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Chlor Membran-Elektrolyse Akzo Nobel weiht Chlor Membran-Elektrolyse ein

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Mit dem Start der neuen Membran-Elektrolyse macht Akzo Nobel die Chlorproduktion am Standort Frankfurt deutlich effizienter und sattelt auf die bisherige Produktionsmenge noch einmal die Hälfte drauf. Die Elektrolyse nutzt als erstes europäisches Werk die neue Zero-Gap-Technologie von Uhde.

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Luftbild des Industriepark Höchst.
Luftbild des Industriepark Höchst.
(Bild: Akzo Nobel)

Einweihungsfeiern von Produktionsstätten haben eine ganz eigene Dramaturgie. Ganz gleich wie lang eine Investitionsentscheidung gedauert hat, am Ende sind alle Beteiligten froh über das glückliche Ende. Es wird viel gedankt und gelobt, die Politik ist da und am Ende wird angestoßen und mit Kunden, Lieferanten und Mitarbeiten gefeiert.

Das war auch bei der Einweihung der 140 Millionen Euro schweren Chlor-Membran-Elektrolyse nicht anders. Der frischgebackene hessische grüne Wirtschaftsminister Tarel-Al Wazir übte sich in einer ungewohnten Rolle, nämlich im Lob für eine neue Chlorherstellung und Akzo Nobel CEO Ton Büchner war aus Amsterdam angereist, um das zu sagen, was man halt so sagt auf Einweihungsfeiern. Die neue Anlage sei mehr als ein neues Werk, sondern ein weiterer Schritt zur globalen und operativen Excellence, beispielsweise. Oder, man suche stets nach neuen und innovativen Wegen, um das Wachstum unserer Kunden fördern können. Auch das Bekenntnis zum Standort Deutschland fehlte nicht, genau so wenig, wie der leichte Seitenhieb in Richtung Politik, verpackt als verbindlichen Hinweis, man möge doch in Europa in Sachen Regenerative Energien an einem Strang ziehen.

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Dass die Investitonsentscheidung der Konzernspitze dann doch wohl keine Selbstverständlichkeit war, sondern in weiten Teilen einer 13 Jahre dauernden Zitterpartie geglichen hatte – darauf verwies Werkleiter Erhard Leistner, der sich sogar noch an die Uhrzeit erinnerte, als endlich die erlösende Nachricht aus Amsterdam kam.

Investition in die Zukunft

Doch jetzt steht das Werk nach knapp dreijähriger Bauzeit und ist eine echte Investition in die Zukunft, mit der Akzo Nobel seine Chlorproduktion auf 250 Kilotonnen pro Jahr und damit um 50 Prozent erhöht, während gleichzeitig der ökologische Fußabdruck des Werkes um rund 20 Prozent reduziert wird. In den hart umkämpften europäischen Chlor-Alkali-Märkten verschafft sich der niederländische Konzern damit eine gute Position und setzt sich zumindest technologisch an die Spitze.

Die Zero-Gap-Technologie von Uhde ist die neueste Membran-Technologie und senkt, laut Unternehmensangaben, den Energieverbrauch um 30 Prozent pro Tonne Produkt. Die Arbeiten in Frankfurt laufen seit 2011 und momentan legen die Techniker letzte Hand an, der Einbau der Membran sei eine knifflige Angelegenheit und müsse vor Ort durchgeführt werden, erfuhr man während der Fahrt durch den Industriepark..

Das Werk ist eines von drei Chlorwerken in Deutschland, die von Akzo Nobel betrieben werden. Die anderen beiden Werke befinden sich in Bitterfeld und Ibbenbüren. ●

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