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Überkapazitäten Außerplanmäßige Abschreibung: Wacker reagiert auf niedrige Silicium-Preise

| Redakteur: Alexander Stark

Wacker hat eine außerplanmäßige Abschreibung in der Größenordnung von 750 Millionen Euro auf den Bilanzwert seiner Produktionsanlagen für polykristallines Reinstsilicium angekündigt. Hintergrund ist die nach wie vor ausbleibende Erholung der Preise für Polysilicium für die Solarindustrie.

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Wacker wird voraussichtlich eine außerplanmäßige Abschreibung auf den Bilanzwert ihrer Produktionsanlagen zur Herstellung von polykristallinem Reinstsilicium vornehmen. Hintergrund ist die nach wie vor ausbleibende Erholung der Preise für Polysilicium für die Solarindustrie.
Wacker wird voraussichtlich eine außerplanmäßige Abschreibung auf den Bilanzwert ihrer Produktionsanlagen zur Herstellung von polykristallinem Reinstsilicium vornehmen. Hintergrund ist die nach wie vor ausbleibende Erholung der Preise für Polysilicium für die Solarindustrie.
(Bild: Wacker)

München – Die erwartete Erholung auf dem Solarmarkt ist Wacker zufolge bisher ausgeblieben und die Preise für Polysilicium für Photovoltaikanwendungen sind nach wie vor sehr niedrig. Grund dafür ist vor allem, dass der Zubau von Solaranlagen in China hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückbleibt. Zudem belasten die hohen Überkapazitäten bei Polysilicium in China. Tobias Ohler, Finanzvorstand des Konzerns sieht die Gründe dafür im staatlich subventionierten Ausbau der Kapazitäten mit Krediten und Fördermitteln sowie günstigem Strom aus Kohlekraftwerken in China. Deshalb hat das Unternehmen seine Einschätzungen für das kommende Jahr angepasst und plant eine außerplanmäßige Abschreibung auf Anlagen zur Herstellung von polykristallinem Reinstsilicium.

Die genaue Ermittlung der Höhe dieser Abschreibung wird im Rahmen der Abschlusserstellung erfolgen. Sie verringert nicht nur den Wert der Sachanlagen in der Konzernbilanz, sondern auch das Ebit des Konzerns und des Geschäftsbereichs Polysilicon sowie das Konzernjahresergebnis. Auf den Cashflow hat die außerplanmäßige Abschreibung dagegen keine Auswirkungen.

Die Strategie des Münchner Chemiekonzerns für sein Polysiliciumgeschäft soll aber unverändert bleiben. Neben Kostensenkungen gehört dazu der Fokus auf Polysilicium für Halbleiteranwendungen sowie auf hochqualitatives Material für monokristalline Solarzellen.

Auf Grund der außerplanmäßigen Abschreibung erwartet der Konzern das Ergebnis des Jahres 2019 jetzt in der Größenordnung von etwa -750 Millionen Euro (bisherige Prognose: leicht positives Jahresergebnis). Wie bisher ist in dieser Prognose der Sonderertrag von 112,5 Millionen Euro aus Versicherungsleistungen, den Wacker im dritten Quartal 2019 verbucht hatte, nicht enthalten. Vor dem Sondereffekt dieser außerplanmäßigen Abschreibung und einschließlich der Versicherungsleistungen läge das Jahresergebnis bei mehr als  Millionen Euro.

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