Plastikverbot in Deutschland (Bio-)Plastik statt Jute: Was kommt in Zukunft in die Tüte?

Redakteur: Dominik Stephan

Wenn 2022 das Aus für Plastiktüten in der Bundesrepublik kommt, braucht es Alternativen. Diese sollen nicht nur ohne fossile Rohstoffe hergestellt werden, sondern auch biologisch abbaubar seien. Genau daran arbeitet ein internationales EU-Projekt mit Hauptsitz in Hamburg und fragt: Kann Plastik auch "bio" und grün werden?

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Plastikverbot in Deutschland: EU-Projekt mit Hauptsitz in Hamburg forscht an Alternativen.
Plastikverbot in Deutschland: EU-Projekt mit Hauptsitz in Hamburg forscht an Alternativen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Hamburg – In weniger als zwei Jahren ist Schluss: Deutschland und viele andere Nationen verbieten den Verkauf von Plastiktüten, um den dadurch entstehenden Müll einzudämmen. „Das Verbot ist ein Schritt in die richtige Richtung, denn gerade Einkaufstüten landen zu einem hohen Anteil im Müll“, sagt Prof. Dr. Walter Leal, Leiter des Forschungs- und Transferzentrums Nachhaltigkeit und Klimafolgenmanagement an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg. „Wir brauchen jedoch Alternativen für alle Plastikmodalitäten. Daher wollen wir mit dem Projekt Bio-Plastics Europe neue Materialien entwickeln: Bioplastik, das biologisch abbaubar ist und für Mensch und Umwelt kein Gefahr darstellt.“ Das EU-Projekt wird von der HAW aus geleitet und untersucht derzeit etwa ausgelaugte bioplastische Weichmacher auf ihre Toxizität.

Dabei ist "Bio" nicht automatisch gut: Als wesentliche Herausforderungen in der Lieferkette für Biokunststoffe gelten die Notwendigkeit, die Abhängigkeit von Lebensmittelpflanzen für die Rohstoffproduktion zu überwinden, die Verbesserung der Energiebilanz der Polymerverarbeitung in Bioraffinerien und die Schaffung nachhaltiger Rahmenbedingungen für das Abfallmanagement, erklärt Leal. Deshalb arbeiten die Forscher der 22 teilnehmenden Partner aus europäischen Nationen und Malaysia an nachhaltigen Strategien und Lösungen für Bio-Kunststoffe. „Nur so lässt sich langfristig die Umweltqualität von Land und Meeren erhalten und verbessern. Gleichzeitig unterstützen wir damit die EU-Kunststoffstrategie samt Kreislaufwirtschaft“, so Leal. Dabei sei Bio-Plastics Europe nicht nur als Forschungsprojekt angelegt, sondern soll sehr konkrete Vorschläge zur Umsetzung unterbreiten, die auch bezahlbar und wirtschaftlich sind, erklärt der Projektleiter.

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