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Rohrleitungen verbinden Wie geklebte Rohrleitungsverbindungen über die Lebensdauer der Anlage halten

| Autor / Redakteur: Daniel Dossenbach / Wolfgang Ernhofer

Im industriellen Rohrleitungsbau haben sich Klebeverbindungen für viele Anwendungen als ideal erwiesen, gerade auch für den Transport chemisch aggressiver Medien. Zwei Beispiele zeigen die Vorteile dieser Verbindungstechnik.

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Der Klebevorgang mit Diffusionsklebstoff wird oft als „chemisches Schweißen“ bezeichnet. Der Begriff beschreibt den Vorgang treffend, denn wie beim Schweißen wird das Material der Rohre und Fittings verflüssigt und anschließend stoffschlüssig verbunden.
Der Klebevorgang mit Diffusionsklebstoff wird oft als „chemisches Schweißen“ bezeichnet. Der Begriff beschreibt den Vorgang treffend, denn wie beim Schweißen wird das Material der Rohre und Fittings verflüssigt und anschließend stoffschlüssig verbunden.
(Bild: GF Piping Systems)

Kleben gehört zu den ältesten Verbindungstechniken. Bereits in früher Vorzeit verwendete man ein Destillat aus Birkenrinde, um Pfeilspitzen zu befestigen. Seither wurden zahlreiche Materialien für die Entwicklung von Klebstoffen herangezogen. Erste Patente für Klebstoffe gab es Mitte des 18. Jahrhunderts. Im frühen 20. Jahrhundert bildete die Entwicklung synthetischer Substanzen den Grundstein für industrielle Klebstoffe. Der Durchbruch für die Klebetechnik in industriellen Anwendungen war die Herstellung von Cyanacrylat-Klebstoffen, die erstmals 1960 gelang.

Heute ist die Klebetechnologie weder aus der Industrie, noch aus privaten Haushalten wegzudenken. Insgesamt finden sich heute mehr als 250 000 Klebstoffvarianten am Markt.

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Als hochentwickelte Verbindungstechnologie kommen Klebeverfahren in anspruchsvollen Bereichen zum Einsatz, so z.B. in der Automobilindustrie, im Flugzeugbau oder im Rohrleitungsbau. Qualität und Sicherheit sind hier besonders im Fokus.

Klebstoffe für Rohrleitungen

Die einfache und schnelle Installation, die tiefen Instandhaltungskosten sowie absolute Korrosions- und Inkrustationsfreiheit machen Kunststoff-Rohrleitungssysteme zu einer attraktiven Alternative zu Metallsystemen. ABS, PVC-C und PVC-U gehören dabei zu den Kunststoffen, die als klebbare Kunststoffe bezeichnet werden.

Im industriellen Rohrleitungsbau muss die Verbindung zwischen Rohren und Fittings oder Armaturen nicht nur einfach und schnell zu erstellen sein, sie muss unter kritischen Anwendungsbedingungen auch absolut zuverlässig sein. Zu transportierende Medien erreichen Temperaturen zwischen –60 °C in Kühlanwendungen und über 70 °C bei chemischen Prozessen. Auch Drücke bis 16 bar sind keine Seltenheit. Bei der Verarbeitung von Säuren, Laugen und anderen Chemikalien muss die Klebeverbindung genauso beständig sein wie die Rohrleitungskomponenten selbst. Die zuverlässige und vollständig dichte Verbindung muss dabei über die gesamte Lebensdauer der Anlage gewährleistet sein, die oft 20 Jahre und länger in Betrieb ist.

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