Investition in Start-up Evonik beteiligt sich an dänischem Wasserstoffperoxid-Unternehmen

Redakteur: MA Alexander Stark

Das Spezialchemieunternehmen Evonik hat über seine Venture Capital-Einheit eine erneute Investition in HP Now mit Sitz in Kopenhagen, Dänemark, getätigt. Bereits im Jahr 2017 beteiligte sich der Konzern in der ersten Finanzierungsrunde an dem Start-up.

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HP Now entwickelt dezentrale Systeme für elektrochemische Produktion von H2O2.
HP Now entwickelt dezentrale Systeme für elektrochemische Produktion von H2O2.
(Bild: Evonik)

Essen – Das dänische Start-up HP Now hat in den letzten drei Jahren die Entwicklung und Kommerzialisierung seiner H2O2-Technologie vorangetrieben. Das junge Unternehmen hat mit HP Gen einen modularen Generator entwickelt, der Wasserstoffperoxid direkt vor Ort auf der Grundlage einer patentierten elektrochemischen Technologie herstellt. Das eingesetzte H2O2 zerfällt nach seiner Anwendung zu Wasser und Sauerstoff. Diese Technik ermöglicht es, das umweltfreundliche H2O2 auch an Orten einzusetzen, zu denen der Transport bisher unwirtschaftlich oder sogar unmöglich ist. Alles, was das System vor Ort benötigt, sind Strom, Wasser und Luft. Der Spezialchemiekonzern Evonik hat nun angekündigt, über seine Venture Capital-Einheit erneut in das Unternehmen investieren zu wollen.

Bislang zielte HP Now hauptsächlich auf den Markt für die Wasseraufbereitung für landwirtschaftliche Tröpfchenbewässerung. Tröpfchenbewässerung setzt Wasser in der Berieselung von Pflanzen sehr effizient ein und wird als Lösung bei dem Problem zunehmend unzureichender Wasserversorgung eingesetzt. Die Methode ist jedoch anfällig für Biofouling und Verstopfung. Das Unternehmen verhilft Kunden zu höheren Ernteerträgen bei gleichzeitig geringerem Wartungsbedarf des Bewässerungssystems. Nach dem erfolgreichen Markteintritt in der Landwirtschaft erschließt sich HP Now nun zusätzlich die Märkte für die Aufbereitung von Industrieabwässern mit hohem Sauerstoffbedarf, für fortschrittliche Oxidation in der kommunalen Wasseraufbereitung und den Einsatz in Kühlanlagen.

Erst vor kurzem schloss das Start-up zudem eine Partnerschaft mit BSH Electrodomesticos, die Spülmaschinen der Marken Bosch und Siemens produzieren. Die Technologie des jungen dänischen Unternehmens soll es ermöglichen, die Reinigungszeiten auf die Hälfte zu reduzieren und damit den Einsatz der Geräte komfortabler und nachhaltiger zu machen. „Diese patentierte Technologie bietet die Möglichkeit einer bedarfsgerechten und kosteneffizienten Versorgung mit Wasserstoffperoxid direkt beim Kunden“, sagt Michael Träxler, Leiter des Geschäftsgebiets Active Oxygens bei Evonik. „Diese Beteiligung unterstützt unsere Strategie, unseren Kunden maßgeschneiderte Systemlösungen anzubieten.“

Evonik ist einer der weltweit größten Produzenten von H2O2. Erst im März hatte es den US-amerikanischen Hersteller Peroxy Chem für 640 Millionen Euro übernommen. Über die Höhe der Beteiligung an HP Now haben die Unternehmen Stillschweigen vereinbart.

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