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Länderreport Portugal

Chemiebranche fängt sich langsam

| Autor/ Redakteur: Karl-Heinz Dahm, Germany Trade and Invest / Wolfgang Ernhofer

Während die portugiesische Wirtschaft weiter unter dem Euro-Rettungsschirm kränkelt und mit Geldern aus dem Rettungsfonds EFSF behandelt wird, steigt der Import chemischer Produkte kontinuierlich an. Deutschland profitiert als Hauptlieferant besonders vom Export anorganischer Erzeugnisse nach Portugal.

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(Bild: Wikimedia Commons)

Bonn/Lissabon – Der Chemiesektor Portugals wurde 2011 von der schwersten Wirtschaftskrise, die das Land seit Jahrzehnten erlebt, erfasst. Jedoch fiel der Produktionsrückgang mit knapp 3 Prozent gegenüber 2010 noch moderat aus. Die Importe legten hingegen nochmals zu. Deutsche Firmen steigerten ihre Lieferungen deutlich. Gefragt waren anorganische Chemikalien sowie Kunststoffe, Körperpflege- und Düngemittel. Der Arzneimittelabsatz ist infolge der rigiden Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen rückläufig. Lieferanten beklagen lange Zahlungsfristen.

Marktentwicklung und -bedarf in Portugal

Portugal durchlebt die schwerste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Das hoch verschuldete Land rutscht zunehmend in die Rezession. Für 2012 wird mit einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von 2,8 bis 3,0 Prozent gerechnet. Die lokale Chemieproduktion konnte 2011 die Erholungstendenzen vom Vorjahr nicht fortsetzen, der Import hingegen legte nochmals zu. Bereits 2010 wies die Branche einen nominalen Importanstieg von über 10 Prozent auf. Die größten Zuwachsraten gingen von organischen Chemikalien (+32,5 Prozent), Kunstdünger (+27,1 Prozent) und anorganischen Chemikalien (+21,5 Prozent) aus. Dagegen sanken die Einfuhren von Arzneimitteln (-0,6 Prozent). Für 2012 dürften sich nach Einschätzung des Branchenverbandes APEQ die Einfuhren im Chemiesektor abschwächen und kaum über ein Wachstum von 5 Prozent hinausgehen. Außerdem muss krisenbedingt mit weiteren Rückgängen der Auftragsvolumina aus den Hauptabnehmerländern Westeuropas gerechnet werden. Treffen wird dies vor allem Anbieter von Basischemie sowie Spezialchemiekonzerne, die von Automobilindustrie und Bauwirtschaft abhängig sind. Der Fachverband AECOPS schätzt, dass das Bauvolumen 2011 um mindestens 10 Prozent abnahm. Auch der Binnenmarkt für Kfz dürfte 2011 und 2012 drastische Einbrüche verzeichnen.

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