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Unternehmensausrichtung BASF präsentiert neue Strategie und setzt auf Nachhaltigkeit und Digitalisierung

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Der Chemieriese BASF verkündet seine neue, im Mai bereits angekündigte Strategie: Der Konzern setzt auf organisches Wachstum mit einer neuen Segmentstruktur und schlankeren Strukturen – wobei die Geschäftseinheiten mehr Entscheidungsfreiheit bekommen sollen. Bis 2022 will das Unternehmen Prozesse in mehr als 350 Anlagen weltweit digitalisieren und dabei kräftig wachsen. Dazu wollen die Ludwigshafener die Ausgaben für Operational Excellence auf 400 Millionen Euro jährlich erhöhen. Das Wachstum bis 2030 soll vollständig CO2-neutral erfolgen und das Chemcycling-Projekt vorangetrieben werden.

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Die Segel seien auf Wachstumskurs gesetzt, so BASF-Chef Martin Brudermüller bei der Präsentation der Unternehmensstrategie. Dabei will der Konzern vor allem nachhaltiger, digitaler und profitabler wachsen.
Die Segel seien auf Wachstumskurs gesetzt, so BASF-Chef Martin Brudermüller bei der Präsentation der Unternehmensstrategie. Dabei will der Konzern vor allem nachhaltiger, digitaler und profitabler wachsen.
(Bild: BASF)

Ludwigshafen – Nach 2011 präsentiert BASF eine neue Unternehmensstrategie. Vor sieben Jahren verkündete Dr. Kurt Bock ehrgeizige Ziele – die nicht alle erfüllt werden konnten. 2018 steht Bocks damaliger Stellvertreter Dr. Martin Brudermüller auf der Bühne und zeichnet die Roadmap.

„Mit unserer neuen Strategie setzen wir die Segel auf Wachstumskurs“, sagt er bei der Präsentation der neuen Strategie in Ludwigshafen. Dabei verwies der Vorstandsvorsitzende auf die positive Entwicklung der vergangenen Jahre: „Seit 2012 wuchs unser Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Abschreibungen und Sondereinflüssen mit durchschnittlich 8 % – und damit deutlich über den Fixkosten von jährlich 3 %.“ Das Ergebniswachstum lag damit auch über dem jährlichen Wachstum der weltweiten Chemieproduktion von 3,7 %. Hinzu kämen eine starke Entwicklung des Free Cashflow über die vergangenen Jahre sowie eine hohe Kapitalrendite von zuletzt 15,4 %. Vor allem Umsatzentwicklung und Mengenwachstum sollen mit der Neuausrichtung der Strategie vorangetrieben werden.

Der Chemiegigant setzt auf organisches Geschäftswachstum. Um schneller zu wachsen, will sich das Unternehmen noch stärker auf ihre Kunden ausrichten und für sie maßgeschneiderte Angebote erarbeiten. Mit dem Ziel, flexibler und schneller zu werden, will der Konzern Strukturen und Prozesse deutlich vereinfachen, das Portfolio schärfen und den Verbund stärken. „Wir werden unsere Organisation verändern für mehr Kundenorientierung und Flexibilität“, so Brudermüller.

Eine wichtige Rolle in der Wachstumsstrategie spielt der asiatische Markt, wo das Unternehmen bereits sehr gut aufgestellt sei. China ist mit einem Anteil von über 40 % am Weltmarkt der größte Chemiemarkt und bestimmt das Wachstum der globalen Chemieproduktion. „Bis 2030 wird der Anteil Chinas auf knapp 50 % wachsen und wir wollen daran partizipieren“, so Brudermüller. Dabei sollen der neue Verbundstandort in Zhanjiang, in der Provinz Guangdong, sowie die Erweiterung des Standorts Nanjing das Wachstum in diesem dynamischen Markt maßgeblich voranbringen.

BASF setzt sich ehrgeizige Ziele

Mit ihrer neuen Strategie nimmt sich BASF ehrgeizige Ziele vor – finanzielle und nichtfinanzielle. „Wir wollen stärker wachsen als der Markt und streben eine Steigerung des Absatzes über dem Wachstum der globalen Chemieproduktion an“, so Finanzvorstand und stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Hans-Ulrich Engel.

Auch die Profitabilität will das Unternehmen weiter erhöhen und das EBITDA vor Sondereinflüssen um 3 bis 5 % jährlich steigern. „Zudem möchte BASF jedes Jahr eine Kapitalrendite erzielen, die deutlich über dem Kapitalkostensatz liegt. Damit schaffen wir echten Mehrwert“, so Engel.

Führend will BASF auch in den Augen ihrer Anteilseigner sein und im Vergleich zur chemischen Industrie überdurchschnittlichen Wert für sie schaffen. „Konsequenterweise bedeutet das, dass wir die Dividende pro Aktie getragen durch unseren starken freien Cashflow jährlich steigern wollen“, so Engel.

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Um diese anspruchsvollen Ziele zu unterstützen, wird BASF ein neues Exzellenzprogramm auf den Weg bringen, das von 2019 bis 2021 umgesetzt werden soll. Dieses Programm soll ab Ende 2021 einen jährlichen Ergebnisbeitrag von zwei Milliarden Euro erbringen. Das Programm wird Maßnahmen in den Bereichen Produktion, Logistik, Forschung und Entwicklung sowie für Digitalisierungs- und Automatisierungsaktivitäten und organisatorische Weiterentwicklung umfassen.

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