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Energieaudit DIN EN 16247

Wie KMU durch ein Energieaudit profitieren

| Autor / Redakteur: Dr. Michael Bunk, Daniel Böhme / Wolfgang Ernhofer

(Bild: Tüv Süd)

Steuerlichen Entlastungen wie der Spitzenausgleich bieten Möglichkeiten, Kosten zu sparen. Wer diese auch künftig nutzen will, sollte noch in diesem Jahr nachweisen, dass sein Unternehmen die Energieeffizienz – z.B. durch ein Energieaudit nach DIN EN 16247 – aktiv steigert. Wie genau der Nachweis zu erbringen ist, regelt die Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung vom 31. Juli 2013.

Mit dem zweiten Gesetz zur Änderung des Energie- und Stromsteuergesetzes vom Jahresbeginn regelt der Gesetzgeber, dass Unternehmen des produzierenden Gewerbes einen aktiven Beitrag zur Steigerung ihrer Energieeffizienz leisten müssen. Nur dann können sie den Spitzenausgleich beim zuständigen Hauptzollamt beantragen und auch erhalten. Unklar war bislang, in welcher Form der Nachweis zu erbringen ist. Mit dem Kabinettsbeschluss vom Juli dieses Jahres ist das anders: Die bis dahin ausstehende Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV) liegt nun vor.

Es ist höchste Zeit: Unternehmen, die 2014 einen Teil ihrer 2013 entrichteten Stromsteuern rückerstattet bekommen möchten, müssen noch in diesem Jahr handeln. Sie müssen bereits für 2013 nachweisen, dass sie damit begonnen haben, ihre Energieeffizienz mit einem System gemäß SpaEfV aktiv zu steigern. Dabei besteht der Anspruch auf Spitzenausgleich für Unternehmen dann, wenn sie – unter Berücksichtigung bestimmter Sockelbeträge – trotz bereits reduzierter Stromsteuern zu einem negativen Saldo aus abgesenkten Beitragszahlungen zur Rentenversicherung und Belastungen durch Stromsteuern kommen.

Vier Möglichkeiten – vier Systeme

Als System-Nachweis gemäß SpaEfV gelten Testate bzw. Zertifikate über prinzipiell vier Möglichkeiten: ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001, ein Umweltmanagementsystem nach EMAS, ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 oder ein alternatives System nach Anlage 2 SpaEfV. Allen gemeinsam ist, dass sie bis 2015 vollständig im Unternehmen eingeführt bzw. umgesetzt sein müssen. Während die genannten Managementsysteme vor allem auf größere Unternehmen ausgerichtet sind, stehen das Energieaudit und das Alternativ-System nach Anlage 2 SpaEfV – die so genannte BAFA-Methode – ausschließlich kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) offen. Der Gesetzgeber hat damit eigens für KMU weniger aufwändige und damit kostengünstigere Alternativen geschaffen. KMU, im Sinne des Gesetzgebers, sind Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern und maximal 50 Millionen Euro Jahresumsatz oder 43 Millionen Euro Jahresbilanzsumme.

Energieaudit nach DIN EN 16247-1

Anders als bei einem Managementsystem nach DIN EN ISO 50001 oder EMAS handelt es sich bei einem Energieaudit nach DIN EN 16247-1 nicht um einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess gemäß einer Managementnorm. Vielmehr handelt es sich um eine Bestandsaufnahme der Ist-Situation und eine Bewertung von Energieeinsatz und -bedarf mit dem Ziel, den Verbrauch im Unternehmen transparent zu machen und unmittelbare Einsparmöglichkeiten für die Energieträger z.B. Strom, Wärme oder Druckluft zu finden. Ein Audit ist somit auch ein erster sinnvoller Schritt hin zur späteren Einführung eines Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001. Denn die Ergebnisse des Audits können die technischen Voraussetzungen für die energetische Bewertung zur Einführung der Managementnorm bilden.

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