MTP und Industrial AI
Wie Merck modulare Produktion denkt

Von Sarah Junker 9 min Lesedauer

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Der Module-Type-Package-Standard (MTP) gilt als Schlüssel für eine flexiblere Prozessindustrie. MTP soll aber nicht nur Module an ein Leitsystem anbinden, sondern gemeinsam mit Verwaltungsschale, digitalen Produktpässen und künstlicher Intelligenz die Grundlage für Industrial AI schaffen. Was davon heute schon funktioniert – und was noch Vision ist, zeigt ein Besuch bei Merck in Darmstadt.

Sebastian Härtner (MTP-Experte bei Merck, links) zeigt dem hessischen Staatsekretär Daniel Köfer (rechts) und dem Landtagsabgeordneten Bijan Kaffenberger (Mitte) ein Reaktionsmodul bei einem Besuch im August 2026.(Bild:  Merck)
Sebastian Härtner (MTP-Experte bei Merck, links) zeigt dem hessischen Staatsekretär Daniel Köfer (rechts) und dem Landtagsabgeordneten Bijan Kaffenberger (Mitte) ein Reaktionsmodul bei einem Besuch im August 2026.
(Bild: Merck)

Merck beschäftigt sich bereits seit den frühen 2000er-Jahren mit modularen Anlagen. Damals mussten die einzelnen Einheiten allerdings noch von Hand programmiert werden. Heute soll der Module-Type-Package-Standard, kurz MTP, den Integrationsaufwand senken: Ein Prozessmodul beschreibt seine Funktionen digital und stellt sie einem übergeordneten Leitsystem zur Verfügung.

Der MTP-Ansatz wurde 2014 erstmals auf der Namur-Hauptsitzung vorgestellt. Die zugrundeliegende Richtlinienreihe VDI/VDE/Namur 2658 wurde im Oktober 2019 veröffentlicht. Seit dem 20. Januar 2026 liegt mit der MTP Specification 2.0 eine erweiterte Spezifikation der Profibus & Profinet International (PI), Namur und Zvei vor.