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Chemieparkmanagement Willkommen in der Nachbarschaft – Dialogmanagement im Chemiepark

| Autor/ Redakteur: Pierre Kramer / Wolfgang Ernhofer

Anwohner begegnen neuen Industrieprojekten meistens skeptisch. Beispiele aus dem Chemiepark Knapsack zeigen, wie mit der richtigen Dialogstrategie alle Beteiligten für weitere Anlagen vor der eigenen Haustüre überzeugt werden können. Das Genehmigungsmanagement des Betreibers leistet dabei einen Löwenanteil.

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Ein Teil des Teams Genehmigungsmanagement im Chemiepark Knapsack: Eva Lenartz, Dr. Peter Leinekugel, Stefanie Baldus, Dirk Froelich, Miriam Klapheck und Bernd Sievernich (v.l.) sorgen für transparente Prozesse und einen offenen Dialog.
Ein Teil des Teams Genehmigungsmanagement im Chemiepark Knapsack: Eva Lenartz, Dr. Peter Leinekugel, Stefanie Baldus, Dirk Froelich, Miriam Klapheck und Bernd Sievernich (v.l.) sorgen für transparente Prozesse und einen offenen Dialog.
(Bild: Infraserv Knapsack)

Deutschlands Industrie erweist sich gerade in der Krise der Finanzmärkte als robuster Garant für Wirtschaftswachstum. Wettbewerbsfähig ist der Sektor außerdem. Bei einem aktuellen Vergleich des World Economic Forum klettert Deutschland auf Platz vier der Wettbewerbsfähigkeit. Nur die Schweiz, Singapur und Finnland schneiden besser ab. Innovative Unternehmen, qualifizierte Fachkräfte, gute Infrastruktur sowie eine schlanke Bürokratie sind für die Bewertung entscheidend.

Deutschlands Positionierung steht im Gegensatz zur weit verbreiteten Skepsis der Bevölkerung gegenüber großen Industrie- und Infrastrukturprojekten. Doch während manche Experten warnend den Finger heben, setzen große, weltweit tätige Unternehmen wie der Pflanzenschutzmittelhersteller Bayer Crop Science oder der Schweizer Chemiekonzern Clariant auf Deutschland als Produktionsstandort.

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Seit 2004 produziert Clariant im Chemiepark Knapsack bei Köln das Flammschutzmittel Exolit OP auf Depal-Basis – Aluminiumsalze der Diethylphosphinsäure. Das nicht-halogenierte Additiv wird vor allem in der Elektronik- und Elektrotechnik verwendet und schützt technische Thermoplaste z.B. in Schaltern, Sicherungen und PC-Lüftern sowie Struktur- und Gehäusebauteile vor Entflammung.

Anders als in Stuttgart

Auf die weltweit gestiegene Nachfrage nach Exolit OP reagierte der Konzern schon frühzeitig. Im Herbst 2010 – während der kontrovers geführten Debatte um den neuen Stuttgarter Bahnhof, als Zehntausende in Süddeutschland protestierten – verkündete Michael Grosskopf die Expansionspläne für die Exolitproduktion. Der Leiter der Geschäftseinheit Additives der Clariant International nutzte die Kunststoffmesse in Düsseldorf, um die Investitionsabsichten vorzustellen. Im Herbst 2012 ist die erweiterte Anlage in Betrieb gegangen. In weniger als zwei Jahren von der konkreten Planung bis zur Inbetriebnahme hat Clariant seine Pläne verwirklichen können. Trotz Einwendungen, die allerdings schnell ausgeräumt werden konnten.

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