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1. Quartal 2018

BASF, Lanxess, Lonza und Borealis starten unterschiedlich ins neue Geschäftsjahr

Die Unternehmen der Chemie- und Pharmabranche haben ihre Quartalsberichte für die ersten drei Monate 2018 veröffentlicht. BASF, Lanxess, Borealis und Lonza vermelden dabei positive bis durchwachsene Wachstumsentwicklungen zum Jahresstart. So verzeichnet die BASF-Gruppe einen Umsatzrückgang von einem %, Lanxess hebt seine Prognose für 2018 nach einem starken ersten Quartal an, Lonza wächst dank guter Geschäfte im Healthcare Continuum und Borealis muss einen Rückgang beim Nettogewinn verbuchen.

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Die Unternehmen der Chemie- und Pharmabranche haben ihre Quartalsberichte für die ersten drei Monate 2018 veröffentlicht.
Die Unternehmen der Chemie- und Pharmabranche haben ihre Quartalsberichte für die ersten drei Monate 2018 veröffentlicht.
(Bild: Pixabay / CC0)

Würzburg – BASF hat im ersten Quartal 2018 einen Umsatz von 16,6 Milliarden Euro und damit ein Prozent weniger als im ersten Quartal 2017 generiert. Trotzdem konnte das Unternehmen einen Ergebnisanstieg vorlegen: So stieg im ersten Quartal 2018 das Ergebnis der Betriebstätigkeit (Ebit) vor Sondereinflüssen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 55 Millionen Euro auf 2,5 Milliarden Euro. Dazu haben vor allem Chemicals sowie Oil & Gas mit deutlich verbesserten Ergebnissen beigetragen.

Der Umsatzrückgang von 211 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahrsquartal lag an deutlich negativen Währungseffekten (-8 %) in allen Segmenten. Höhere Verkaufspreise (+5 %), insbesondere bei Functional Materials & Solutions und Chemicals, sowie gesteigerte Mengen (+2 %) wirkten sich positiv auf den Umsatz aus. Alle Segmente bis auf Performance Products verzeichneten dem Quartalsbericht zufolge ein Absatzwachstum. BASF bestätigt die im Geschäftsbericht 2017 getroffene Umsatz- und Ergebnisprognose für die Gruppe, wonach das Unternehmen von einem leichten Umsatzwachstum ausgeht sowie von einem leichten Anstieg des Ebit vor Sondereinflüssen und einem leichten Rückgang des Ebit.

Starkes erstes Quartal für Lanxess

Der Spezialchemie-Konzern Lanxess knüpft mit dem besten Quartalsergebnis seiner Geschichte an das erfolgreiche Geschäftsjahr 2017 an und hebt seine Ergebnisprognose für 2018 an. Der globale Umsatz wuchs im Auftaktquartal um knapp sieben % auf 2,565 Milliarden Euro nach 2,401 Milliarden Euro im Vorjahr. Das Ebitda vor Sondereinflüssen verbesserte sich deutlich um 14 % auf 375 Millionen Euro nach 328 Millionen Euro im Vergleichsquartal.

Maßgeblich für diese positive Entwicklung waren insbesondere die Beiträge der 2017 akquirierten Chemtura-Geschäfte. Auch das im Februar 2018 von Solvay erworbene Geschäft mit Phosphorchemikalien leistete einen ersten Beitrag. Negative Wechselkurseffekte dämpften die positive Ebitda-Entwicklung. Die Ebitda-Marge vor Sondereinflüssen stieg um fast einen %punkt gegenüber dem Vorjahr auf 14,6 %. Das Konzernergebnis verbesserte sich deutlich um 23 % auf 96 Millionen Euro nach 78 Millionen Euro im Jahr zuvor. Seine Prognose für das Gesamtjahr 2018 hat der Konzern angehoben und erwartet nun einen Anstieg des Ebitda vor Sondereinflüssen um fünf bis zehn % für die „New Lanxess“-Segmente (Advanced Intermediates, Specialty Additives, Performance Chemicals und Engineering Materials).

Lonza wächst durch Healthcare Continuum-Sparte

Lonza ist vor allem mit den Geschäften im Healthcare Contiuum positiv in das Jahr 2018 gestartet. Das ehemalige Capsugel Geschäft, das heute zu Lonza Pharma & Biotech und Lonza Consumer Health gehört, hat sich dem Unternehmen zufolge nach guten Fortschritten bei der geschäftlichen und funktionalen Integration stark entwickelt. Bei Pharma & Biotech seien die Geschäfte für Biologika wie auch für kleine Moleküle Wachstumstreiber, wobei die Nachfrage nach klinischen und kommerziellen Angeboten ungebrochen sei. Die Wachstumstreiber bei Specialty Ingredients waren das Consumer-Health- and Nutrition-Geschäft, einschließlich der Angebote von Capsugel, und das Verbundstoffgeschäft von Consumer Resources & Protection.

Die saisonalen und zyklischen Bereiche der Agrar-, Holz- und Wasserproduktportfolios hatten dagegen einen schwächeren Start.

Die biologischen Bereiche entwickeln sich gut, wobei Clinical Development and Manufacturing weiterhin eine hohe Nachfrage verzeichnet und Mammalian and Microbial Commercial Manufacturing nach wie vor vom starken Interesse an allen Angeboten profitiert.

Lonza bestätigt die weiterhin starke Dynamik für ihre Geschäfte im Healthcare Continuum und erwartet ein positives Halbjahresergebnis 2018. So geht das Unternehmen davon aus, mindestens die bereits kommunizierte Prognose für das Gesamtjahr von einem Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich zu erzielen.

Borouge-2 Turnarounds dämpfen Nettogewinn von Borealis

Borealis meldet einen Nettogewinn von 240 Millionen Euro im ersten Quartal 2018, im Vergleich zu 313 Millionen Euro im Vergleichszeitraum. Das Ergebnis wurde trotz der vollständigen Umsetzung des Borouge 2-Turnarounds erzielt und von niedrigeren, aber nach wie vor guten integrierten Polyolefinmargen in Europa sowie vom soliden Gewinnbeitrag durch Borouge gestützt. Der Beitrag des Basischemikalienbereichs verbesserte sich im Vergleich zum ersten Quartal 2017, trotz eines weiterhin schwierigen Marktumfelds im Bereich Pflanzennährstoffe.

Borealis profitiert laut Mark Garrett, Borealis Chief Executive, weiterhin von den guten Margen der Polyolefinindustrie, die den starken Gewinnbeitrag des Polyolefingeschäfts stützten. Das Ergebnis von Borouge im ersten Quartal wäre solide, wurde aber durch den Borouge 2-Turnaround und die eingeschränkte Verfügbarkeit der Rohstoffe beeinträchtigt. Im zweiten Quartal erwartet Borealis ein starkes Ergebnis. Der Chief Executive geht davon aus, dass das Polyolefingeschäft und Borouge auch künftig stark performen werden, während die Situation im Pflanzennährstoffmarkt weiterhin herausfordernd bleibt. Der Fokus im Jahr 2018 liege darauf, die wichtigen globalen Wachstumsprojekte weiter voranzutreiben.

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