Downstream-Chemikalien BASF und Sinopec bauen Verbundstandort in Nanjing aus

Redakteur: Alexander Stark

Die Chemieriesen BASF und Sinopec wollen den, in einem 50:50-Joint-Venture gemeinsam betriebene, Verbundstandort in Nanjing weiter ausbauen. Die Kapazitäten mehrerer Anlagen für Downstream-Chemikalien werden für den wachsenden chinesischen Markt erweitert. Dies beinhaltet auch die Errichtung einer neuen tertiär-Butylacrylat-Anlage.

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BASF-YPC, ein 50:50 petrochemisches Gemeinschaftsunternehmen der BASF und Sinopec, erstreckt sich über eine Fläche von 220 Hektar.
BASF-YPC, ein 50:50 petrochemisches Gemeinschaftsunternehmen der BASF und Sinopec, erstreckt sich über eine Fläche von 220 Hektar.
(Bild: BASF)

Nanjing/China – Die Nachfrage nach Spezialchemikalien in China nimmt stark zu. BASF und Sinopec wollen deshalb die Produktionskapazitäten für Propionsäure, Propionaldehyd, Ethylenamine und Ethanolamine sowie für hochreines Ethylenoxid ausweiten und eine neue tertiär-Butylacrylat-Anlage am gemeinsam betriebenen Verbundstandort in Nanjing bauen. Diese erweitert den Verbund, indem sie Acrylsäure und Isobuten aus bereits bestehenden Anlagen als Ausgangsstoffe nutzt. Erstmals wird diese Produktionstechnologie außerhalb Deutschlands eingesetzt. Die erweiterten und neuen Anlagen sollen 2023 in Betrieb genommen werden.

„Sinopec und BASF arbeiten seit langem eng und partnerschaftlich zusammen, haben entsprechende Anforderungen der nationalen und lokalen Regierungen zur Beschleunigung der Transformation der petrochemischen Industrie umgesetzt, die Industriestruktur kontinuierlich optimiert und die weitere Entwicklung der kundennahen Wachstumsmärkte gefördert“, sagt Yuefeng Gu, Chairman Sinopec Yangzi Petrochemical und BASF-YPC. Mit der Erweiterung des Verbundstandorts sollen noch mehr hochwertige und auch neue Materialien für den chinesischen Markt bereitgestellt werden können. Auch Dr. Stephan Kothrade, President und Chairman BASF Greater China, sieht in der Erweiterung einen wesentlichen Schritt, um die langfristige Partnerschaft mit Sinopec weiter zu stärken.

Weitere Produktionskapazitäten für Downstream-Chemikalien

Propionsäure dient als Konservierungsmittel, indem sie Schimmelpilzbefall in Lebensmitteln und Futtergetreide verhindert. Propionsäure wird zudem bei der Herstellung von Arznei-, Pflanzenschutz- und Lösemitteln sowie von thermoplastischen Polyurethanen verwendet.

Die chemischen Zwischenprodukte Ethylenamine und Ethanolamine dienen zur Herstellung von Pflanzenschutzmitteln, von Tensiden für Produkte zur Körperpflege und für Reinigungsmittel, von Prozesschemikalien für die Aufbereitung von Erdgas, von Schmierstoffen und Zementadditiven, Papierchemikalien und pharmazeutischen Wirkstoffen.

Propionaldehyd ist ein Zwischenprodukt, das als wichtigster Rohstoff für Propionsäure und die Produktion von n-Propanol verwendet wird. Es findet hauptsächlich bei der Herstellung von Arzneimitteln, Insektiziden, Duftstoffen und Kunststoffen Anwendung.

Ethylenoxid ist ein Rohstoff für industrielle Anwendungen wie Syntheseprozesse in der chemischen Industrie. Es wird verwendet zur Herstellung von Ethanolaminen, Glykoseestern und Tensiden für Wasch- und Reinigungsmittel.

Tertiär-Butylacrylat ist ein Acrylsäureester zur Herstellung von Polymeren und wird als Ausgangsstoff für Synthesen verwendet. Als Spezialchemikalie wird es für Papierleime und in Emulsionsanwendungen eingesetzt.

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