Wasserstoff-Projekt Bundesregierung fördert Bau von 30-MW-Elektrolyseur in Oberhausen

Redakteur: Alexander Stark

Der Anlagenbauer Air Liquide will den größten, an eine bestehende Wasserstoff-Infrastruktur angeschlossenen Elektrolyseur in Deutschland bauen. Das Projekt hat nun einen Förderbescheid des deutschen Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie erhalten.

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Das Wasserstoff-Projekt hat einen Förderbescheid des deutschen Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie erhalten.
Das Wasserstoff-Projekt hat einen Förderbescheid des deutschen Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie erhalten.
(Bild: Dirk Jochmann/ Air Liquide)

Düsseldorf – Air Liquide plant den Bau eines 30-Megawatt (MW)-Elektrolyseurs zur Erzeugung von klimaneutralem Wasserstoff in Oberhausen. In einer ersten Phase soll die Anlage bereits 2023 mit einer Leistung von 20 MW in Betrieb gehen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat öffentliche Mittel für dieses Projekt – dem ersten Elektrolyseur im Weltmaßstab, der im Rahmen der Partnerschaft zwischen Air Liquide und Siemens Energy realisiert wird – bewilligt. Der Elektrolyseur wird in die bestehende Wasserstoff-Pipeline von Air Liquide integriert, um Schlüsselindustrien und die emissionsfreie Mobilität im Raum Rhein-Ruhr mit klimaneutralem Wasserstoff zu versorgen.

Der neue Protonen-Exchange-Membran (PEM)-Elektrolyseur soll klimaneutralen Wasserstoff aus Wasser und erneuerbarem Strom erzeugen. Die technologische Lösung für das Projekt wird im Rahmen der bereits angekündigten Partnerschaft zwischen Air Liquide und Siemens Energy entwickelt. Bis 2023 werden beide Partner eine 20-MW-Elektrolyseur-Anlage errichten, die 2900 Tonnen klimaneutralen Wasserstoff pro Jahr und klimaneutralen Sauerstoff produzieren wird. In einer zweiten Phase plant Air Liquide, die Kapazität der Anlage auf 30 MW zu erhöhen.

Der PEM-Elektrolyseur wird die größte Produktionsanlage von klimaneutralem Wasserstoff sein, die an eine bestehende Pipeline angeschlossen wird. Durch die beschleunigte Verfügbarkeit dieser Gase sollen Sektoren wie Stahl, Chemie, Raffinerie und Mobilität in Nordrhein-Westfalen bei ihren Bemühungen um eine Verringerung ihres Kohlendioxid-Fußabdrucks unterstützt werden.

Das Projekt hat inzwischen einen Förderbescheid des deutschen Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie erhalten. Elisabeth Winkelmeier-Becker, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium: „Mit der Nationalen Wasserstoffstrategie haben wir einen entscheidenden Schritt zur Weiterentwicklung der Energiewende getan. Gleichzeitig bietet der Markthochlauf der H2-Wirtschaft große ökonomische Chancen, insbesondere nach den Einschnitten der Corona Pandemie.“ Das Wirtschaftsministerium arbeite daher seit einem Jahr unter Hochdruck an der Schaffung der regulatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Jetzt brauche es konkrete und ambitionierte Projekte. Das Projekt „Trailblazer“ der Air Liquide Deutschland habe in diesem Kontext Vorzeigecharakter, so die Staatssekretärin. Hier werde gezeigt, wie mit grünem Wasserstoff die nachhaltige Transformation der Industrie sowie bestimmter Verkehrsbereiche aussehen kann. Zugleich sei das Projekt ein starkes Zeichen für die Positionierung des Rhein-/Ruhrgebiets im Wasserstoffbereich.

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