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Industriepark Höchst Abwasserreinigungsanlage im Industriepark Höchst feiert 50. Geburtstag

| Redakteur: Matthias Back

60 Millionen Liter Abwasser verarbeitet die Abwasserreinigungsanlage (ARA) im Industriepark Höchst jeden Tag. Dabei baut sie 150 Tonnen chemischen Sauerstoffbedarf (CSB) ab – so viel fällt im Vergleich bei einer Stadt mit etwa 1,25 Millionen Einwohnern an. Die ARA wird von der Standortbetreibergesellschaft Infraserv Höchst betrieben.

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Verschiedene Bereiche der Abwasserreinigungsanlage im Industriepark Höchst (von links): Die abgedeckten Becken der Hochlaststufe, der Pufferbehälter, der Denitrifikationsbehälter und einer der Biohochreaktoren.
Verschiedene Bereiche der Abwasserreinigungsanlage im Industriepark Höchst (von links): Die abgedeckten Becken der Hochlaststufe, der Pufferbehälter, der Denitrifikationsbehälter und einer der Biohochreaktoren.
(Bild: Infraserv Höchst)

Höchst – In diesem Jahr wird die Abwasserreinigungsanlage 50 Jahre alt. Anlässlich dieses runden Geburtstags lud Infraserv Höchst zu einer Jubiläumsfeier der Anlage ein. Neben dem Geschäftsführer von Infraserv Dr. Joachim Kreysing war unter anderem auch Klaus Oesterling, Verkehrsdezernent der Stadt Frankfurt am Main anwesend. Mit einem Wirkungsgrad von 93 Prozent erfüllt die ARA die strengen Auflagen des Industrieparks zum Schutz der Umwelt und übertrifft auch die gesetzlich vorgeschriebene Reinigungsleistung deutlich.

Im Jahr 1963 hat die Hoechst AG im sogenannten Technikum mit ersten Versuchen zur Abwasserreinigung begonnen. 1967 wurde die ARA dann als eigene Entwicklung in Betrieb genommen, damals war sie die einzige industrielle Kläranlage Hessens. Gebaut wurde sie ursprünglich für 50 Tonnen CSB, bereits 1977 aber aufgrund des zunehmenden Bedarfs auf mehr als die doppelte Kapazität erweitert. 1984 wurde die ARA mit Biohochreaktoren auf die heutige Größe ausgebaut. In dieser Anlage kommt das gesamte Abwasser des Industrieparks Höchst an.

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Wie funktioniert die Abwasserreinigung?

Durch die verschiedenen Betriebe der Chemie- und Pharmaindustrie gibt es im Industriepark Höchst unterschiedliche Abwasserarten. „Nicht alle Abwässer sind schwer abbaubar – durch die steigende Pharmaproduktion gibt es am Standort vermehrt leicht abbaubare Abwässer, auf die wir uns in den vergangenen Jahren eingestellt haben“, sagt Eckhard Strohmeyer, Leiter der Abwasserreinigungsanlage. Im Jahr 2004 wurde die ARA so umgebaut, dass das Abwasser in einem zweistufigen biologischen Verfahren – für leicht und schwer abbaubares Abwasser – umweltgerecht, effizient und nach dem neuesten technischen Stand gereinigt wird. So kann die Anlage eine große Bandbreite an verschiedenen Abwasserarten verarbeiten.

Im Industriepark Höchst ist die ARA Teil eines Entsorgungsverbundes. Der Klärschlamm, der am Ende der Abwasserreinigung übrig bleibt, wird nachhaltig verwertet und in der Co-Fermentationsanlage für die Produktion von Biogas genutzt, das nach einer Reinigung zum Teil als Bioerdgas in das Netz der Mainova eingespeist wird. Das restliche bei der Vergärung entstehende Biogas wird zur Erzeugung von Strom und Dampf verwendet. Anschließend wird der verbliebene Schlamm entwässert und in der Klärschlammverbrennungsanlage verbrannt.

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Ursprünglich wurde die ARA als eine komplett offene Anlage nahe der Werksgrenze in Betrieb genommen. Um die Belastung für die Anwohner weitestgehend zu minimieren, hat Infraserv Höchst in den vergangenen Jahren Millionen investiert. So wurden die geruchsverursachenden Bereiche vollständig abgedeckt oder eingehaust und auch die Abluft der ARA wird verbrannt.

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