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2. Ex-Schutz-Forum 2014

Brand- und Explosionsschutz — zwei Seiten einer Medaille

| Autor: Manja Wühr

(Bild: PROCESS)

Bereits zum zweiten Mal lockte das Ex-Schutz-Forum Sicherheitsexperten auf die Festung Marienberg. In acht informativen Vorträgen zeigten die Referenten, dass Brand und Explosionsschutz weiter zusammenwachsen.

„In dem Moment, wo es brennt, kann auch eine Explosion entstehen — etwa durch Aufwirbelung. Eine Explosion wiederum kann durch brennbares Material zu Bränden führen“, so bringt Jens Hötger, DMT, die Tatsache auf den Punkt, dass Brände und Explosionen einander bedingen können. Damit ist auch klar, dass diese beiden Disziplinen wie zwei Seiten einer Medaille nicht getrennt von einander betrachtet werden können.

Besser man ist vorbereitet

Neben den Schnittstellen zwischen Explosionsschutz und Brandschutz gibt es aber auch Unterschiede. Während bei einem Brand noch Zeit ist, um Brandschutzmaßnahmen einzuleiten, ist im Moment der Explosion der Hauptteil des Schadens bereits entstanden. Daher zielen Explosionsschutzkonzepte auf die Explosionsvermeidung bzw. auf die unmittelbare Beherrschung der Explosion. Brandschutzkonzepte wiederum stützen sich auf die sichere Branderkennung und -bekämpfung. Exemplarisch stellte Hötger Brand- und Explosionsschutzkonzepte für ein Silo und für ein Lager vor. Dabei zeigte sich, dass es durchaus Überschneidungen gibt – z.B. die Funken- und Glimmnesterkennung in vorgeschalteter Anlage oder im Lagerzeitmanagement.

Förderprozess-Foren 2014 – Schüttgut- und Ex-Schutz-Forum

Des Weiteren wies der Referent auf die Gefahren durch falsche Brandbekämpfung hin. „Silobrände sind kein Alltag für die Feuerwehren.“ Häufige Gefahren sind Staubexplosionen ausgelöst durch falsche Löschtechnik oder einstürzende Materialbrücken. Auch kann das Silo einstürzen, wenn das Lagergut aufquillt oder das Silo durch Löschwasseraufgabe überlastet wird. Umfassende Brandschutzkonzepte sind hier gefragt. Denn: „Was passieren kann, passiert auch“, gab Hötger zum Ende seines Vortrages zu bedenken. Dies wird jedoch nur dann problematisch, wenn man nicht darauf vorbereitet ist, so Hötger weiter.

Im Zweifel Experten zurate ziehen

Aber ob in Anbetracht der komplexen Anlagen und Prozesse sowie der Fülle von Regelwerken und Richtlinien Mitarbeiter und Sicherheitsbeauftragte im Unternehmen noch wirklich ausreichend informiert und vorbereitet sein können, daran äußerte Volker Krone, IEP Technologies, in seinem Vortrag Zweifel. Woran er keinen Zweifel ließ, ist die Tatsache, dass Firmen verpflichtet sind, vorbereitet zu sein. Er appellierte zu einer gewissenhaften und fachlich fundierten Brand- und Explosionsschutzbetrachtung. Sollten die nötigen Kompetenzen im Unternehmen nicht vorliegen, müssten sie gegebenenfalls von extern bezogen werden.

Versicherer von Anfang an einbeziehen

Neben Brand- und Explosionsschutzexperten sollten für Sebastian Herrgesell, Marsh Risk Consulting, auch der Versicherer bei der Erstellung entsprechender Konzepte beteiligt sein. Schließlich verfolgen Versicherer andere Schutzziele als beispielsweise Behörden. Während bei behördlichen Vorgaben, etwa der Bauordnung, der Schutz von Personen und die öffentliche Sicherheit im Fokus stehen, fordern Versicherer oft zusätzliche Maßnahmen. Zum einen zur Begrenzung von Schäden an Gebäuden und deren Inhalt und zum anderen zur Begrenzung des Ertragsausfalls bei Betriebsunterbrechung. Dabei erhebt der Versicherer eine eigene Abschätzung der Risikosituation und gibt unter Umständen Empfehlungen zur Risikoverbesserung.

Für die Abschätzung der Risikosituation betrachtet Hergesell Brandlasten, Zündquellen, Bauart und Weitläufigkeit sowie vorliegende Werte (Lager, Maschinenpark ) aber auch die Art des Anlagenrisikos. Zudem werden die Organisation sowie die Festlegung des PML-Szenarios und des allgemeinen Feuer- und Explosionsrisikos einbezogen. Dabei gehen Versicherer vom größtmöglichen Schaden sowie vom Versagen aller Schutzanlagen und -maßnahmen aus und kommen so zu einer Höchstschadenabschätzung.

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