Worldwide China Indien

Batterien für die E-Mobilität

Chemieindustrie forciert Batterie-Forschung für Elektrofahrzeuge

| Autor / Redakteur: Benedikt Stahl / Wolfgang Ernhofer

Der Smart forvision aus der Vogelperspektive. Transparente Solarzellen sollen einen Teil der Stromversorgung sicherstellen.
Bildergalerie: 9 Bilder
Der Smart forvision aus der Vogelperspektive. Transparente Solarzellen sollen einen Teil der Stromversorgung sicherstellen. (Bild: Daimler)

Damit sich der Elektroantrieb für Straßenfahrzeuge erfolgreich gegen Verbrennungsmotoren und Brennstoffzellen durchsetzen kann, muss vor allem eine Grundvoraussetzung geschaffen werden: Die Entwicklung leistungsfähiger Batterien mit ausreichender Speicherkapazität, geringem Gewicht und kurzen Ladezeiten. Die Chemieindustrie hat diesen Bedarf erkannt und versucht ihm mit geballtem Know-how gerecht zu werden.

Würzburg – Spätestens seit der Chemiekonzern BASF für seine Anfang 2012 geschaffene Abteilung Battery Materials mehrere Unternehmen und Lizenzen eingekauft hat, ist klar, dass im Batterie-Segment noch großes Entwicklungspotenzial steckt.

Größtes Problem der Branche ist noch immer die Speicherkapazität der Lithium-Ionen-Batterien. Trotz der vergleichsweise hohen Energiedichte (350 kWh/m3) erreichen Serienfahrzeuge wie der Smart Fortwo ED aktuell nur eine Reichweite von 145 Kilometern pro Aufladung. Zu wenig, um sich gegen ein Auto mit Verbrennungsmotor durchzusetzen.

Problempunkt Reichweite

Um die Reichweite dennoch zu erhöhen, arbeitet BASF in Kooperation mit Daimler an verschiedenen Konzepten. Der von beiden Konzernen entwickelte Smart Forvision kämpft beispielsweise mit Leichtbau und organischen Solarzellen und Leuchtdioden gegen eine vorzeitige Entladung der Batterie. Eine Gewichtseinsparung von bis zu 150 Kilogramm und der Betrieb der Klimaanlage durch Solarzellen leisten hierzu ihren Beitrag, zumindest bei diesem Konzeptfahrzeug.

Ein weiteres Problem besteht hinsichtlich der Betriebstemperatur der Batterien. Sinkt die Umgebungstemperatur im Winter, erhöht sich die Dichte des Elektrolyts. Das hat in der Regel zur Folge, dass die elektrochemischen Prozesse in der Batterie langsamer ablaufen. Der somit gestiegene Innenwiderstand verringert den abgegebenen Strom – die Batteriezelle verliert an Kapazität.

Hier gilt es, die Entwicklung neuer Elektrolyte voranzutreiben, die mit den jahreszeitlich bedingten Temperaturschwankungen besser zurechtkommen.

Know-how alleine reicht nicht aus

BASF hat sich mit dem Kauf der Elektrolytsparte vom deutschen Chemie- und Pharmaunternehmen Merck für diese Aufgabe gerüstet. „Das von Merck erarbeitete Portfolio zusammen mit dem Marktzugang bringt uns weiter bei unserer Entwicklung zu einem verlässlichen Anbieter von Elektrolytformulierungen, der Batterie-Herstellern innovative und individuelle Lösungen anbietet.“, ist sich Dr. Andreas Kreimeyer, Vorstandsmitglied der BASF, sicher.

Doch BASF setzt nicht nur auf Umstrukturierungen und Zukäufe. Der Chemiekonzern gab auch bekannt, in den kommenden fünf Jahren einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag in Forschung, Entwicklung und Produktionsaufbau von Batteriematerialien investieren zu wollen.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 34917750 / Forschung&Entwicklung)