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Dichtungen

Werkstoffe, Dichtsysteme und Ring-Geometrien: Noch ganz dicht auf der Achema?

| Redakteur: Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Diese Frage uneingeschränkt mit ja beantworten, das konnten die Dichtungsexperten in den Hallen 8 und 9 auf der Achema 2018. Zwar nehmen sich zwischen Pumpen und Armaturen die O-Ringe, Dichtplatten und Co. beinahe unscheinbar aus. Doch haben es die vermeintlichen C-Teile in der Anlage in sich.

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Alles dicht? Am Klinger-Stand auf jeden Fall!
Alles dicht? Am Klinger-Stand auf jeden Fall!
(Bild: PROCESS)

Das gilt bei Klinger Dichtungstechnik im mehrfachen Sinne: Die Idsteiner haben die Gummi-Stahl-Dichtung neu gedacht und versprechen eine neue Generation der Flanschdichtungen. Was es damit auf sich hat, zeigt sich schon bei der Betrachtung des Dichtringes: Statt einem einheitlich dicken Elastomerkörper hat die Klinger KGS GII einen deutlich schmaleren Stahlring als bisherige Gummi-Stahldichtungen, erklärt der Hersteller. Die verbesserte Positioniergenauigkeit des Ringes hilft, die auftretenden Hebelkräfte gleichmäßig zu verteilen. Schon bei geringen Flächenpressungen wird der Flansch sicher abgedichtet – doch auch bei hohen statischen Lasten punktet das Bauteil. Kurze Ausgleichswege und spezielle Reservoirbereiche sorgen für enorme Kraftaufnahme und minimieren die Intrusion in den Rohrleitungsquerschnitt beim Verpressen.

Einen ganz anderen Weg geht COG aus Pinneberg bei Hamburg: Die „Herren der O-Ringe“ haben im Werkstofflabor Sonderschichten gefahren, um zur Achema einen CIP-, SIP-, und WFI-geeigneten Compoundwerkstoff für Pharma- und Foodprozesse präsentieren zu können. Das weiße Material namens Vi 770 soll dabei auch gegen unterschiedlichste Medien und Wasserdampf beständig sein und ist nach FDA-, USP- und dem 3-A-Sanitary-Standard 18-03 zugelassen. Am anderen Ende des Anwendungsspektrums befindet sich der FKM-Werkstoff Vi 990, der speziell für Anwendungen in der Öl- und Gasindustrie entwickelt wurde.

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Wie das Thema Dichtung weiter gedacht werden kann, zeigt Frenzelit mit den Hochtemperaturdichtungen Novaphit und Novamica, die Graphit und Phlogopit-Glimmer mit intelligenten Streckmetall­einlagen kombinieren. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen wie etwa die TA Luft stellen Dichtungen vor erhebliche Herausforderung. Bei Novaphit setzt Frenzelit daher auf hochwertigen, expandierten Reingraphit als Dichtungswerkstoff. Zudem verfügt das Material über eine herausragende chemische, thermische (-200 bis +550 °C) und mechanische Widerstandsfähigkeit. Dadurch erfüllt das Material z. B. die hohen Qualitätsanforderungen der DIN 28091-4, die bei 670 °C einen durch Oxidation auftretenden Volumenverlust von maximal 4 % pro Stunde zulässt. Doch auch mit Systemlösungen glänzen die Dichtexperten: So hat Frenzelit ein Komplettpaket aus innerer PTFE-Dichtung für die Medienbeständigkeit und äußerem Metallring im Programm.

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