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290-Millionen-Euro-Investition geplant

Bayer baut Standort Wuppertal weiter aus

| Redakteur: Tobias Hüser

Blick auf den Bayer-Standort in Wuppertal
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Blick auf den Bayer-Standort in Wuppertal (Bild: Bayer)

Bayer setzt seinen Wachstumskurs in Wuppertal fort: In den letzten zehn Jahren hat das Unternehmen fast 2 Milliarden Euro in den Standort investiert. Allein in diesem Jahr sind es rund 290 Millionen Euro. Seit 2012 hat Bayer dort für die Forschung, Entwicklung und Produktion pharmazeutischer Produkte 1000 neue Mitarbeiter eingestellt.

Wuppertal – Mit der geplanten neuerlichen Investitionssumme steigert der Standort sein finanzielles Engagement gegenüber dem Vorjahr noch einmal erheblich. 2017 waren es 240 Millionen Euro. Allein 189 Millionen Euro sollen in Neubau- und Erweiterungsmaßnahmen fließen. Für die Instandhaltung der Anlagen budgetiert Bayer in Wuppertal 101 Millionen Euro. Insgesamt hat Bayer in den zurückliegenden zehn Jahren knapp zwei Milliarden Euro in den Standort Wuppertal investiert.

Dies ist ein klares Zeichen für Forschung, Entwicklung und Produktion von pharmazeutischen Produkten an unserem integrierten Traditionsstandort. Zudem eröffnen uns die erneut hohen Aufwendungen die Möglichkeit, den Standort innovativ und hochtechnologisch weiter auszubauen und langfristig zu etablieren“, betonte Holger Weintritt beim traditionellen Frühjahrspressegespräch vor Journalisten. Für Weintritt eine Premiere: Der 48-Jährige hatte im April dieses Jahres die Leitung des Bayer-Standorts Wuppertal übernommen. Er folgte auf Klaus Jelich, der zum selben Zeitpunkt in den Ruhestand getreten ist.

Technikum für hochaktive Wirkstoffe geht bald in Betrieb

„Die Verteilung der Investitionen auf das Forschungs- und Entwicklungszentrum Aprath und das Werk an der Wupper verdeutlichen die Verzahnung von Forschung und Entwicklung mit der Produktion, mit der wir unsere Mission `Bayer: Science for a better life´ umsetzen“, ergänzte der Standortleiter. Etliche Bauaktivitäten vor allem im Zuge der Erweiterung der Produktionskapazitäten wurden parallel geplant und umgesetzt. So konnte Bayer in Wuppertal unter anderem ein Analytik-Gebäude und ein neues Lager im Werk in Betrieb nehmen. Ein Technikum für hochaktive Wirkstoffe wird in Kürze ebenfalls fertiggestellt. Es vereint unter einem Dach sowohl Labore, die nur wenige Gramm Wirkstoff herstellen, als auch Anlagen zur Produktion mehrerer Kilogramm. Zudem verfügt es über modernste technische Schutzeinrichtungen.

Im Forschungs- und Entwicklungszentrum Aprath entsteht zurzeit ein siebenstöckiges Laborgebäude. Hier soll ab Ende 2019 die präklinische Pharmakologie als Initiator neuer Therapien mit Schwerpunkt der Herz-Kreislauf-Forschung räumlich zusammengeführt werden. Dadurch sollen Synergien genutzt und die Effizienz gesteigert werden. Mit dem Neubau können zukünftige Anforderungen zuverlässig erfüllt und die Qualität der Forschung gesteigert werden.

Sieben der 10 Top Pharma-Produkte aus Wuppertal

Mit dem nachhaltigen gezielten Investment und hohem Fachwissen der Beschäftigten hat Bayer in Wuppertal zum wirtschaftlichen Erfolg des Konzerns beigetragen: Die Wirkstoffe von sechs der zehn umsatzstärksten Pharma-Produkte werden in Wuppertal hergestellt. Top-Produkt ist erneut der orale Gerinnungshemmer Xarelto, dessen Wirkstoff Rivaroxaban in Wuppertal erfunden wurde. Das Produkt feiert diesjährig ein kleines Jubiläum: Vor genau zehn Jahren wurde Xarelto durch die Europäische Kommission für die Anwendung bei erwachsenen Patienten nach selektiven Hüft- oder Kniegelenksersatzoperationen zugelassen. Zu den weiteren Top-Produkten zählen das Krebsmedikament Nexavar (Wirkstoff: Sorafenib), der Blutdrucksenker Adalat (Nifedipine), das Diabetesmedikament Glucobay (Acarbose), das Krebsmedikament Stivarga (Regorafenib), Adempas (Riociguat) gegen Lungenhochdruck, deren Wirkstoffen aus Wuppertal stammen. Eylea (Aflibercept) zur Behandlung verschiedener Erkrankungen der Netzhaut zählt ebenso zu den umsatzstärksten Produkten, wozu in Wuppertal qualitätsrelevante Tätigkeiten erfolgen.

Produktpipeline weiter gut gefüllt

Der Erfolg von gestern und heute ist Ansporn für Innovationen von morgen. Hier ist Wuppertal für die Division Pharmaceuticals gut aufgestellt. „Wir verfügen in allen klinischen Entwicklungsphasen über eine große Anzahl an potenziellen Arzneimittelkandidaten. Dies ist in Anbetracht der langen Forschungs- und Entwicklungszeit hin zu einem sicheren und wirksamen Pharmaprodukt von mitentscheidender Bedeutung“, so Weintritt.

Zum Portfolio gehören Entwicklungen im Bereich Onkologie (Krebsmedizin) sowie Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen. Daneben zählen auch Entwicklungsprojekte in der Gynäkologie (Frauenheilkunde), Hämophilie (Bluterkrankheit) und Ophthalmologie (Augenheilkunde) zu Schwerpunkten. „Wir engagieren uns mit großem Know how auf diesen wichtigen Feldern, um auch in Zukunft unseren Beitrag für ein besseres Leben der Patienten zu leisten. Unser robustes Entwicklungsportfolio ist zudem ein entscheidender Baustein für das künftige Wachstum des Unternehmens“, betont Weintritt.

50 Jahre Forschungs- und Entwicklungszentrum Aprath

Ein halbes Jahrhundert für die Forschung und Entwicklung in Wuppertal: Seit 50 Jahren steht das Forschungs- und Entwicklungszentrum Aprath für High Tech-Forschung. Auf dem 18 Hektar großen Gelände setzen die Beschäftigten seit 1967 medizinische Maßstäbe in der Pharma-Forschung. Zahlreiche Elemente für spätere Erfolgsprodukte – wie zum Beispiel der Wirkstoff Rivaroxaban für das aktuell umsatzstärkste Produkt zur Gerinnungshemmung – stammen aus der Denk-, Ideen- und Innovationsfabrik der Forscher aus Aprath. Mit der räumlichen Nähe zum Werk an der Wupper und den damit verbundenen kurzen Wegen bildet es zusammen mit dem Produktions- und Entwicklungsstandort einen funktionierenden Verbund. Bereits zwei Mal wurden Wuppertaler Forscher- und Entwicklungsteams durch den Bundespräsidenten mit dem „Deutschen Zukunftspreis“ ausgezeichnet.

Heute erforschen und entwickeln im Forschungs- und Entwicklungszentrum rund 1.580 Wissenschaftler neue innovative Wirkstoffe zur Behandlung zahlreicher Krankheiten. Seit 2012 ist die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kontinuierlich angestiegen. Insgesamt nahm die Beschäftigtenzahl von Bayer in Wuppertal in den vergangenen sechs Jahren um über 1.000 zu – von rund 2.500 im Jahr 2012 auf mehr als 3.500 zum 31. März 2018. Neueinstellungen erfolgten sowohl im Werk als auch im Forschungs- und Entwicklungszentrum Aprath. Damit zählt Bayer in Wuppertal weiter zu den größten Arbeitgebern im Bergischen Land.

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