Füllstandsüberwachung Wie das Radar Schüttgut lernte

Autor / Redakteur: Holger Bohlmann / Sabine Mühlenkamp

Seit der Jahrtausendwende hat die berührungslose Füllstandmessung bei Schüttgütern einen Riesensprung getätigt, insbesondere die Radarmessung gilt heute als etabliert.

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Besonders die Zementindustrie hatte großen Bedarf an kontinuierlichen Füllstandmessungen.
Besonders die Zementindustrie hatte großen Bedarf an kontinuierlichen Füllstandmessungen.
(Bilder: Siemens)

Radar (Radio Detection And Ranging – Erfassung und Abstandmessung mittels Mikrowellen), wurde bereits im letzten Jahrtausend, ob freistrahlend oder geführt, zur Füllstandmessung verwendet. Aufgrund der geringen Einflüsse von Temperatur, Atmosphäre und Druck auf die Mikrowelle und damit auf das Messergebnis, war besonders die chemische Industrie mit ihren vielfältigen und schwierigen Prozessen an der Entwicklung der Radarfüllstandmessung interessiert. Jedoch lag das Interesse in den Flüssigkeitsanwendungen und nur selten in der Schüttgutmessung.

Erst ab 2001 wurde der Schüttgutbereich mit seinen stark staubigen Bedingungen für die berührungslose Radarfüllstandmessung wirklich entdeckt. Nicht oder nur gering staubige Applikationen (Kunststoffgranulat, Kies, usw.) wurden vorrangig mit der Ultraschalltechnologie gelöst.

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Bei dem zuerst eingesetzten Sitrans LR400 handelte sich um ein Vier-Leiter-FMCW-Radargerät mit 45 m Messbereich. Dieses Gerät war im Grunde ein leistungsstarkes Flüssigkeitsradar, welches die Anwender erfolgreich auf geeigneten Schüttgutapplikationen verwenden konnten. Typischer Einsatzbereich war die Zementindustrie mit ihren hohen Silos (z.B. Klinker), bei der eine kontinuierliche Füllstandmessung unter Prozessbedingungen gewünscht war.

Obwohl diese Geräte in den einfachen Schüttgutapplikationen (große Silos) gut funktionierten, war relativ schnell klar, dass, aufgrund der Oberflächeneigenschaften von Schüttgütern (Schüttkegel/-trichter) und für den Einsatz bei engeren Silos (Einflüsse von Schweißnähten und Einbauten) weitere Verbesserungen am Gerät erfolgen müssten.

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