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Welthandel 12 Erfolgsrezepte für den Export - Chemieindustrie ist weiterhin top

| Redakteur: Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Der Welthandel trat in den letzten Jahren weitestgehend auf der Stelle. 2015 zeigen sich nach Ansicht von Euler Hermes nur leichte Anzeichen der Besserung mit einem weltweiten Wachstum von 1,8 %. Für 2016 sind die Ökonomen des Kreditversicherers etwas optimistischer und erwarten einen Zuwachs beim Welthandel um 4,5 % – nur ein Bruchteil der rund 12 % Wachstum pro Jahr zwischen 2001-2008.

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Erst ab 2016 sind die Ökonomen des Kreditversicherers Euler Hermes wieder optimistischer und erwarten einen Zuwachs beim Welthandel um 4,5 %.
Erst ab 2016 sind die Ökonomen des Kreditversicherers Euler Hermes wieder optimistischer und erwarten einen Zuwachs beim Welthandel um 4,5 %.
(Bild: Gerd Altmann; CC0; http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/)

Hamburg – Eine ungünstige Kombination aus lediglich geringem Handelswachstum und gleichzeitigem Preisdruck sowie Überkapazitäten führte in den vergangenen Jahren zu einer eher mäßigen Entwicklung beim Welthandel. „Zum einen haben Sparprogramme dazu geführt, dass öffentliche Ausgaben zurückgegangen sind – historisch eine wichtige Säule des Wachstums“, sagte Wilfried Verstraete, Vorstandsvorsitzender der Euler Hermes Gruppe.

„Zweitens sind die weltweiten Export- und Importvolumina zurückgegangen. Durch ihre gegenseitige Abhängigkeit sind die Folgen insbesondere für die Zulieferketten massiv, was den Welthandel und sein Wachstum weiter schwächt. Drittens kann man die Hauptzutaten für florierenden Handel – Privatkonsum und private Investitionen – höchstens zurückhaltend nennen, um es positiv auszudrücken. Der Welthandel ist nicht länger Treiber des weltweiten Bruttoinlandsprodukts, es begleitet dieses lediglich.“

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73 Exportmärkte nach Potenzial klassifiziert

Zudem sind nicht alle Exportmärkte frei von Risiken. Deshalb haben die Ökonomen des führenden Kreditversicherers insgesamt 73 Staaten analysiert und unter Berücksichtigung der Kriterien Importwachstum und Risiko in neun verschiedene Gruppen eingeteilt.

Als die „15 Delikatessen“ bezeichnet Euler Hermes die weltweit 15 interessantesten Exportmärkte in seiner jüngsten Studie zu den globalen Handelswegen. Sie erfreuen sich auf der Export-Speisekarte durch eine ansprechende Kombination aus Importhunger und gleichzeitig geringen Risiken besonderer Beliebtheit. Die Kategorien „Junk Food“ (Argentinien, Venezuela, Russland, Ukraine), „Könnte Sodbrennen verursachen“ (Kroatien, Slowenien, Nigeria, Algerien) und „Scharf“ (Griechenland, Ägypten, Bangladesch, Pakistan) sind hingegen eher für die risikofreudigen Exportesser geeignet.

Deutschland gehört wie viele andere europäische Staaten, die USA sowie Japan, Marokko und Singapur auf die Speisekarte der „guten Kalorien“, die zweitbeste Kategorie im Ranking mit geringem Risiko und etwas langsamerem Importwachstum (3-4,5 %) im Vergleich zu den „Delikatessen“ (>4,5 %).

Preisdruck, Protektionismus und Pleiten

„Exporteure sollten auf die 3 Ps achten: Preisdruck, Protektionismus, Pleiten“, sagte Ludovic Subran, Chefökonom der Euler Hermes Gruppe. „Wir haben den weltweiten Exportmärkten deshalb auf den Zahn gefühlt und in deren Küchen ihren Hunger und Gesundheitszustand bewertet. Dabei spielt nicht nur das Importvolumen selbst eine Rolle, sondern auch die Wachstumsraten der Realimporte. Zu den Delikatessen zählen deshalb China und Indien sowie in etwas geringeren Maße Mexiko und Südkorea, die in den kommenden zwei Jahren von ihrer Marktgröße und einem starken Importzuwachs profitieren. Aber auch kleinere Märkte befinden sich unter den vielversprechendsten Exportdestinationen, zum Beispiel Kolumbien, Taiwan, Malaysia, Südafrika, die Vereinigten Arabischen Emirate sowie einige osteuropäische Länder. Sie alle werden in den kommenden zwei Jahren voraussichtlich mehr Platz am Tisch verlangen.“

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