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Mischen und Trocknen
Hauptbestandteile der neuen Anlage von Vétoquinol sind ein Schnellmischer, eine Wirbelschichtanlage sowie ein gemeinsam entwickeltes Kreislauf-Reinigungssystem, das auf die speziellen Bedürfnisse des Unternehmens abgestimmt ist. Der Schnellmisch-Granulierer HBG 600, dessen Herzstück das Gentlewing-Mischwerkzeug ist, eignet sich besonders für das Mischen von aktiven Wirkstoffen, welche in sehr niedriger Konzentration im Mischgut vorhanden sind. „Die Form des Gentlewings garantiert beste Durchmischung des Gutes. Die Z-Form und der geringe Wandabstand sorgen für eine kleinstmögliche Restmenge bei der Entleerung, wodurch sich der Ertrag enorm steigert“, erklärt Bernd Wolpensinger das Verfahren.
Durch ein Transferrohr wird das Granulat in die Wirbelschichtanlage HDGC 200 gesaugt, die ihrerseits den Trocknungsprozess durchführt. Der Hüttlin Diskjet mit seinem tangentialen Luftaustritt führt zu einer optimalen Durchmischung der Stoffe sowie zu einer signifikant verkürzten Prozesszeit bei der Trocknung. Um u.a. die Ansatzbehälter für die Granulierflüssigkeit sowie die Rohrleitungen, die zu den jeweiligen Düsen führen, kontinuierlich zu reinigen, kommt ein Reinigungssystem mit WIP-Waschstation (Washing in Place) zum Einsatz. Insgesamt lassen sich in der von Bosch installierten Anlage Granulate in kleinen Losgrößen ab 60 kg bis hin zu Produktionsmengen von 240 kg verarbeiten.
Containment-Qualität im Test
Der gesamte Produktionsprozess findet in einem auf Doppelklappen basierenden Containment-System statt. Die beiden Teile der Klappe werden sehr präzise aufeinandergesetzt und verriegelt. Somit halten sie das Austreten von Staub an den Schnittstellen zwischen Befüllen und Entleeren einzelner Anlagenkomponenten so gering wie möglich und erlauben es dem Bediener, ohne individuelle Schutzausrüstung zu arbeiten. Um die volle Funktionsfähigkeit des Systems zu prüfen, wurde hierfür der SMEPAC-Test (Standardmessmethode für die Konzentration von luftübertragenen Partikeln aus Apparaten) durchgeführt, dessen Richtlinien durch die International Society for Pharmaceutical Engineering festgelegt sind. Sie gewährleisten standardisierte und vergleichbare Werte für die Messung der Leistungsfähigkeit von Containment-Systemen.
Die an mehreren strategischen Orten installierten Pumpen saugen während des laufenden Prozesses eine gewisse Luftmenge durch einen Filter. Anhand dieses Filters lässt sich die Staubquantität messen, die von der Produktionsanlage freigesetzt wird. Die SMEPAC-Richtlinie schreibt genauestens vor, unter welchen Bedingungen der Test durchzuführen ist und welchen Grenzwert die Partikelkonzentration maximal erreichen darf. „Die Untersuchung bei Vétoquinol hat selbstverständlich ein unabhängiges Institut für Umweltuntersuchungen aus der benachbarten Schweiz durchgeführt. Die Anlage hat sehr gute Testwerte erzielt“, fasst Bernd Wolpensinger zusammen. Und auch der SAT (Site Acceptance Test) wurde im vergangenen Jahr erfolgreich abgeschlossen. So konnte Vétoquinol im Oktober 2012 mit der Arbeit im neuen Gebäude beginnen.
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