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Rohstoffpreise Januar 2020 Weltrohstoffpreise unter Druck

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Die Weltrohstoffpreise stiegen im Verlauf des Dezember 2019 um durchschnittlich 2,4 %. Aufgrund einer leichten Abwertung des Euro zum Dollar fiel der Anstieg in Inlandswährung gerechnet mit 1,8 % schwächer aus. Die Experten der Industriebank IKB nehmen die Rohstoffmärkte unter die Lupe und stellen im Januar einige Änderungen fest.

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Die Rohstoffpreise sind unter Druck: Aufgrund internationaler Krisen sind die Ölpreise im geopolitischen Sperrfeuer.
Die Rohstoffpreise sind unter Druck: Aufgrund internationaler Krisen sind die Ölpreise im geopolitischen Sperrfeuer.
(Quellen: HWWI; Deutsche Bundesbank)

Düsseldorf – Der Blick an den globalen Rohölmärkten richtete sich vor allem auf die Opec-Tagung im Dezember. Auf der Nachfrageseite wurden jedoch keine großen Überraschungen verkündet: Nach 2019 wird auch für das Jahr 2020 ein Anstieg des Bedarfs jeweils um gut 1 mbd (million barrel per day) gesehen. Somit werden 2020 rund 101 mbd Rohöl benötigt. Für die Rohölförderung außerhalb der Opec wurde ein Anstieg von knapp 2,2 mbd prognostiziert. Deshalb ist für 2020 nur noch eine Opec-Produktion von gut 34,4 mbd erforderlich. Davon werden gut 4,8 mbd auf so genannte NGL-Sorten (Natural Gas Liquids) entfallen. Somit reduziert sich der Förderbedarf der Opec 2020 auf 29,6 mbd.

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Vor diesem Hintergrund sind die im Dezember beschlossenen Produktionskürzungen um 0,5 mbd kompatibel mit den Markterwartungen für den weltweiten Rohölmarkt 2020. Im November 2019 bewegte sich die Fördermenge schon auf diesem Niveau. Unverändert belasten jedoch vor allem geopolitische Probleme. Die aktuelle Eskalation in der Golfregion zwischen den USA und dem Iran sowie Syrien halten den Preis auf einem höheren Niveau als aufgrund der globalen Versorgungslage erforderlich wäre.

Bis Ende März 2020 sieht die IKB den Rohölpreis in einer Bewegung um die Marke von 70 Dollar je Barrel Brent. Ein leicht stärkeres Anstiegspotenzial könnte sich aufgrund der stärkeren Rohölnotierung dagegen für den Grenzübergangspreis für Erdgas ergeben. Bei einer weiter absinkenden Inlandsproduktion halten die Experten ein Niveau von bis zu 4500 Euro je TJ (Terrajoule) für möglich.

Für den Wechselkurs des Dollar zum Euro sehen die IKB-Experten bis Ende des ersten Quartals 2020 eine Bewegung um die Marke von 1,12 Dollar je Euro. Im Verlauf des Jahres 2020 erwartet die Industriebank eine Aufwertung des Euro.

Welche Rohstoffe Mangelware sind oder werden, können Sie in der Bildergalerie Gefahrenanalyse Rohstoff – was wird knapp? nachsehen.

Die Experten der IKB analysieren monatlich die Rohstoffmärkte und PROCESS berichtet. Alle Rohstoffpreise der letzten Jahre und Monate finden Sie auf unserer Rohstoff-Spezialseite: Weltrohstoffpreise im Wandel

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