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8-Punkte-Plan

Aktionsplan „Niedrigwasser Rhein“ soll Gütertransport sicherstellen

| Redakteur: Alexander Stark

Der Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat mit Vertretern der Stahl-, Chemie- und Mineralölindustrie, den Produzenten mineralischer Massenrohstoffe und des Binnenschifffahrtsgewerbes einen „8-Punkte-Plan“ erarbeitet. Das Ziel ist, zuverlässig kalkulierbare Transportbedingungen am Rhein bei extremem Niedrigwasser sicherzustellen.

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Für die chemische Industrie ist der Rhein die wichtigste Binnenwasserstraße. Gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium und etlichen anderen Verbänden hat sie daher einen 8-Punkte-Plan erarbeitet, der künftig zuverlässig kalkulierbare Transportbedingungen am Rhein sicherstellen soll.
Für die chemische Industrie ist der Rhein die wichtigste Binnenwasserstraße. Gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium und etlichen anderen Verbänden hat sie daher einen 8-Punkte-Plan erarbeitet, der künftig zuverlässig kalkulierbare Transportbedingungen am Rhein sicherstellen soll.
( Bild: BMVI )

Berlin – Der Rhein ist einer der wichtigsten Transportwege in Deutschland – sechs der zehn größten deutschen Binnenhäfen liegen an diesem Wasserweg. Auch für die Chemiebranche ist er eine wichtige Lebensader. Sie verantwortet 10 % der gesamten Beförderungsmenge im deutschen Binnenschiffsverkehr. Das entspricht rund 223 Millionen Tonnen.

Für die Branche ist der Rhein die wichtigste Binnenwasserstraße. Die Betriebe im Westen und Südwesten Deutschlands sind durch sie mit Überseehäfen wie Rotterdam verbunden. Trotz klimatischer Veränderungen soll der Rhein ein zuverlässig kalkulierbarer Transportweg bleiben. Welche Schritte dazu notwendig sind, stellten Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und Industrievertreter in Köln mit dem Aktionsplan „Niedrigwasser Rhein“ mit acht Maßnahmen vor.

Der „8-Punkte-Plan“ enthält kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen in verschiedenen Bereichen. So sollen beispielsweise auch die Wasserstandsvorhersage verbessert und neue Transportkonzepte mit Schiffstypen entwickelt werden, die für Niedrigwasser geeignet sind.

Laut Utz Tillmann ist damit ein guter Anfang gemacht, um bei langen und ungewöhnlich niedrigen Wasserständen des Rheins Transportausfälle zu verkürzen. Jetzt komme es vor allem darauf an, diese Maßnahmen zügig umzusetzen, so der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) weiter. Dringenden Handlungsbedarf sieht die chemische Industrie seit Langem bei der Abladeoptimierung der Engstellen am Mittel- und Niederrhein, etwa durch eine Vertiefung der Fahrrinne.

In den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind zahlreiche Chemieunternehmen angesiedelt, die auf eine bessere Schiffbarkeit des Rheins zwingend angewiesen sind. Deshalb gehört auch Covestro-Produktionsvorstand Dr. Klaus Schäfer zu den Unterzeichnern und begrüßte den Schritt. Für die Standorte in Nordrhein-Westfalen sei der zuverlässige Transport auf dem Rhein von besonderer Bedeutung. Die lange Niedrigwasserphase 2018 stellte Covestro und andere Unternehmen vor größere Schwierigkeiten und führte zu Produktionsausfällen. Durch eine Drosselung der Produktion und höhere Transportkosten entstanden Verluste im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Rund 75 % der Rohstoffe erreichen die drei Niederrhein-Standorte von Covestro in Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen per Binnenschiff. Jährlich werden bei dem Unternehmen in NRW rund 2800 Binnenschiffe ent- und beladen. „Daher ist der heute vereinbarte Plan mit acht definierten Aktionspunkten ein wichtiges Zeichen der Politik und der Industrie, gemeinsam an langfristigen Lösungen zu arbeiten", meinte Schäfer.

Weiterführende Informationen: VCI-Position zur Bedeutung der Binnenschifffahrt für die chemische Industrie

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