Rohrleitungen verbinden

Wie geklebte Rohrleitungsverbindungen über die Lebensdauer der Anlage halten

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Für die Donauchem war es entscheidend, dass in der neuen, automatisierten Mischanlage für das flexible Abmischen und Herstellen verschiedener anorganischer Chemikalien nur wartungsfreundliche Rohrleitungen und Ventile mit hoher chemischer Beständigkeit eingesetzt wurden. Die Anlage arbeitet mit verschiedenen Mischungen von Säuren und Laugen bei Temperaturen zwischen 10 °C und 30 °C sowie Drücken bis 3 bar. Die Lösung umfasste Rohre aus PE 100 mit stumpfgeschweißten Verbindungen und Rohre aus PVC-U mit Klebeverbindungen, dazu Membranventile und Kugelhähne sowie Schweißmaschinen, Klebstoffe und Reiniger. Die Anlage wurde 2010 erfolgreich errichtet.

Verschiedene Kunststoffarten für geklebte Rohrleitungsverbindungen

In industriellen Anwendungen zählt PVC-U zu den am häufigsten eingesetzten Kunststoffen. Die Systeme sind von 0 °C bis 60 °C temperaturbeständig, bieten ausgezeichnete Resistenz gegenüber Chemikalien und Korrosion und sind dank einem breiten Produktsortiment universell einsetzbar. Diese Systeme eignen sich auch für die Lebensmittelindustrie und die Trinkwasseraufbereitung. PVC-U ist in der Chemie- und Textilindustrie weit verbreitet.

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Für aggressive Umgebungen, die Anlagen höchster Sicherheit und von langer Lebensdauer erfordern, sind PVC-C Systeme besonders geeignet. Mit einer Temperaturresistenz bis 80 °C sind PVC-C Systeme auch bei hohen Umgebungstemperaturen einsatzfähig. Wegen der hohen Resistenz gegenüber aggressiven Medien wie Mischsäuren, Säuren und Laugen werden die Systeme vor allem in der Chemie-, Papier- und Zellstoffindustrie und der Fertigung mikroelektronischer Bauteile eingesetzt.

ABS wird aufgrund der geringen Wärmeleitfähigkeit und der hohen Schlagzähigkeit in industriellen Anwendungen im Niedrigtemperaturbereich zwischen –50 °C und 60 °C eingesetzt. Dazu gehören unter anderem Kälte- und Kühlsysteme, aber auch Anwendungen in der Wasseraufbereitung. ABS weist eine gute Beständigkeit gegenüber Wasser, wasserlöslichen Salzlösungen und den meisten verdünnten Säuren und Basen aus. Speziell für Kälteanwendungen bietet GF Piping Systems das Cool-Fit ABS Plus System an. Durch die Vorisolierung sowie die schnelle und einfache Verlegung der Rohrleitungen kann Geld gespart werden.

In der Bildergalerie sehen Sie in Schaubildern, wie der Klebeprozess funktioniert.

Ergänzendes zum Thema
Der Klebeprozess
Fünf Schritte zur festen Verbindung

Nach der Vorbereitung durch Anfasen und Reinigen folgt der Klebevorgang:

1) Klebstoffauftrag: Der Klebstoff wird in einer gleichmässigen Schicht auf dem Fitting und dem Rohr aufgetragen.

2) Zusammenfügen: Überschüssiger Klebstoff wird ausgestossen und Hohlräume restlos geschlossen.

3) Anlösen und Aufquellen: Die Lösungsmittel erweichen die Oberfläche und lassen das Material aufquellen.

4) Chemische Schweissung: Aus dem Fitting- und Rohrmaterial entsteht zusammen mit dem Rohmaterial im Klebstoff eine homogene Verbindung.

5) Aushärtung: Das Lösungsmittel verflüchtigt sich zu etwa 90 %. Die restlichen 10 % bleiben in der Klebung erhalten und sorgen für die Flexibilität der Verbindung. Dies sorgt auch bei mechanischen Belastungen für eine zuverlässige und dichte Verbindung.

* Der Autor ist Product Manager bei GF Piping Systems. Kontakt: Tel. +41-5263-1111

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