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Covestro Industriepark Brunsbüttel Elektrolyse-Anlage soll Wasserstoff aus Windstrom produzieren

Das Unternehmen Wind to Gas Energy hat im Covestro Industriepark Brunsbüttel mit dem Bau einer Elektrolyse-Anlage zur Herstellung von Wasserstoff begonnen. Sie soll im Rahmen eines Forschungsprojekts mit Windenenergie betrieben werden und im Sommer in Betrieb gehen. Das Dithmarscher Start up-Unternehmen investiert dafür am Standort einen Betrag im einstelligen mittleren Millionen-Bereich.

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Simon Brinkmann und Tim Brandt (v.l.) vor dem Neubau der Elektrolyse-Anlage im Covestro Industriepark Brunsbüttel.
Simon Brinkmann und Tim Brandt (v.l.) vor dem Neubau der Elektrolyse-Anlage im Covestro Industriepark Brunsbüttel.
(Bild: Covestro)

Brunsbüttel – Überschüssigen Windstrom zu nutzen statt Windkraftanlagen wegen Netzüberlastung abschalten zu müssen – für Tim Brandt, Geschäftsführer und Gesellschafter von Wind to Gas Energy, bedeutet das Chance und Herausforderung zugleich. „Es geht darum, Strom- und Gasnetze intelligent aufeinander abzustimmen.“ Das wissenschaftlich begleitete Forschungsvorhaben ist Teil der Norddeutschen Energie Wende NEW 4.0 und wird bis Ende 2020 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. Ziel ist es, markttaugliche Lösungen für eine sichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche Energieversorgung der Zukunft zu entwickeln und zu demonstrieren.

Windstrom spaltet destilliertes Wasser in Wasser- und Sauerstoff

Die Elektrolyse-Anlage mit einer Leistung von 2,4 Megawatt (MW) entsteht auf einem etwa 20 mal 30 Meter großen Baufeld auf der Nordseite des Industrieparks am Holstendamm. Zum Einsatz kommt modernste PEM-Technologie (Protone Exchange Membran), die in zwei 40-Fuß-Containern untergebracht ist. Dabei wird destilliertes Wasser durch Windstrom in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. „Die Anlage kann durch die Protonen-Austausch-Membran extrem dynamisch gefahren werden“, berichtet Geschäftsführer Brandt. „So können wir sehr schnell auf Veränderungen der Netzauslastung reagieren.“

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Den grünen Strom für die Elektrolyse bezieht das Unternehmen aus dem eigenen Windpark. Im vergangenen Jahr hat Wind to Gas Energy auf der Nordseite von Brunsbüttel fünf Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 15 Megawatt errichtet. Über eine neu gebaute, rund sechs Kilometer lange Kabeltrasse, die bis zu 27 Meter tief unter dem Nord-Ostsee-Kanal hindurch führt, fließt der Strom aus dem Windpark in die Anlage im Covestro Industriepark Brunsbüttel.

In Spitzenzeiten können in der Elektrolyse bis zu 450 Norm-Kubikmeter Wasserstoff pro Stunde produziert werden. Gerechnet wird dies bei einem Druck von 30 Bar. Die Menge entspricht etwa 40 Kilogramm. „Ein Pkw mit Elektro-Antrieb sowie eingebauter Brennstoffzelle kann damit eine Strecke von 4.000 Kilometern zurücklegen“, berichtet Geschäftsführer Brandt. An der Tankstelle zahlen Autofahrer aktuell 9,50 Euro pro Kilogramm Wasserstoff. Hiermit lassen sich etwa 100 Kilometer zurücklegen.

Der von Wind to Gas Energy am Covestro-Standort produzierte Wasserstoff wird allerdings nicht in großen Tanks gespeichert oder mit Tankwagen abtransportiert, sondern erstrangig vor Ort ins öffentliche Erdgas-Netz eingespeist. Die technischen Voraussetzungen dafür schafft die Schleswig-Holstein Netz mit dem Bau einer neuen Verdichtungs- und Einspeisestation. Mit dem grünen Strom aus dem eigenen Windpark wäre es möglich, jährlich rund zwei Millionen Norm-Kubikmeter bzw. 180.000 Kilogramm Wasserstoff herzustellen – bei prognostizierten 3.000 Volllaststunden der fünf Windkraftanlagen.

Ausweitung des Areals ist möglich

„Aus unserer Sicht ist der Standort für die Wasserstoff-Elektrolyse-Anlage ideal gewählt“, betont Simon Brinkmann, Leiter Industriepark-Marketing bei Covestro in Brunsbüttel. Das Areal biete nicht nur Möglichkeiten für eine spätere Erweiterung, sondern auch für den Bau der Verdichtungs- und Einspeisestation. Nachdem sich die bundesweit aktive Initiative H2-Mobility auf Betreiben von Wind to Gas Energy für Brunsbüttel als Standort einer neuen Wasserstoff-Tankstelle für PKW ausgesprochen hat, führt Brinkmann auch in dieser Richtung erste Gespräche.

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