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Checkliste für das Chemiestudium

Wenn es knallt und stinkt: Warum es sich lohnt, Chemie zu studieren

Mit einem Jahresumsatz von 195,55 Milliarden Euro ist die Chemieindustrie nach dem Kraftfahrzeugbau und dem Maschinenbau Deutschlands drittgrößte Industrie gemessen am Umsatz im Jahr 2017. Im Wintersemester 2017/2018 waren zudem 46.032 Studierende für ein Chemie-Studium in Deutschland eingeschrieben. Was genau hinter der Faszination Chemie steckt, welche Inhalte in einem Chemie-Studium vermittelt werden und wie viel man später mit einem Abschluss durchschnittlich verdient, erfahren Sie in unserem Übersichtsbeitrag.

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250 Chemie-Studiengänge an 100 Standorten im deutschsprachigen Raum: PROCESS zeigt, warum es sich lohnt, Chemie zu studieren.
250 Chemie-Studiengänge an 100 Standorten im deutschsprachigen Raum: PROCESS zeigt, warum es sich lohnt, Chemie zu studieren.
(Bild: makyzz/Adobe Stock)

Würzburg – Zwei Menschen stehen in langen weißen Laborkitteln, dicken Handschuhen und großen Schutzbrillen in einem Chemielabor. Die Blicke wandern angestrengt über die aufwendig aufgebaute Glasapparatur aus Bunsenbrenner, Rundkolben und Kühlschlangen. Die blaue Farbe in einem Standzylinder beginnt sich gleichmäßig zu verteilen. Aus einem Erlenmeyerkolben steigt weißer Rauch auf. Was sich wie eine Szene zwischen Walter White und Jesse Pinkmann aus der US-Kultserie „Breaking Bad“ liest, könnte sich durchaus auch so oder so ähnlich im Studien- oder Berufsalltag eines Chemikers oder einer Chemikerin abspielen.

Doch wie genau sieht so ein Alltag überhaupt aus? Wo kann man welchen Bereich/welches Fach studieren? Welche Verdienstmöglichkeiten hat man später? Welche Universitäten sind weltweit die Besten? Diese und andere Fragen beantwortet PROCESS im folgenden Beitrag und in den angehängten Statistiken/Screenshots in der Bildergalerie.

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Über 250 Chemie-Studiengänge an 100 Standorten im deutschsprachigen Raum

In der Chemie geht es um die Zusammensetzung, Struktur sowie die Eigenschaften und Umwandlung von Stoffen. Es handelt sich also überwiegend um eine experimentelle Naturwissenschaft, bei der die Theorie ebenfalls viel Zeit in Anspruch nimmt. Ohne Lernen und Bücher wälzen geht in der Chemie gar nichts. Während des Grundstudiums geht es vorrangig um die Vermittlung von Basiswissen in den folgenden Bereichen:

  • Allgemeine Grundlagen-Chemie
  • Organische Chemie (Stoffklassen und Funktionelle Gruppen, Reaktionsmechanismen)
  • Anorganische Chemie (Stoffchemie, Qualitative und Quantitative Elementanalyse)
  • Physikalische Chemie (Thermodynamik, Elektrochemie, Quantenmechanik, Reaktionskinetik)
  • Analytische Chemie (Strukturanalytik, Qualitative und Quantitative Analyse)
  • Experimentalphysik (Mechanik, Elektrizitätslehre, Optik, Wärmelehre, Magnetismus, Atomphysik)
  • Mathematik

Im Hauptstudium stehen den Studierenden neben den bereits genannten klassischen Kerngebieten der Chemie diverse Vertiefungs- und Spezialisierungsmöglichkeiten, wie z.B. Quantenmechanik, Bioanorganische Chemie, Festkörperchemie oder auch instrumentelle Analytik oder Sensorik offen. Chemische Praktika sind neben den Vorlesungen und Übungen im Labor wesentlicher Bestandteil des kompletten Chemiestudiums.

Ein Studium mit Bezug zur Chemie wird in Deutschland an 83 Hochschulen mit insgesamt 227 verschiedenen Studiengängen angeboten. Über die deutschsprachigen Nachbarländer Österreich und Schweiz kommen weitere 17 Standorte (8 in Österreich/9 in der Schweiz) und 24 Studiengänge (14 in Österreich/10 in der Schweiz) dazu.

Studiengänge in der Chemie unterliegen dem klassischen Bachelor-Master–Studienmodell. Nach drei Jahren bzw. sechs Semestern kann der Student den akademischen Abschluss „Bachelor of Science“ (B.Sc.) erlangen. Der Bachelor gilt als berufsqualifizierender Abschluss und somit steht einem Eintritt in die Arbeitswelt nichts im Wege. Üblicherweise folgt auf den Bachelor-Studiengang jedoch bei den meisten Absolventinnen und Absolventen noch das viersemestrige/zweijährige Masterstudium (Master of Sience/M.Sc.). Der Bachelor schließt mit einer dreimonatigen Bachelorarbeit, der Master mit einer sechsmonatigen Masterarbeit.

Die Promotion gilt als höchstmöglicher akademischer Grad und endet mit dem Erwerb des Doktortitels der Naturwissenschaften (Dr. rer. nat.). Die Studiendauer einer Doktorarbeit betrug in 2014 durchschnittlich 8,4 Semester. Für viele Berufe in der Chemie ist die Promotion Voraussetzung. Vom ersten Semester bis zur Erlangung der Doktorwürde vergehen demnach nicht selten mindestens neun Jahre.

Die Berufsaussichten sind vielschichtig und hängen natürlich vom Schwerpunkt und der Art des Abschlusses ab. Mögliche Tätigkeitsbereiche erstrecken sich über Branchen wie der Prozess- und Verfahrenstechnik, der Pharmaindustrie, Ernährungs- und Lebensmittelwirtschaft/-überwachung, Kosmetik, die des selbstständigen Gutachters/Sachverständigen, des Chemielehrers, in der Wissenschaft/Forschung und vielen mehr.

Nachfolgend noch eine Auflistung interessanter Beiträge, Bildergalerien und Social-Media-Empfehlungen zu Themen wie den Verdienstmöglichkeiten, den besten Chemiefakultäten weltweit und Informationen rund um das Chemiestudium.

Wer sich für ein Studium im Ausland interessiert, kann sich in dem folgenden Beitrag einen Überblick über die besten Chemiefakultäten weltweit machen.

Wie sind die Verdienstmöglichkeiten in der Chemie- und Pharmaindustrie sowie im Laborbereich. Unser Gehaltsreport 2018 gibt Aufschluss.

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Über den Autor

Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Projektmanager Digital PROCESS/LABORPRAXIS