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Exklusiv: Skids und Package Units

Bringen Skids und Package Unit den Anlagen-Baukasten?

| Autor / Redakteur: Dominik Stephan* / Dominik Stephan

( © montego6 - Fotolia)

Modularität ist der Wunsch vieler Betreiber und und zunehmend auch der Anlagenbauer. In Systemen denken wird zum Schlagwort für Komponentenhersteller und Prozessbetreiber. Aber wie gelingt die Anlage aus dem Baukasten? Package Units, modulare Anlagenkonzepte und Prozess-Skids sind in aller Munde. Trotzdem, so scheint es, kommt die Baukastenanlage nicht recht voran: Es fehlt an Schnittstellen zu bestehenden Automatisierungs- und Leitsystemen. Ein Überblick.

Wäre es nicht schön, wenn alles so einfach wäre wie ein Legobaukasten? Wer im Anlagenbau an der Vielzahl Gewerke, Verrohrungen, Anschlüsse und Spezialwerkzeuge verzweifelt, wird sicher zustimmen. Die Idee, eine ganze Produktion einfach aus vorgefertigten Bausteinen zusammenzustellen ist nicht neu. Jetzt springen immer mehr Komponentenhersteller auf den Zug auf: Als sogenannte „Package Units“ (häufig auch nach der Montage in einem Grundgerüst als „Skid“ bezeichnet) liefern sie mehr oder weniger komplexe Teilanlagen, die als Ganzes in die Fertigungsprozesse des Kunden eingebunden werden können.

Besonders Pumpen- und Kompressorhersteller wittern neue Möglichkeiten, ihren Kunden Systemlösungen statt Einzelkomponenten zu verkaufen. Plug-and-Play heißt das Zauberwort. Enge Terminpläne und Parallelaktivität machen es zusätzlich attraktiv, Teile des Gesamtentwurfs per Lastenheft auszugliedern.

In der Öl- und Gasindutrie ist ein derartiges Vorgehen längst gang und gäbe: Bei der häufig dezentralen Produktion in der menschenleeren Wildnis sind die Vorteile autarker, abgeschlossener Komplettlösungen besonders einleuchtend. Auf Bohrinseln wiederum ist Platz Mangelware – auch hier helfen fertig montierte Modulbausteine, den Aufwand für Installation und Prüfung gering zu halten. Firmen wie der Pumpenspezialist Sulzer sind stolz darauf, hunderte Skids und gestellmontierte Anlagen in aller Welt ausgeliefert zu haben.

Zukunftsmusik oder echter Trend?

Jetzt soll das Konzept auch die chemische Industrie erobern: Dabei reichen die angebotenen Lösungen von Dosiereinrichtungen im Mikroliterbereich bis zu großen Containermodulen, die eine komplette chemische Produktion ermöglichen. Zwar ist die Vision des Chemieparks als Containerburg noch Zukunftsmusik, aber Projekte wie die modulare F3-Factory oder Evoniks Evotrainer ermöglichen bereits einen Blick in die Zukunft.

Chemical Injection Packages wie diese des Pumpenherstellers Lewa sind in der Öl- und Gasindustrie längst Standard. Jetzt soll das Konzept auch die Chemie und andere Prozessindustrien begeistern.
Chemical Injection Packages wie diese des Pumpenherstellers Lewa sind in der Öl- und Gasindustrie längst Standard. Jetzt soll das Konzept auch die Chemie und andere Prozessindustrien begeistern. (Bild: Lewa)

Auch für die Industrie 4.0 spielt die Baukastenanlage eine Schlüsselrolle: In einer 2014 veröffentlichten Studie kommt der VDI zu dem Schluss, dass die Modularisierung einer der bestimmenden Trends der chemischen Industrie der nächsten fünf Jahre sein wird. In Zukunft, glaubt der Verband, könnte die Fertigung oder Veredelung von Endprodukten vollständig dezentral durch Produktionsmodule beim Kunden erfolgen.

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Auf dem Weg in die Chemie

Bis dahin ist es jedoch noch ein weiter Weg: Sind die Chemical Injection Packages, die Firmen wie Lewa, Check Point oder Stewart & Stevenson für Öl- und Gasfelder liefern, riesige Containermodule, die hunderte Kubikmeter pro Stunde bewegen können, bestimmen in Pharma, Food und Chemie kleinere Skids das Bild. Produkte, die Mischer, Dosierpumpen und Fördereinrichtungen kombinieren oder mehre Kompressoren mit Lufttrocknern, Filtern, Tanks und Motoren in einem Modul zusammenführen, sind in diesen Industrien ebenfalls marktüblich.

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