Energieeffizienz Für mehr Energieeffizienz rüstet Xentrys auf Thermalölerhitzer um

Redakteur: M.A. Manja Wühr

Die Chemieindustrie ist äußerst energieintensiv. Der Polyamid-Hersteller Xentrys in Leuna hat für die Temperierung seiner Reaktoren auf befeuerte Thermalölerhitzer umgerüstet, um so den Energieverbrauch zu senken.

Firma zum Thema

Marcus Weber (links), Produktionsingenieur bei Xentrys, und HTT-Vertriebsleiter Thomas Stieber im Herzen der Polyamid-6-Produktion in Leuna.
Marcus Weber (links), Produktionsingenieur bei Xentrys, und HTT-Vertriebsleiter Thomas Stieber im Herzen der Polyamid-6-Produktion in Leuna.
(Bild: HTT)

Leuna – 140 bis 150 Tagestonnen Polyamid 6 produziert Xentrys mit vier Reaktoren, die rund um die Uhr auf einer Prozesstemperatur von 250 bis 270 °C gehalten werden müssen. Dafür sorgten bisher elektrische Erhitzer, einer für jeden Reaktor. In einem ersten Schritt ersetzte HTT diese bisherige elektrische Beheizung durch eine gasbefeuerte Anlage – bei voller Redundanz des vorhandenen elektrischen Systems.

Von September 2010 bis Mai 2011 war die erste HTT-Anlage mit einer Leistung von 1250 kW bereits in Betrieb. Ausgestattet mit einem Luftvorwärmer (LUVO) und Drehzahlreglern für das Verbrennungsluftgebläse erreichen die Herforder Temperierungs-Spezialisten damit einen Gesamtwirkungsgrad von 92 Prozent.

Entsprechend fällt die Kostenbilanz aus: Die Kosten für den Primärenergieverbrauch konnten halbiert werden. In Zahlen bedeutet das: statt bisher 700.000 Euro nur noch 350.000 Euro. Marcus Weber, Produktionsingenieur bei Xentrys: „Die Amortisationszeit des Gesamtprojektes beträgt weniger als ein Jahr – und das bei Einrechnen der Zusatzkosten für die damit verbundenen Bau- und Infrastrukturmaßnahmen wie dem allgemeinen Rohrleitungsbau.“

Im Zuge der Produktionserweiterung bei Xentrys folgt demnächst eine zweite HTT-Erhitzereinheit mit ebenfalls 1250 kW und den genannten Zusatzausstattungen. Sie übernimmt die Temperierung von zwei weiteren Reaktoren mit doppelter Leistung. Herausforderung hier: die maximale Redundanz zwischen der alten und der neuen Produktionslinie. Bei Ausfall eines Thermalölerhitzers werden die neuen Reaktoren mit dem betriebsbereiten Erhitzer betrieben, während die vorhandenen Elektroerhitzer die Altreaktoren mit Prozesswärme versorgen.

(ID:33812750)