Vom Versuch zur Großanlage E-Fuels aus Methanol: In Freiberg wird die Großproduktion vorbereitet

Quelle: CAC Engineering 3 min Lesedauer

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CAC Engineering und seine Partner erproben in Freiberg, wie sich Methanol zuverlässig zu synthetischem Benzin verarbeiten lässt. Die nächste Bewährungsprobe ist die Übertragung in den industriellen Maßstab.

v. l.: Prof. Martin Gräbner (Tubaf), Michael Kretschmer (Ministerpräsident), Dr. Jutta Emes (Rektorin Tubaf), Torben Norgaard (Vice President European Energy), Jörg Engelmann (Geschäftsführender Gesellschafter CAC Engineering) beim Meilenstein zu 300.000l produzierten synthetischen Benzin nach CAC Methafuel-Technologie in Freiberg. (Bild:  Antje Wappler/ CAC Engineering)
v. l.: Prof. Martin Gräbner (Tubaf), Michael Kretschmer (Ministerpräsident), Dr. Jutta Emes (Rektorin Tubaf), Torben Norgaard (Vice President European Energy), Jörg Engelmann (Geschäftsführender Gesellschafter CAC Engineering) beim Meilenstein zu 300.000l produzierten synthetischen Benzin nach CAC Methafuel-Technologie in Freiberg.
(Bild: Antje Wappler/ CAC Engineering)

In der Großversuchsanlage an der TU Bergakademie Freiberg (Tubaf) sind inzwischen 300.000 Liter synthetisches Benzin nach der CAC Methafuel-Technologie produziert worden. Der im Verbundforschungsvorhaben Decartrans erreichte Meilenstein belegt die Dauerbetriebsfähigkeit der Technologie und ist für CAC Engineering ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur industriellen Anwendung.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer informierte sich am 11. September vor Ort über den Projektfortschritt und die Perspektiven synthetischer Kraftstoffe. Mit Tubaf-Rektorin Prof. Dr. Jutta Emes, Prof. Dr. Martin Gräbner vom Institut für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen der Tubaf sowie Jörg Engelmann, Geschäftsführender Gesellschafter von CAC Engineering, sprach er über die technologische Entwicklung und den Transfer in den industriellen Maßstab.

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„Mit 300.000 produzierten Litern haben wir gezeigt, dass unsere Technologie zuverlässig im Dauerbetrieb und in Praxisanwendungen funktioniert. Der nächste Schritt ist die industrielle Skalierung. Technologisch sind wir bereit“, sagt Jörg Engelmann. „Jetzt braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, damit aus konkreten Projektideen auch Investitionsentscheidungen werden.“

Industrielle Anwendung bereits geplant

Mit German E-Fuel One ist die industrielle Anwendung der CAC Methafuel-Technologie bereits geplant. Am Standort Steyerberg soll Deutschlands erste kommerzielle E-Fuel-Anlage mit einer Kapazität von rund 75 Millionen Litern synthetischem Ottokraftstoff pro Jahr entstehen. Die Inbetriebnahme ist für 2029 vorgesehen. Im Rahmen eines Letter of Intent mit German E-Fuel One und Lother bekundete die BMW Group, eFuels ab 2029 als Erstbefüllung für neue Fahrzeuge mit Ottomotor an ausgewählten Produktionsstandorten in Deutschland einzusetzen.

Parallel entwickelt CAC auch eine Technologie für synthetischen Flugkraftstoff. Im Verbundforschungsvorhaben Ewopro arbeitet das Unternehmen gemeinsam mit TU Bergakademie Freiberg, DBI Gas- und Umwelttechnik sowie Fraunhofer IKTS an der Methanol-to-Jetfuel-Route. Mit CAC Methajetsoll erneuerbares Methanol zu synthetischem Kerosin weiterverarbeitet werden. Die jüngsten Projektergebnisse zeigen, dass die erzeugten Kraftstoffproben in den untersuchten relevanten Parametern innerhalb der für Sustainable Aviation Fuel (SAF) erforderlichen Grenzwerte liegen. Mit der Zertifzierung der Methanol-to-Jetfuel Route bei der ASTM ist außerdem der Weg für die Markteinführung geebnet.

Technologie im Dauerbetrieb erprobt

Die Großversuchsanlage für synthetisches Benzin wurde bereits 2009 von CAC Engineering an der TU Bergakademie Freiberg errichtet und die Technologie seither gemeinsam kontinuierlich weiterentwickelt. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Verkehr geförderten Verbundprojekts Decartrans wird insbesondere ihre Dauerbetriebsfähigkeit nachgewiesen. Bereits während einer früheren Decartrans-Versuchskampagne lief die Anlage neun Wochen durchgehend und störungsfrei. In der kürzlich abgeschlossenen siebten Kampagne wurde nun der 300.000ste Liter regenerativer Ottokraftstoff unter Nutzung von e-Methanol als Rohstoff produziert.

Bis Mitte 2027 sollen insgesamt 380.000 Liter erzeugt und für Kraftstoffuntersuchungen sowie umfangreiche Fahrzeugtests bereitgestellt werden. Das synthetische Benzin erfüllt als E10-Blend die Anforderungen der DIN EN 228, ist nach Reach registriert und kann fossilem Ottokraftstoff beigemischt werden, ohne dass technische Anpassungen an bestehenden Fahrzeugen erforderlich sind.

Seit November 2025 kommt in Freiberg e-Methanol zum Einsatz, das aus CO₂ und mit erneuerbarem Strom erzeugtem Wasserstoff hergestellt wird. Das aktuell verwendete RFNBO-konforme e-Methanol stammt aus der Power-to-X-Anlage von European Energy und Mitsui in Kassø/Dänemark.

„Unser e-Methanol aus Kassø wird in Freiberg mit der Technologie von CAC zu synthetischem Benzin weiterverarbeitet. Der Meilenstein von 300.000 Litern zeigt, wie die einzelnen Schritte der E-Fuel-Wertschöpfungskette in der Praxis zusammengeführt werden können“, sagt Torben Nørgaard, Vice President, Head of Partnerships and Offtake, Power-to-X bei European Energy.

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