeren Rahmenbedingungen hat Wacker im abgelaufenen Quartal seinen Umsatz im Jahresvergleich weiter ausgebaut und auch den Wert des Vorquartals wieder erreicht“, sagte Konzernchef Rudolf Staudigl.
„Trotz der zunehmend schwierigeren Rahmenbedingungen hat Wacker im abgelaufenen Quartal seinen Umsatz im Jahresvergleich weiter ausgebaut und auch den Wert des Vorquartals wieder erreicht“, sagte Konzernchef Rudolf Staudigl.
(Bild: Regina Recht/ Wacker)

München – Während die schwächelnde Konjunktur und Unsicherheiten auf dem Weltmarkt anderen Chemie-Riesen den Umsatz verhageln, konnte der bayerische Chemiekonzern Wacker positive Zahlen für das dritte Quartal melden. Ausschlaggebend für den Umsatzzuwachs von zwei Prozent waren positive Mengen- und Produktmixeffekte sowie Wechselkursveränderungen durch den im Jahresvergleich stärkeren Dollar. Niedrigere Preise vor allem für Solarsilicium, aber auch für Standardsilicone und einige weitere Chemieprodukte konnte das Unternehmen dadurch mehr als ausgleichen. Gegenüber dem Vorquartal (1268,5 Millionen Euro) ist der Umsatz gleichgeblieben.

Trotz der zunehmend schwierigeren Rahmenbedingungen habe Wacker im abgelaufenen Quartal seinen Umsatz im Jahresvergleich weiter ausgebaut und auch den Wert des Vorquartals wieder erreicht, so Konzernchef Rudolf Staudigl am Donnerstag in München. Angesichts der weltweit immer schwächer werdenden Konjunktur sei das eine durchaus respektable Leistung. Nicht zufrieden ist er jedoch mit der Ertragsentwicklung. Zwar konnten wir auf Grund eines Sonderertrags unser Ergebnis im dritten Quartal kräftig steigern. Operativ allerdings ist das Ebitda sowohl gegenüber dem Vorjahr als auch im Vergleich zum Vorquartal erheblich zurückgegangen. Um Ertragslage und Wettbewerbsfähigkeit wetterfest zu machen, erarbeitet das Unternehmen jetzt ein umfassendes Programm. Dies soll das Unternehmen auch für zukünftige Herausforderungen effizienter und leistungsfähiger aufstellen und Kosten in signifikantem Umfang einsparen. Dazu wird n den nächsten Wochen die gesamte Organisation auf den Prüfstand gestellt. Wacker wolle herausfinden, wo das Unternehmen schlanker werden, Funktionen zusammenführen, Aufgaben reduzieren und Prozesse noch besser gestalten werden können, so Staudigl.

Wacker hat im dritten Quartal 2019 ein Ebitda von 272,9 Millionen Euro erzielt. Das sind 13 % mehr als im Vorjahr (241,7 Millionen Euro) und 30 % mehr als im Vorquartal (210,7 Millionen Euro). Maßgeblich für diesen kräftigen Anstieg ist ein Sonderertrag. Wacker hat im September in den Herstellungskosten Versicherungsleistungen in Höhe von 112,5 Millionen Euro aus dem Schadensfall verbucht, der sich 2017 am Standort Charleston in den USA ereignet hatte. Bereinigt um diesen Betrag beträgt das Ebitda 160,4 Millionen Euro und wäre gegenüber Vorjahr um 34 % sowie im Vergleich zum Vorquartal um 24 % zurückgegangen.

Vor allem die erheblich geringeren Durchschnittspreise für Solarsilicium, niedrigere Preise für Standardsilicone und Effekte aus Bestandsbewertungen haben die Ergebnisentwicklung im Berichtsquartal belastet. Daneben hat ein Anlagenausfall bei einem Rohstofflieferanten zu zeitweisen Einschränkungen bei der Herstellung von Polymerprodukten am Standort Burghausen geführt. Im Quartalsvergleich ist darüber hinaus zu berücksichtigen, dass das Unternehmen im zweiten Quartal erhaltene Anzahlungen in Höhe von 19,0 Millionen Euro aus Vertrags- und Lieferbeziehungen mit einem Solarkunden einbehalten hatte. Für die drei Monate Juli bis September 2019 ergibt sich im Konzern einschließlich der Versicherungsleistungen eine Ebitda-Marge von 21,5 % (Q3 2018: 19,4  %). Ohne Versicherungsleistungen beläuft sich die Ebitda-Marge auf 12,7 %. Im Vorquartal hatte sie 16,6 % betragen. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres summiert sich das Konzern-Ebitda einschließlich der Versicherungsleistungen auf 625,6 Millionen Euro. Ohne Versicherungsleistungen beläuft sich das Ebitda im Neun-Monats-Zeitraum auf 513,1 Millionen Euro.

Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ist auf Grund der oben genannten Faktoren kräftig gewachsen. Es summiert sich von Juli bis September 2019 auf 137,1 Millionen Euro (Q3 2018: 106,5 Millionen Euro ). Das sind 29 % mehr als vor einem Jahr und entspricht einer Ebit-Marge von 10,8 % (Q3 2018: 8,6 %). Gegenüber dem zweiten Quartal 2019 (70,7 Millionen Euro) ist das Ebit um 94 % gestiegen. Das Periodenergebnis des Berichtsquartals summiert sich auf 86,3 Millionen Euro (Q3 2018: 68,9 Millionen Euro) und das Ergebnis je Aktie beläuft sich auf 1,67 Euro (Q3 2018: 1,31 Euro).

Wie bereits gemeldet, hat der Chemiekonzern seine Prognose für das Gesamtjahr 2019 gesenkt. Wacker erwartet den Konzernumsatz 2019 jetzt auf dem Niveau des Vorjahres (4978,8 Millionen Euro). Das Ebitda wird – ohne Berücksichtigung der Versicherungsleistungen – voraussichtlich um etwa 30 % unter dem Vorjahreswert (930,0 Millionen Euro) liegen und das Jahresergebnis soll leicht positiv sein.

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