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2. Ex-Schutz-Forum 2014

Brand- und Explosionsschutz — zwei Seiten einer Medaille

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Betreiber immer stärker in der Pflicht

Aber nicht nur Versicherer haben umfassende Forderung in punkto Sicherheit. Betreiber explosionsgefährdeter Anlagen müssen auch einer Vielzahl an Regelwerken gerecht werden. In seinem Vortrag wagte Stefan Schwing, Inburex Consulting, den Versuch, die kürzliche und anstehende Änderungen der verschiedenen Vorschriften und Richtlinien vorzustellen.

So tritt ab April 2016 die neue Atex Richtlinie 2014/34/EU in Kraft. Sie soll die Rechtsvorschriften der EU-Mitgliedstaaten harmonisieren. Änderungen betreffen daher hauptsächlich Anpassungen an das neue europäische Recht und neue Begrifflichkeiten. So wird beispielsweise aus der EG-Baumusterprüfung eine EU-Baumusterprüfung, wobei alte EG-Baumusterprüfbescheinigungen ihre Gültigkeit behalten. Eine Weitere wichtige Änderung betrifft die Pflichten. Waren bisher die Pflichten an die Hersteller gerichtet, gelten diese nun auch für Wirtschaftsakteure wie Importeure und Händler. Aber auch der Eigenbau fällt nun unter diese Richtlinie.

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Auch bei der Gefahrstoffverordnung und der Betriebssicherheitsverordnung stehen Änderungen an. So ist geplant, dass künftig die Umsetzung aller Ex-Schutzmaßnahmen (Gemische, Atmosphären und instabile Gase) durch die Gefahrstoffverordnung erfolgt. Die Organisation und Prüfung für Ex-Anlagen wird weiterhin in der Betriebssicherheitsverordnung geregelt. Zudem soll die bisherige Doppeldokumentation von Gefährdungsbeurteilung und Schutzmaßnahmen in der Gefahrstoffverordnung und der Betriebssicherheitsverordnung entfallen. Ein endgültiger Beschluss steht noch aus.

Anforderungen der Gefahrstoffverordnung werden in der TRGS 509 konkretisiert. Sie gilt für das Lagern von flüssigen und festen Gefahrstoffen in ortsfesten Behältern in Räumen und im Freien sowie für Füll- und Entleerstellen für ortsbewegliche Behälter. Eine wichtige Neuerung: Die Gefährdungsbeurteilung muss auch die Neigung zur Selbstentzündung berücksichtigen und gegebenenfalls muss eine Überwachung von verdeckten oder offenen Bränden erfolgen.

Arbeiten der Dekra Exam in Zusammenarbeit mit verschiedenen Mischer-Herstellern an Horizontal- und Vertikalmischern ergab, dass auch bei einer Beladung von 70 % explosionsfähige Gemische auftreten können. Daher muss im Mischer Zone 20 festgelegt werden und es müssen Geräte der Kategorie 1 verwendet werden. Dies kann Hersteller und Betreiber für einen hohen technischen Aufwand bedeuten.

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Über den Autor

M.A. Manja Wühr

M.A. Manja Wühr

Redakteurin