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Pharmaindustrie in Portugal geht zurück
Der Anteil chemischer Erzeugnisse am Gesamtumsatz der verarbeitenden Industrie lag 2010 bei rund 5 Prozent. Etwa 60 Prozent der Umsätze mit Chemieprodukten wurden auf dem nationalen Markt erzielt, 40 Prozent im Export (35 Prozent entfielen auf EU-Länder und 5 Prozent auf Drittländer).
Pharmaerzeugnisse machten in den Monaten Januar bis Oktober 2011 mit 1,8 Milliarden Euro den größten Einfuhrposten aus. Die Importe gingen allerdings gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3 Prozent zurück. Die staatlichen Kürzungen im Gesundheitswesen waren hierfür verantwortlich. Auch 2012 wird die Sparpolitik der Regierung spürbare Auswirkungen auf die Nachfrage der Krankenhäuser und der öffentlichen medizinischen Versorgungseinrichtungen haben.
Die Zahlungsfristen im öffentlichen Bereich dürften sich weiter verschlechtern. Ausländische Vertreter von Arzneimittelunternehmen berichten, dass Rechnungen im staatlichen Krankenhaussektor zum Teil auch nach weit über einem Jahr noch nicht beglichen sind. So warten Labors und Pharmafirmen auf Zahlungen über insgesamt 1,06 Milliarden Euro aus den kommunalen Krankenhäusern. Eine stärkere Öffnung im Bereich der privaten Gesundheitsversorgung könnte eine Nachfragebelebung bringen.
Die Pharmaindustrie ist zweifellos derjenige Zweig innerhalb der Chemiebranche, der wesentlich zum Exportwachstum Portugals beiträgt. Nach Angaben des Pharmaverbandes Apifarma belief sich das Ausfuhrvolumen von Arzneimittelrohstoffen und Pharmazeutika 2010 auf 455 Millionen Euro, was einem Zuwachs von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprach.
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