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Containment-Anschlusssystem Zehn Schritte für eine Big-Bag-Entleerung unter Containment-Bedingungen

Autor / Redakteur: Joachim Liedtke* / M.A. Manja Wühr

Im Umgang mit toxischen Produkten steht Sicherheit an erster Stelle. Containment ist Pflicht. Doch sind die Vorgaben und Systeme oft kompliziert und fehleranfällig. Nun setzt ein neues Containment-Anschlusssystem mit einer cleveren Kombination aus Automatisierung und Konstruktion neue Maßstäbe in der Big-Bag-Entleerung bis OEB 4.

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Mit Anschlusssystem JEL Smartcon ES Big Bags unter Containment Bedingungen entleeren.
Mit Anschlusssystem JEL Smartcon ES Big Bags unter Containment Bedingungen entleeren.
(Bild: Engelsmann)

Sie kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn gesundheitsschädliche oder hochaktive Stoffe sicher gehandelt werden sollen: Containment-Systeme. Diese in sich geschlossenen Systeme reduzieren nicht nur das Austreten von Stoffpartikeln in die Anlagenumgebung auf ein absolutes Minimum, sie verhindern auch, dass unerwünschte Stoffe und Fremdkörper von außen in den ­Produktionsprozess eindringen und diesen kontaminieren. Das neue Anschlusssystem JEL Smartcon ES von Engelsmann zur Entleerung von Big Bags unter Con­tainment-Bedingungen kann bis OEB 4 eingesetzt werden, was einer Partikelkonzentration in der Anlagenumgebung von weniger als 10 µg/m3 entspricht.

Neben dem maximal erreichbaren Occupational Exposure Band (OEB) ist vor allem die Bedienbarkeit eines der wichtigsten Kriterien bei der Anschaffung eines Con­tainment-Systems. Denn jeder manuelle Bedienschritt erhöht das Risiko von Fehlbedienungen, die wiederum einen Bruch des Con­tainments verursachen können. Die einfache und sichere Bedienbarkeit stand daher auch bei der Entwicklung des patentierten Anschlusssystems JEL Smartcon ES im Vordergrund.

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Um das Risiko von Fehlbedienungen zu minimieren, läuft der Anschluss- und Entleerprozess größtenteils automatisiert ab – nur wenige Handgriffe sind zur Bedienung des Anschlusssystems erforderlich. Um einen neuen Big Bag anzuschließen, muss das Bedienpersonal lediglich den Big-Bag-Auslauf über die Entleereinheit stülpen. Auf Knopfdruck senkt sich der Anpressteller und fixiert den Auslauf mithilfe pneumatischer Dichtungen fest am Andockungssystem. Nach der Entleerung wird der Auslauf mit speziellem Verschlusswerkzeug abgebunden und abgetrennt. Ist der neue Big Bag in die Station eingebracht, wird dessen Auslauf darüber gestülpt und im Entleermodul befestigt. Erst jetzt kann der abgetrennte Auslauf des vorherigen Big Bags sicher über einen frontseitigen Eingreifstutzen aus der Entleervorrichtung gezogen und ausgeschleust werden, ohne dass es an dieser Stelle zu einem Containment-Bruch kommen kann.

Eine Besonderheit des neuen Engelsmann-Systems ist die optional erhältliche Dichtigkeitsprüfung, mit der kleinste Beschädigungen am Folieninliner-Auslauf des neu eingespannten Big Bags detektiert werden können. Dabei wird der Inliner mit Druckluft beaufschlagt bzw. ein Prüfdruck erzeugt. Liegt eine Beschädigung des Inliners vor, kommt es während der Prüfung zu einem schnellen Druckabfall. Die beschädigte Stelle kann anschließend ausfindig gemacht und abgedichtet werden. Erst wenn kein rapider Druckabfall mehr erkennbar ist, gilt die Dichtheitsprüfung als bestanden und der Produktfluss kann durch Öffnen des Big-Bag-Auslaufes initiiert werden. Werden Schäden am Inliner nicht erkannt, können Produktpartikel unbemerkt entweichen und so den Bediener gefährden. Die Dichtigkeitsprüfung trägt somit unmittelbar zur Sicherheit der Anlage sowie zur Aufrechterhaltung eines durchgängig hohen Containment-Levels bei.

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Das neue Containment-Anschlusssystem kann für Big Bags mit verschiedenen Auslaufdurchmessern eingesetzt werden. Im Standard wird das System in Edelstahl ausgeführt, verschiedene Oberflächenbehandlungen sind auf Anfrage verfügbar. Auch eine Atex-Variante ist lieferbar.

Fazit: Das Anschlusssystem JEL Smartcon ES gewährleistet ein hohes Maß an Containment und bietet dabei Sicherheitsfeatures wie die Inliner-Dichtigkeitsprüfung und die automatisierte Steuerung, durch die eine Fehlbedienung nahezu ausgeschlossen wird. Dank dem hohen Automatisierungsgrad und der einfachen Handhabung gelingt der Gebindewechsel auch unter Containment-Bedingungen in sehr kurzer Zeit.

* Der Autor ist in der Forschung und Entwicklung bei J. Engelsmann tätig, Ludwigshafen.

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