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Anlagenbau: Russlands WTO-Beitritt schiebt Geschäfte an

| Autor/ Redakteur: Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Bittermann / Jörg Kempf

Im Dezember letzten Jahres wurde Russland in die Welthandelsorganisation (WTO) aufgenommen. Das beflügelt auch die Phantasie der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer. Zu Recht: Russlands Wirtschaftsleistung wächst dank der hohen Öl- und Gaspreise, für 2012 prognostiziert die Regierung einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 3,7 Prozent. PROCESS berichtet über Marktchancen beim russischen Bären.

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(Bild: BASF)
(Bild: BASF)

So mancher bringt die Schlagworte Anlagenbau und Russland derzeit wohl eher mit olympischen Wettkampfstätten in Verbindung. Schließlich stampfen die Russen in Sotschi die bisher teuersten Winterspiele aus dem Boden. Doch braucht es natürlich nicht erst Olympia 2014, um die Bedeutung Russlands für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau herauszustellen.

So rangiert das Land heute schon an vierter Stelle der wichtigsten Exportmärkte. Insgesamt exportierte die Branche in den ersten drei Quartalen 2011 Waren im Wert von 5,5 Milliarden Euro nach Russland. Da sich die Lieferentwicklung auch im 4. Quartal dynamisch fortgesetzt hat, dürften die Maschinenexporte nach Russland im Gesamtjahr 2011 etwa 7,5 Milliarden Euro erreichen – eine Steigerung um 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie der VDMA berichtet.

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Auch der WTO-Beitritt Russlands wird von der deutschen Wirtschaft begrüßt, wird doch der deutsch-russische Handel durch sinkende Zolltarife und vereinheitlichte Produktnormen und Zertifizierungen einen echten Schub erhalten. Das Bundeswirtschaftsministerium schätzt, dass deutsche Unternehmen bei Geschäften mit Russland (2011: ca. 68 Milliarden Euro) allein durch den sinkenden Zollsatz rund eine Milliarde Euro pro Jahr mehr verdienen werden.

Invest in Chemie und Petrochemie

Wohin genau gehen die deutschen Exporte? Beispielsweise in die Chemie und Petrochemie. Die Russische Föderation zählt weltweit zu den größten Produzenten von Öl und Gas. Hier und in angrenzenden Branchen sind mehrere hundert Unternehmen tätig. Lukoil, GazpromNeft, TNK-BP und Rosneft sind die wichtigsten Player im Geschäft. Und auch in den kommenden Jahren wird Russlands Reichtum an Öl und Gas für Milliardeninvestitionen in neue Raffinerien und Pipelines sorgen.

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