Profinet-System Wie sich eine Gasbefüllungsanlage dank Profinet zuverlässig überwachen lässt

Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Robert Wilmes / Dr. Jörg Kempf

Beim Speichern und Transportieren von Propangas hat die Sicherheit höchste Priorität. Primagaz Nederland hat sich bei der Planung der Sicherheitsanlagen für das Hauptdepot im niederländischen Zutphen für ein wasserdichtes Profinet-System von Phoenix Contact entschieden.

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Ein wichtiges Geschäftsfeld von Primagaz ist das Befüllen von Gasflaschen für Endabnehmer. (Bild: Phoenix Contact)
Ein wichtiges Geschäftsfeld von Primagaz ist das Befüllen von Gasflaschen für Endabnehmer. (Bild: Phoenix Contact)

Primagaz ist einer der größten Propangas-Anbieter in den Niederlanden. Vom Hauptsitz in Zutphen fahren täglich zehn bis 20 Lkw zu den Standorten der Kunden, die über das ganze Land verteilt sind.

Betriebsleiter Hans Grotentraast berichtet: „Als eine von vier Speicher- und Umschlagstationen von Primagaz handelt es sich bei unserem Depot um die größte Befüllungsanlage in den Niederlanden. Das Gas wird in Tanklastern angeliefert und in drei großen Tanks mit je 200 Kubikmeter Fassungsvermögen gespeichert. Aus Sicherheitsgründen sind die Tanks im Erdboden vergraben und von einer Schutzschicht mit Spezialsand umgeben. Aus den Tanks wird das Gas dann in fünf bis 33 Kilogramm schwere Flaschen umgefüllt, die per Lkw zu den Endabnehmern befördert werden.“

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Primagaz nutzt den Standort Zutphen jedoch nicht nur als Speicher- und Umschlagplatz. Als weitere Dienstleistung bietet das Unternehmen das Öffnen und Zertifizieren von Gastanks an. Die Kundenstruktur von Primagaz setzt sich aus Erholungseinrichtungen, Industrieunternehmen, landwirtschaftlichen Betrieben und privaten Abnehmern zusammen. Um auf dem gesamten Gelände für die notwendige Sicherheit zu sorgen, hat der Systemintegrator Clearvision eine Lösung realisiert, mit der verschiedene Bereiche überwacht werden können.

Umfangreiche Schutzeinrichtungen

Henk Theunissen zeichnet bei Clearvision für die Entwicklung und Installation des Sys-tems verantwortlich. Er erzählt: „Das Sicherheits- und Management-Konzept ist auf Basis unserer Plattform Sky Walker umgesetzt worden, die der Verwaltung von Sicherheit im weitesten Sinne dient. Als wichtigste Funktion schützt die Lösung die Grenzen des Geländes. Neben den üblichen Zäunen wurden große Lichtanlagen montiert, welche das Eindringen unbefugter Personen an allen Grundstücksgrenzen unterbinden sollen. Außerdem wird der Zugang zum Grundstück mit einem Kamerasystem gesichert und überwacht.“

Darüber hinaus gibt es ein Not-Stopp-System als Schutzeinrichtung für das gelagerte Gas, das in die Gesamtlösung integriert ist. Dazu sind an 20 Orten auf dem Gelände Not-Aus-Schalter verbaut, über die die komplette Anlage stillgesetzt werden kann. Betätigen die Mitarbeiter einen der Not-Aus-Schalter, reagiert das System mit mehreren Maßnahmen.

Beispielsweise wird die Steuerspannung abgeschaltet, die Signalleuchten gehen an, und Löschwasser wird bereitgestellt. Ferner hat Clearvision eine Gaserkennung mit unterschiedlichen Alarmstufen konzipiert: Tritt Gas aus, erfolgt zunächst lediglich eine Signalisierung. Dann werden Sicherheitsmaßnahmen und in der nächsten Stufe eine Flammenerkennung eingeleitet. Ist die höchste Alarmstufe erreicht, aktiviert sich das Brandmeldesystem mit Brandmeldern auf dem Grundstück. Die Lösung verarbeitet auch technische Meldungen, beispielsweise Störungsmeldungen von Kesseln oder Kompressoren.

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