Software/IT Wirkstoff für Expansion

Redakteur: Redaktion PROCESS

Um auch in Zukunft auf weitere Expansion gut vorbereitet zu sein, integriert der mittelständische Arzneimittelhersteller hameln pharmaceuticals SAP Business One und mySAP ERP durch SAP Netweaver. Hameln pharmaceuticals ist ein Global Player im Medizinmarkt.

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Um auch in Zukunft auf weitere Expansion gut vorbereitet zu sein, integriert der mittelständische Arzneimittelhersteller hameln pharmaceuticals SAP Business One und mySAP ERP durch SAP Netweaver. Hameln pharmaceuticals ist ein Global Player im Medizinmarkt.

Der Mittelständler aus dem Weserbergland entwickelt, produziert und vermarktet injizierbare Arzneimittel - so genannte Parenteralia. Dies geschieht in Lohnfertigung für namhafte Konzerne, für Generika, aber auch für selbst entwickelte Produkte. Der Arzneimittelhersteller konzentriert sich dabei auf Medikamente für die Intensivtherapie, vor allem Schmerz- und Betäubungsmittel.

Seit Jahren wächst der familiengeführte Betrieb mit 320 Mitarbeitern zweistellig auf heute über 32 Millionen Euro Umsatz. In mehr als 40 Ländern, darunter auch in die USA und nach Asien, liefert das Unternehmen Ampullen und Injektionslösungen.

Die Sicherung der Qualität und Rückverfolgbarkeit der Produktion hat eine Schlüsselfunktion in der pharmazeutischen Industrie. Die Auflagen in Produktion, Weiterverarbeitung und Abfüllung könnten strenger nicht sein. Jede Ampulle muss auch bei hameln pharmaceuticals von den Ausgangsstoffen über die Verarbeitung und Abfüllung bis hin zur Auslieferung verfolgbar sein. „Lückenlos und chargengenau - die Anforderungen an unsere Qualitätssicherung und Dokumentation sind deshalb extrem hoch“, betont der Leiter Informationssysteme Michael Bösebeck.

Regelmäßige Inspektionen der Aufsichtsbehörden aus dem In- und Ausland gehören für hameln pharmaceuticals zum Tagesgeschäft. Auf Grundlage der bereits etablierten SAP-Lösung - die IT nutzt fast alle Module des ERP-Systems - bereitet sich das Unternehmen jetzt auf den nächsten Wachstumsschub vor. Um neues Potenzial zu erschließen, sollen die bisherigen Unternehmensbereiche in eigene Gesellschaften ausgegliedert werden; mit dem Ziel, sich noch stärker zu profilieren und eigenständig am Markt zu behaupten.

Vor allem das Know-how aus der Forschung und Entwicklung soll extern vermarktet werden. Die Planungen für eine neue Organisation mit Holding und Einzelgesellschaften laufen auf Hochtouren. Damit verbunden ist auch die Weiterentwicklung der vorhandenen SAP-IT-Infrastruktur. Die Grundidee: Das produzierende Stammwerk in Hameln und die Holding nutzen zukünftig mySAP ERP. Dies trifft auch auf den neu gegründeten Pharma-Dienstleister hameln pharma r&d gmbh zu.

Die Vertriebsgesellschaften in Deutschland und England nutzen SAP Business One. Netweaver sowie SAP Business Intelligence integrieren beide Systemwelten zu einer flexiblen IT-Infrastruktur. „Je nach Anforderungen setzen wir beide Systeme ein und kombinieren ihre Stärken mit den Mitteln von SAP Netweaver und SAP Business Intelligence“, sagt Bösebeck.

Dieses Vorgehen dürfte gerade im exportorientierten deutschen Mittelstand Modellcharakter tragen. Wenige zentrale Forschungs- oder Fertigungsstätten und eine Vielzahl von Vertriebs- und Service-Stützpunkten: Diese Struktur ist bei der überwiegenden Zahl der Betriebe anzutreffen. Die Grundpfeiler der neuen Infrastruktur wurden bei hameln pharmaceuticals in den vergangenen Monaten eingezogen.

Implementierung einer hochverfügbaren und -sicheren Netzwerk- und Hardware-Umgebung. Migration von R/3 4.6b auf SAP Enterprise in der Muttergesellschaft. Dieser Schritt wurde unter Einsatz des neuen SAP Solution Managers vollzogen, wobei gerade die Release-Festigkeit des neuen Tools und die Versionierbarkeit der verwalteten Dokumente als sehr bedeutsam angesehen werden. „Der SAP Solution Manager ermöglichte uns die klare, methodische Strukturierung des Projektes sowie die zentrale Modellierung unserer Geschäftsprozesse.

Er bietet eine integrierte Umgebung, mit der es uns gelang, den Release-Wechsel in kürzester Zeit durchzuführen“, erklärt Reiner Meine, Projektleiter SAP-Upgrade bei hameln pharmaceuticals. Unterstützt wurde das Pharmaunternehmen während der Einführung und Implementierung des Solution Managers durch SAP Consulting.

Die Implementierung von Business One bei der englischen Vertriebsgesellschaft. Der Einführungsprozess dauerte zwei Monate. In der Praxis erfüllt Business One die Erwartungen: „Das System enthält alle für uns wichtigen ERP-Funktionen, und war fast auf Knopfdruck einsatzfähig“, so Bösebeck. „Für die Anforderungen kleiner bis mittlerer Unternehmen ist es bestens geeignet. Wir konnten mit Business One quasi sofort loslegen.“

Ein ganz entscheidender Vorteil von SAP Business One sei darüber hinaus die Möglichkeit, auf Basis von XML-Schnittstellen mit den Kunden über virtuelle Bestellplattformen kommunizieren zu können. „Dadurch brauchen wir in Zukunft Bestellungen und Rechnungen nicht mehr händisch zu erfassen.“

Mit diesen Erfahrungen will Bösebeck nun prüfen, welche zusätzlichen Anbindungen von Kunden und Lieferanten über XML sinnvoll sind. Auch die weiteren Vorteile der neuen SAP-Infrastruktur sind zum Greifen nah. Heute noch werden intern Aufträge, Bestellungen oder Rechnungen in Papierform abgewickelt. Das soll in naher Zukunft vermehrt beleglos und damit weitestgehend automatisiert geschehen.

Genauso viel versprechend ist ein Realtime-Reporting über sämtliche Töchter und Standorte hinweg. Mit SAP Netweaver und SAP Business Intelligence werden die entsprechenden Daten zukünftig in Echtzeit konsolidiert und je nach Management-Level entsprechend präsentiert. Erhebliche Effizienzgewinne erwartet IT-Leiter Bösebeck auch durch die nahtlose Prozessintegration der Vertriebgesellschaften mit dem produzierenden Stammhaus. „Wir sind zukünftig in der Lage, unsere Prozesse über die Unternehmensgrenzen hinaus zu synchronisieren.

Hierdurch werden die Prozesse verschlankt, und wir können die Kosten weiter reduzieren“, erläutert Bösebeck die Erwartungen an die neue SAP-Infrastruktur. Die Mitarbeiter werden so weitgehend von rein administrativen Aufgaben befreit, und die Effizienz kann nochmals gesteigert werden. Diese freie Zeit werden die Mitarbeiter brauchen, denn hameln pharmaceuticals ist nicht nur als Lohnfertiger erfolgreich, kürzlich landete das Unternehmen erstmalig mit eigenen Produkten einen wichtigen Treffer.

Mehrere Pharmahersteller lieferten sich einen Wettkampf um die weltweit ersten Zulassungen für zwei Medikamente, die radioaktive Partikel im Körper binden und deren Ausscheidung beschleunigen. Mitte vergangenen Jahres kürte die FDA den Gewinner: hameln pharmaceuticals erhielt die Zulassung für die Präparate auf Basis von Zink und Calcium. Damit steht dem Hamelner Unternehmen der Export in die USA offen.

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