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TÜV Süd

Energiemanagementsystem erfolgreich eingeführt

| Autor / Redakteur: Juliane Bränzel / Matthias Back

Maischen, kochen, kühlen, lagern – die einzelnen Prozessschritte beim Bierbrauen benötigen erhebliche Mengen Energie.
Maischen, kochen, kühlen, lagern – die einzelnen Prozessschritte beim Bierbrauen benötigen erhebliche Mengen Energie. (Bild: Rainer Sturm/pixelio.de)

Ein Energiemanagementsystem nach ISO 50.001 ist das Werkzeug der Wahl, um die Energieeffizienz langfristig und stetig zu steigern. Damit lassen sich Erkenntnisse über Energiebedarf, Optimierungschancen und Einsparpotenziale gewinnen. TÜV Süd hat eine Brauerei bei der Implementierung eines Energiemanagementsystems begleitet.

Je nach Branche und Unternehmensgröße fließt ein Großteil der von einem Unternehmen benötigten Energie in die Produktionsprozesse. Dabei haben mittlerweile viele Unternehmer erkannt, dass sich der effiziente Einsatz von Strom, Wärme, Gas und Brennstoffen lohnt. Denn durch eine gesteigerte Energieeffizienz kann nicht nur ressourcenschonender, sondern auch kosteneffizienter produziert werden. Doch wer von theoretischen Überlegungen zur praktischen Umsetzung gelangen möchte, muss Antworten auf ganz konkrete Fragen haben: Wo genau liegen die Einsparpotenziale verborgen? Welche Alternativen und Maßnahmen sind besonders wichtig und bringen einen echten Gewinn? Wie kann der Erfolg einer Maßnahme beurteilt werden?

Wer beginnt, sich in die komplexe Thematik der Energieversorgung eines Unternehmens einzuarbeiten, wird merken, dass nur ein umfassender, systematischer Ansatz geeignet ist, diese Fragen zu beantworten und alle Potenziale aufzuzeigen.

Ein solches System stellt die ISO-Norm 50.001 dar. Mit dem Titel „Energiemanagementsysteme – Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung“ ist das Regelwerk ein geeignetes Hilfsmittel, um die Energieeffizienz in Unternehmen unterschiedlicher Branchen zu steigern. Wie die Implementierung in der Praxis abläuft, das zeigt das Beispiel einer mittelständischen deutschen Brauerei, die mit der ISO 50.001 die energetischen Aspekte der Produktion in den Fokus der Unternehmensleitung und der Belegschaft rückt.

Komplexe Thematik mit einfacher Lösung

Diese Perspektivenerweiterung lohnt, denn das Brauen ist durchweg energieintensiv. Bis das Produkt in Flaschen und Fässern im Kühlhaus lagern kann, muss der Gerstensaft erhitzt, gefiltert, gekocht und gekühlt werden. Daten der Energieagentur NRW zum Energieverbrauch in der Braubranche zeigen: Rund drei Viertel der Energie werden in Form von Wärme, der übrige Teil als elektrische Energie benötigt. Mit 43 % entfällt der Großteil des Wärmeverbrauchs auf das Sudhaus mit seinen Arbeitsschritten vom Maischen bis zum Kochen. Weitere 40 % werden für die Bierabfüllung in Flaschen und Fässer benötigt. Elektrischer Strom wird zu 40 % allein für Kühlprozesse aufgewendet. Weitere 18 % entfallen auch hier auf die Abfüllung.

Energetische Analyse dient als Grundlage

Bei der Brauerei startete der Implementierungsprozess deshalb zunächst mit einer umfassenden Bestandsaufnahme, um den energetischen Status quo des Unternehmens zu ermitteln. Die Energieexperten von TÜV Süd verglichen dann die Ergebnisse mit den Anforderungen der ISO 50.001. Viele Aspekte erfüllte die Brauerei bereits. So wurden etwa wichtige Energieverbrauchsdaten der Anlagentechnik durch geeignete Messmittel kontinuierlich erfasst. Auch erfolgte die fortwährende Anlagenoptimierung durch die technischen Mitarbeiter bereits unter energetischen Aspekten. Anderes galt es gemäß den Anforderungen der ISO 50.001 jedoch zu etablieren, um die Thematik „Energieeffizienz“ fest im Unternehmen zu verankern und um die gesamte Belegschaft zu sensibilisieren.

Das ist wichtig, weil Einsparpotenziale und Optimierungschancen nur dann umfassend identifiziert werden können, wenn alle Mitarbeiter ihren Blick schärfen und in den unterschiedlichen Unternehmensbereichen gezielt danach suchen. So können sie innovative Ideen und wertvolle Beiträge liefern, um die gesetzten Einsparziele zu erreichen. Hilfreiche Instrumente sind die Etablierung eines festen Energieteams, die Ernennung eines verantwortlichen Energiemanagementbeauftragten, die frühzeitige Information und Einbindung eines möglichst großen Mitarbeiterkreises sowie die gemeinsame Arbeit an einem entsprechenden Handbuch mit konkreten Anweisungen für den Arbeitsplatz. Auch regelmäßige „Energiespar-Spaziergänge“ mit dem Energieteam durch ausgewählte Unternehmensbereiche können eine erstaunliche Wirkung haben.

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