Konzernumbau Dow will Geschäft mit Grundchemikalien ausgliedern

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Dow will seine Produktion von Grundchemikalien weiter eindämmen. Insgesamt sollen 40 Produktionsanlagen für Chlorderivate an elf Standorten auf der ganzen Welt verkauft werden. Damit wird Dow einen Jahresumsatz von fünf Milliarden US-Dollar ausgliedern. In Deutschland sind die Standote in Stade, Rheinmünster und Baltringen betroffen.

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„Wir gliedern Geschäftsbereiche aus, mit denen wir jahrzehntelang erfolgreich tätig gewesen sind. Sie sind allerdings auf Märkte ausgerichtet, die für Dow mittlerweile an Bedeutung verloren haben“, so Adrew N. Liveris, CEO und Chairman von Dow.
„Wir gliedern Geschäftsbereiche aus, mit denen wir jahrzehntelang erfolgreich tätig gewesen sind. Sie sind allerdings auf Märkte ausgerichtet, die für Dow mittlerweile an Bedeutung verloren haben“, so Adrew N. Liveris, CEO und Chairman von Dow.
(Bild: The Dow Chemical Company)

Midland/USA – Dow hat bekannt gegeben, dass es große Teile seiner Chlor-Wertschöpfungskette ausgliedern will. Die betroffenen Geschäftsfelder umfassen einen Jahresumsatz von insgesamt rund 5 Milliarden US-Dollar. Darin enthalten sind sowohl die Umsätze mit externen Kunden als auch die Erlöse aus Lieferungen an Dow-Geschäftsbereiche, die höher veredelte Produkte herstellen. Von der beabsichtigten Ausgliederung sind unternehmensweit rund 40 Produktionsanlagen an elf Standorten und rund 2000 Mitarbeiter betroffen.

Die angekündigte Ausgliederung betrifft Anlagen in den USA, Korea, China, Italien und Deutschland. Hierzulande sind Produktionsanlagen für Epoxidharz und chlorierte Kohlenwasserstoffe in Stade, Rheinmünster und Baltringen und damit 450 Mitarbeiter betroffen.

„Wir gliedern Geschäftsbereiche aus, mit denen wir jahrzehntelang erfolgreich tätig gewesen sind. Sie sind allerdings auf Märkte ausgerichtet, die für Dow mittlerweile an Bedeutung verloren haben“, sagt Andrew N. Liveris, CEO und Chairman von Dow. Er ergänzte, dass Dow davon überzeugt sei, dass die Anlagen für neue Eigentümer von überaus großem Wert sein können.

Was passiert mit den deutschen Chlor-Werken von Dow?

In Stade werden neben Epoxidharzen und chlorierten Kohlenwasserstoffen auch Allylchlorid, Bisphenol A und Epichlorhydrin hergestellt. 1500 Mitarbeiter arbeiten dort an der Produktion von rund 3 Millionen Tonnen Basischemikalien und Spezialchemieprodukte.

Außerdem soll die beabsichtigte Ausgliederung die Produktion von Epoxidharzen und Härtern in Rheinmünster sowie den gesamten Standort Baltringen einbeziehen. Während der Standort Baltringen vollständig auf die Produktion von Härtern für Epoxidharze spezialisiert ist, betreibt Dow in Rheinmünster mehrere Anlagen mit über 400 Mitarbeitern, die unter anderem auch Latex und Dämmstoffe aus extrudiertem Polystyrolschaum herstellen.

Epopxidharze und Härter werden u.a. bei der Herstellung von faserverstärkten Kunststoffen, etwa für Rotorblätter von Windkraftanlagen, oder als Inhaltsstoff von Klebstoffen für die Bauindustrie eingesetzt. Allylchlorid, Bisphenol A und Epichlorhydrin sind chemische Vorprodukte, die unter anderem zur Herstellung von Epoxidharzen benötigt werden. Chlorierte Kohlenwasserstoffe sind chemische Zwischenprodukte, die etwa bei der Herstellung von Lacken oder industriellen Klebstoffen eingesetzt wird.

Darüber hinaus umfasst die Ausgliederung das Chlor-Alkali- und Vinylchlorid Geschäft in Nordamerika, das Anlagen in Texas und Louisiana betreibt. Dows Chlorproduktion in Stade sowie die Chlor-Alkali- und Vinylchlorid-Wertschöpfungskette in Mitteldeutschland sind von den Maßnahmen nicht betroffen.

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