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Anlagenbau

Aus Stillstand mach Fortschritt: So verliert der Anlagenturnaround seinen Schrecken

| Autor/ Redakteur: Dominik Stephan / Dominik Stephan

„Nichts geht mehr“ – Wenn alle Einsätze gemacht sind, zeigt sich, wer die richtige Strategie gewählt hat. Nicht anders, wenn industrielle Großanlagen auf den Prüfstand müssen. Doch der Turn-around muss kein Glücksspiel sein: Strategie macht den Anlagenstillstand zum sicheren Gewinn…

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Zeit ist Geld: Der Anlagenbetrieber spürt jeden Tag Stillstand direkt im Portemonnaie.
Zeit ist Geld: Der Anlagenbetrieber spürt jeden Tag Stillstand direkt im Portemonnaie.
(Bild: Bilfinger Industrial Services )

137 Jahre – so lange wäre ein einzelner Arbeiter mit dem Turnaround der Borealis Polyolefin-Anlage im österreichischen Schwechat beschäftigt. Eine wahre Herkulesaufgabe – insbesondere, da der tatsächliche Anlagenstillstand nur acht Wochen dauern durfte. Schließlich kostet jede Stunde Stillstand den Anlagenbetreiber bares Geld. „Da der wirtschaftliche Erfolg in starkem Maß von der Effizienz der Instandhaltung abhängt, ist die oberste Prämisse, Anlagenverfügbarkeit, Instandhaltungszeiten und Kosten in ein optimales Verhältnis zu bringen“, sagt Gerald Pilotto, Chief Operating Officer Central Europe von Bilfinger Industrial Services.

Pilotto muss es wissen – der Industriedienstleister Bilfinger ist ein Spezialist im Turnaround-Geschäft: Mit 38.000 Mitarbeitern erzielte das Segment Industrial Services 2012 einen Umsatz von rund 3,6 Milliarden Euro. Damit sind Industriedienstleistungen das mit Abstand größte Geschäftsfeld des Bilfinger Konzerns. Hierbei liegt der Fokus der international ausgerichteten Unternehmensgruppe auf Projekten aus der Prozessindustrie und Energiewirtschaft.

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Turnarounds sind eine anspruchsvolle Aufgabe: Wenn die Produktion still steht, müssen nicht selten einige hundert Arbeitspakete und bis zu 100.000 Vorgänge gestemmt werden. Parallel zu Wartung, Reparatur und Inspektion erfolgen Aus- und Umbauten sowie Optimierungsprozesse. Ein Turnaround ist immer eine Operation am offenen Herzen. „Der Kunde erwartet Planungssicherheit bei den Kosten sowie Termintreue, und das bei hohen Standards bei Arbeitssicherheit und Qualitätssicherung“, bestätigt Pilotto.

Strategisches Denken gefordert

Der Erfolg eines Turnarounds steht und fällt daher mit der präzisen Planung im Vorfeld – das Ziel: Die Vielzahl an Arbeiten, die in kürzester Zeit anfallen, systematisch zu planen und Potenziale zur Optimierung zu finden. Im Rahmen einer Vorplanung werden zunächst Arbeitsumfang, Materialanforderungen, Terminpläne oder Budgets aufgestellt, anhand derer einzelne Arbeitsschritte ausgeschrieben werden können. Die Detailplanung legt Ressourcen und Termine wie Personal, Ersatzteile oder Fahrzeuge fest, plant aber auch die Verfügbarkeit von Strom, Druckluft oder Wasser während des Stillstandes.

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