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Produktion und Branchenstruktur in Portugal
Portugals Chemiesektor besteht überwiegend aus kleinen und mittelständischen Unternehmen, es sind aber auch multinationale Konzerne wie Dow, Solvay, Bayer und Borealis vor Ort tätig. Genau 834 Unternehmen mit rund 13 100 Beschäftigten waren 2009 (letzte verfügbare Daten) im Chemiezweig (NACE 20, ohne Pharma) aktiv, davon rund 71 Prozent Kleinunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern. Insgesamt zählt die Chemieindustrie circa 20 000 Beschäftigte. Das Umsatzvolumen der Branche belief sich 2010 auf rund 5,2 Milliarden Euro. Produziert wird die gesamte Palette von Basis-, Petro- und Sonderchemikalien.
Die Branche konzentriert sich in zwei regionalen Clustern rund um Porto und weiter südlich bis Aveiro sowie von Lissabon bis Setúbal und Sines im Norden. Hier sind rund drei Viertel der multinationalen Unternehmen ansässig.
Kunststoffe und Kautschuk
Die Chemieproduktion (NACE 19-22) ist 2011 um 3,5 Prozent geschrumpft. Einziger Lichtblick war das Segment Kunststoffe und Kautschuk mit einem Wachstum von 4,4 Prozent. Insgesamt sind rund 1 140 überwiegend kleine Unternehmen mit der Gummi- und Kunststoffwarenherstellung befasst, das entspricht einem Anteil von 1,5 Prozent der Firmen der verarbeitenden Industrie. Die Kunststoff- und Gummiherstellung konzentriert sich auf den Norden und die Region Centro. Dort sind 78,5 Prozent der Hersteller angesiedelt.
Pharrmabranche
In Portugals Pharmabranche existieren circa 140 Unternehmen, 25 Firmen stellen Arzneimittel her (19 nationale und 6 multinationale). Zu den größten einheimischen Unternehmen zählen Hovione, Medinfar, die Bial Gruppe, Bluepharma und Basi. Rund 90 Prozent der Arzneimittel werden für den lokalen Markt produziert.
Petrochemie
Seitens des petrochemischen Sektors laufen Bestrebungen, vorhandene Cluster auszubauen, die Modernisierung voranzutreiben und die Position des Landes zu stärken. So wird Repsol Polimeros, das größte iberische Chemie- und Petrochemieunternehmen, im laufenden Jahr seine 2010 begonnenen Erweiterungsinvestitionen im Umfang von rund einer Milliarden Euro abschließen. Im Mittelpunkt standen dabei der Ausbau der Erdölproduktion und von Raffinerien am Petrochemiekomplex in Sines. Die Kapazitäten des Ethylen-Crackers wurden auf rund 570 000 Tonnen pro Jahr und diejenigen zur Polyethylenproduktion auf rund 600 000 Tonnen pro Jahr erhöht. In diesem Bereich hat Repsol lineares Polyethylen als neuen Werkstoff in seine Produktpalette aufgenommen. Die finnische Neste Oil hatte 2010 ihr ETBE-(Ethyl-Tert-Butyl-Ether)-Werk in Sines an Repsol Polimeros verkauft, die daraufhin die ETBE-Erzeugung in ihren bestehenden Petrochemiekomplex in Sines integrierte.
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